Mein Gefühl: Das klingt alles vernünftig. Viel zu vernünftig.
Man sollte sich in diesem Dingen einen Schuss Irrationalität bewahren, auf lächerliche Dinge doch etwas geben. Ich kann es nur am Beispiel meiner letzten Trennung, von der ich sehr enttäuscht war, festmachen: Ich bin ans andere Ende der Republik gezogen, ich habe den Kontakt bis auf ein Minimum reduziert und plane auch nicht, ihn wieder auszubauen. Nicht, weil ich meine Ex-Freundin nicht für einen tollen Menschen halte, nicht weil ich ihr hinterhertrauere, nicht weil ich noch sauer wäre, nicht weil ich nicht verzeihen kann und nicht weil ich ihr die Schuld gebe. Sondern: Weil ich nicht will. Das gibt einem Handlungsfreiheit zurück, die einem durch die beziehung und die Trennung genommen wurde. Es ist nicht rational, sondern hilfreich und gut fürs Seelenheil. Und es macht es leichter, vorwärts zu gehen. Es ist nicht gut, jeden Tag an gescheiterte Dinge erinnert zu werden, man muss es verarbeiten und seine Schlüsse daraus ziehen.
Das ist keine Handlungsanweisung und sagt wenig über den Spezialfall, ist aber meine allgemeine Haltung dazu. Man sollte eine Beziehung richtig machen, mit allem, was dazugehört - oder eben das Single-Leben genießen: Machen was man will, unordentlich sein, ausgehen, flirten und nette Damen (oder Herren) mit nach Hause, in die eigene, ungeteilte Wohnung nehmen können. Und nicht halb in einer Beziehung weiterleben, die keine mehr ist. Dafür bin ich persönlich immer zu gern allein und unabhängig gewesen.