FC Zenit St. Petersburg

Zenit entlässt Advocaat - Mancini wohl Nachfolger

Moskau (dpa) - Erst im letzten Jahr von Ex-Kremlchef Wladimir Putin zum Bleiben überredet, jetzt in Ungnade gefallen: Der russische Fußball-Spitzenclub Zenit St. Petersburg hat sich von Trainer Dick Advocaat getrennt.

Die Leistung des UEFA-Cup-Siegers von 2008 sei hinter den Erwartungen des Vorstands zurückgeblieben, seit sich der Niederländer entschieden hat, im nächsten Jahr Nationaltrainer Belgiens zu werden. Das teilte der Verein auf seiner Internetseite mit. Vier Ligaspiele in Serie war die Mannschaft zuletzt sieglos geblieben. Als Nachfolger von Advocaat ist der Italiener Roberto Mancini im Gespräch, der im Mai 2008 bei Inter Mailand entlassen worden war.

Advocaats Vertrag bei Zenit lief noch bis November. Die Petersburger hatte der 61-Jährige, der Anfang Juli einen Kontrakt als Trainer der belgischen Nationalelf zum 1. Januar 2010 unterschrieb, 2007 zur ersten Meisterschaft seit 23 Jahren geführt. 2008 gewann die Mannschaft unter seiner Regie den UEFA-Pokal und schaltete auf dem Weg ins Finale Bayer Leverkusen und Bayern München aus. Zuletzt schwächte der Verkauf der Leistungsträger Anatoli Timoschtschuk (FC Bayern München), Pawel Pogrebnjak (VfB Stuttgart) und Andrej Arschawin (Arsenal London) das Team erheblich.

Vorerst leitet Nachwuchstrainer Anatoli Dawidow das Training. Zu dem Wechsel hatte sich der Vorstand nach der 0:2-Heimniederlage von St. Petersburg gegen Tomsk entschieden. Advocaat, der seit 2006 in Russlands zweitgrößter Stadt tätig war, hatte nach dem Spiel zu einer möglichen Entlassung gesagt, wichtig seien «Schritte, die der Mannschaft helfen». Zenit, das dem Energieriesen Gazprom gehört, belegt nach 17 Spieltagen in Russland den siebten Platz in der Liga - mit zehn Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Rubin Kasan.

Der bei den Zenit-Fans beliebte Advocaat wollte bereits im vergangenen Jahr wegen «Heimweh» in die Niederlande zurückkehren, wurde aber von Putin zum Bleiben überredet. Das Verhältnis zwischen dem Zenit-Vorstand und Advocaat, der 2004/05 für sechs Monate den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach trainierte, galt jedoch seit einigen Wochen wegen eines Streits über die Transferpolitik von Sportdirektor Igor Kornejew als zerrüttet. Nach seiner Kritik an dem Ex-Nationalspieler war Advocaat beim Lieblingsclub von Kreml-Chef Dmitri Medwedew, der aus St. Petersburg stammt, in Ungnade gefallen.

http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/687937
 
Schon ekelhaft was da mitlerweile an Spielern rumläuft.. Hulk & Witsel spielen da sicher auch nur weil die russische Liga so attraktiv ist.
 
Also bei St. Petersburg kann ich es noch halbwegs verstehen, dass man dort spielt. Die Stadt ist wunderschön. Dazu noch massenweise Kohle. Da gibt es schlechtere Orte. Kazan oder Wolfsburg zum Beispiel. :D
 
Die russische Liga ist auch gar nicht schlecht - im Gegenteil. Sportlich besteht nur die Gefahr, evtl. aus dem europäischen Fokus zu rücken.
 
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