Wenns nach (angeblich) gesetzwidrigen Vorfällen bei Bundesligisten geht, die jemals bei Vereinen festgestellt wurden, dann sind wohl samt und sonders alle aktuell großen Bundesigaklubs zu Unrecht in der Bundesliga.
Das Nachlizensierungsverfahren - so wie ich es sehe und "zwischen den Zeilen" rauslese - ist ein Standardverfahren. Natülich wird da von der Sensationspresse dann plötzlich ein "Lizenz in Gefahr" Szenrio aufgemacht, weil sich so Zeitungen verkaufen lassen. Unverhohlen wird damit der niedere Instinkt angesprochen ("Gerade denen gönne ichs, weil.......!") und zu klingende Münze gemacht.
Wir Werder Romantiker - wie Mr. Ed uns nennt (und ich uns auch schonmal titulierte, weis nicht mehr wer zuerst dmit anfing) - sollten nicht auf Dinge ständig verweisen, die mal vor x Jahren passierten (Ailton, Kristajic). Vor xx Jahren haben wir jeden halbwegs passablen Schalker an die Weser geholt (u.v.a.: Soya, Jagielski. Und Matischak z.B. wude unter noch dubioseren Umständen an die Weser gelotst als Ailton/Krstajic zu Schalke!) - das gleicht sich über all die Jahre aus. Jahre an denen uns die Lizenz nur von Spieltag zu Spieltag gegeben wurde gabs in den Siebzigern genug.
Das wir gerade in dieser Saison einen Etat haben der Spitz auf Knopf genäht ist - das ließ unsere Transferpolitik doch glasklar erkennen.
Der Vorschlag der Schalker kommt zu einem "komischen Zeitpunkt" - okay - daß er " im Grunde okay ist" wird auch gesagt. Objektiv ist er also okay aber weil er aus Schalke kommt, muß er dann schlecht sein?
Und wenn ein Standardnachlizenzierungsverfahren einberaumt wird, das auch 19 weitere Klubs betrifft, ist nur Schalke dann pleite?
Dieses Verfahren betrifft die laufende Saison und die Transferüberschüsse bzw. Finanzierung einer etwaigen Transferunterdeckung - mit anderen Worten: Da wird nicht ein komplettes Lizenzverfahren angestrengt. Sondern da muß gesagt werden wo das Geld für Transfers herkam oder wie eine Lücke finanziert wird.
Dieses Verfahren betraf seit seiner Einführung 2006 in jedem Jahr 20 Vereine.
Vielmehr als objektiv darüber geredet wird unverhohlen das Feindbild gepflegt "Siehst, Schalke! Ich habs immer gewußt! Und weil das und das gewesen ist, kann ich die nicht ab und gönn denen das!"
Das kann man so machen - und ich glaube diese Denke ist signifikant für Werderfans - die sich als Fans vor allem deswegen für Werder positionieren, weil Werder "ehrliche Vereinspolitik betreibt", "finanziell gesund" sind und "sympathisch" sind - weniger die sportlichen Meriten als diese aufgezählten Dinge werden oft von den Fans hochgehalten.
Dagegen steht - und man darf es als Hardcore Werderaner ins Feld führen - das wir nicht wissen ob unser Verein auf tönernen oder steinernen Füßen steht.
Für mich ist also "das was raus kommt": die sportliche Seite der wichtigere Teil.
Und da dann - Vergleich sportlicher Erfolg Schalke vs. Werder - gegen Schalke gern gesagt wird: "Die haben sich das alles auf Pump erkauft und stehen deswegen zu Unrecht da" - das sind für mich Augenwischereiaussagen.
Werder hat es schon so gemacht (ins Obligo gehen für ne Traummannschaft) und könnte es genauso machen wie alle Vereine, denen wir Werderfans vorwerfen, daß sie auf Pump arbeiten. Das Werder es nicht macht, ist ne völlig andere Sache.
Deswegen im Vorfeld dieser Untersuchungen seitens der DFL und wegen Zeitungen, die heute Schalke loben und morgen abkanzeln und umgekehrt, halte ich für nicht angemessen. Wie schon einmal gesagt, da ist wohl viel Feindbild-Pflege dabei.
Das Schalke sich gerade umstrukturiert, und vielleicht auch muß ist dem Anschein nach offenkundig. Dabei wünsche ich S04 alles Gute. Und das wir einen sportlichen Gegner wie Schalke benötigen - genau wie unsere anderen Lieblingsfeindbilder HSV, Bayern, Hannover etc.pp - das ist m.E. unbestritten. Wenns Schalke nicht gäbe müßte man den Klub SOFORT gründen.
S04 gehört zur BundesligaFolklore einfach dazu - (mehr als Saarbrücken und Münster, wenn jetzt gleich die "Schlaumeier" kommen und die Gründungsvereine der BuLi ins Feld führen: "Dann die aber auch!"

) auch wenn man sich dafür nicht viel kaufen kann und man sich darauf nicht ausruhen darf.