Das stimmt. Die Transfers zu jener Zeit lebten von den Frankreich-Kontakten von Allofs und den Südamerika-Kontakten Borns. Das hat uns unter anderem eine Meisterschaft beschert. Aber das waren andere Zeiten. Noch unterentwickelte Scouting-Abteilungen bei den meisten Vereinen, keine Scheich-Geldblasen in Europa, dazu Kirch-Krise, zudem BVB fast pleite, bei Bayer wurden die Mittel für den Fußball heruntergefahren, bei VW wurden sie erst etwas später hochgefahren und es gab noch keine Mateschitzes oder Hopps in der BL.
Unter den jetzigen Umständen ist das für Werder bedeutend schwieriger. Ganz sicher hat Kohfeldt ein Mitspracherecht bei Transfers. Und über Rashica würde ich nach 3 Einsätzen noch nicht den Stab brechen wollen. Ein Transfer, der eigentlich zu Kohfeldts Plan A passt, über die Außen dieses Tempo aufzunehmen. Auch Bartels ist nur einer, der sich ganz wenig am eigentlichen Spiel beteiligt und irgendwann mit Ball losrennt, im Prinzip dummer Fußball, er ist aber eben auch einer, der das gewisse Gespür dafür hat, wann, wohin und in welche Räume. Und das muss Rashica erst lernen. Die fußballerischen Mittel dazu hat er.
Interessanter erscheint mir Kohfeldts Plan B, den wir auch schon sehen konnten und den ich als wichtigeren Entwicklungsschritt einordne, den zu sinnhaftigem Ballbesitz. Genau das ist aber mit einem Mittelfeld aus Bargfrede, Junuzovic und mittlerweile auch Delaney bis hin zu Gondorf unheimlich schwer realisierbar. Heute einmal mehr deutlich zu sehen. Und das dürfte die interessanteste und heikelste Mission werden, mit geschickten Transfers ab Sommer Plan B auszubauen und annährend zu verwirklichen. Wie zum Beispiel auf die verheerende Schwäche auf der Sechserposition reagiert wird, fast schon solange ein Trauerspiel, seit Baumann selbst aufgehört hat. Wie wir generell das ZM spielerisch und spieltaktisch stärker hin bekommen. Man darf gespannt sein.