Also schon mal im voraus Strafen für "zu hohe Verbindlichkeiten" oder "nicht vorhandener Mitteln" aussprechen und dann hinterher feststellen, ob sie berechtigt waren? Das wäre radikaler Blödsinn und rechtlich überhaupt nicht zu halten.
Entweder hat der Redakteur der 11-Freunde nicht nachgedacht, oder er will noch mal kurz das Sommerloch stopfen. Oder beides.
Ich bin grundsätzlich ja für schärfere Lizenzvorschriften. Es reicht aber nicht aus, diese nur für die Buli anzusetzen. Das führt erst recht zu einer Wettbewerbsverzerrung im internationalen Vergleich.
Und generell: Wer diese Verschärfung nur an den Verbindlichkeiten oder nicht vorhandene Mittel festmacht, hat keine Ahnung von der Wirtschaftswelt. Da müssen andere Messkriterien her, die auf positive Jahresergebnisse und vor allem Nachhaltigkeit ausgelegt sind.
Ich kann meine Verbindlichkeiten um 10% senken, in dem ich 10% meiner Vermögenswerte verkaufe. Das nennt sich dann Bilanzkürzung, hat aber mit dem wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens nichts zu tun.
Bevor diese Diskussion (die im Kern ja richtig ist) wieder in diese Richtungen ausarten, sollte man sich erst einmal Gedanken machen, worüber man spricht.
Bei Schalke werden die Dinge immer unnötig verkompliziert, um z.B. zu verschleiern.
Ein Fussballverein ist ist kein 100% Wirtschaftsunternehmen.
Primär sollte der sportliche Aspekt im Vordergrund stehen.
Die Habenseite der Clubs die oft angeführt wird, ist nicht ganz korrekt.
Ein Stadion für 500Mio ist im Falle einer Insolvenz fast gar nix mehr wert, da es dann überwiegend nur noch Kosten produziert. Also kann es bei Kreditvergaben auch eig nicht als Sicherheit gewertet werden.
Ebeso der Grossteil des Vereinsgeländes.
Die Manschaft und deren Marktwert resultiert zum grössten Teil aus dem gegenseitigen Überbieten der grössten Schuldenproduzenten. Kaum ein Verein bezahlt diese Werte ohne selber neue Schulden zu machen.
Alles in allem entsteht hier eine riesige Blase, die nach Aussage einiger Bayernfunktionäre ja durchaus platzen kann und langfristig gesehen die Existenzen der Vereine gefährden kann.
Ohne Fussballbetrieb hätte der FC Schalke ja fast nix mehr an Gegenwert was eine Schuldenhöhe von über 200Mio rechtfertigen dürfte.
Schon gar nix was einen günstigen Zinssatz rechtfertigen würde, der auch in die Bilanzen einfliesst.
Die Kreditrückzahlung erfolgt z T. aus Einahmen, die nur gegeben sind, falls der sportliche Erfolg gesteigert wird und über die Kreditlänge anhält.
Die reine "Wirtschaftswelt" wie sie z.B. im Maschinenbau existiert, hat doch mit Fussball nur sehr bedingt zu tun. Deswegen hinkt der Vergleich auch.
In der freien Wirtschaft hätte man den Laden längst dicht gemacht. Bzw würde niemandem einen Kredit geben, damit er damit zocken kann.