Vorweg:
Ich verabscheue jede Gewalt oder Dinge, die die Gefahr von Gewalt mit sich bringen bzw. diese auslösen könnten.
Trotzdem gibt es zwei Dinge zu beachten.
1. Welche Rolle spielt der DFB/die DFL?
Der DFB hat Kollektivstrafen abschaffen wollen.
Kollektivstrafen entstammen einer Zeit, die wohl keiner je wieder haben möchte.
Will sie dann der DFB?
Wohl kaum.
ABER:
Er verhängt sie!!!!
Der DFB handelt ohne jewede Rechtsgrundlage, wenn er geschätzt >80% der Fans unter Generalverdacht stellt und über sie den Scharfrichter spielt.
Der DFB hat keine judikative und exekutive Gewalt.
Diese obliegt dem Rechtsgefüge eines Staates.
Wenn also, sagen wir einmal <20% Chaoten bzw. Kriminelle Spiele abartig stören, dann ist es heutzutage keine große Mühe, die auszumachen.
Vorausgesetzt sie haben gegen Gesetze verstoßen, gehören sie bestraft.
Durch die staatlichen Justizorgane und NICHT durch den DFB.
Anderes ist anmaßend und gesetzlich illegal, zudem wenn Unbeteiligte ausgeschlossen, Kollektivstrafen verhängt werden.
Etwas anderes ist es, wenn Vereine ihr Hausrecht wahren.
Egal, ob nur gegen auffällige Fans, Randalierer oder gar Kriminelle.
Egal, ob gegen bestimmte Ultra-Gruppierungen (denn auch die sind nicht alle über einen Leisten zu scheren).
Die Rolle des DFB ist in noch einem anderen Punkt mehr als grenzwertig.
Jeder der dortigen Verantwortlichen sollte wissen, was sie mit der erneuten Verhängung von Kollektivstrafen auslösen.
Nämlich genau einen solchen Zusammenschluss der Hardliner aller Vereine, wie es jetzt geschieht.
Der DFB handelt nicht deeskalierend sondern bereitet dem, was jetzt passiert, quasi den Nährboden.
2. Im Fußballsport gibt es seit vielen Jahrzehnten eine "gröbere Sprache" als im "normalen Leben".
Ein Kahn, besonders ein Hoeneß wurden jahre- bzw. jahrzehntelang übelst beschimpft.
Reaktion der Gesellschaft= NULL!
Reaktion des DFB=Null.
Da durften Bananenschalen auf den NM-Torhüter geworfen werden und anderes mehr.
Jetzt urplötzlich wird jedoch das Wohl und Wehe eines Einzelnen, eines Geldgebers auch für den DFB, eine Milliadärs, in den Vordergrund solcher Dinge gestellt und teils Unbeteiligte in Strafen mit einbezogen.
Nichts, wirklich nichts berechtigt, diese Geschichte mit dem Fadenkreuz gegen Hopp.
Nichts der vielen anderen Dinge sind zu rechtfertigen.
Fakt ist aber auch, dass Hopp als Mann der Öffentlichkeit mehr aushalten muss, als der "gemeine" Bürger.
Bei jedem, der in der Öffentlichkeit steht, verschieben sich da, ob zu recht oder unrecht, ganz einfach Grenzen.
Hopp wäre, unabhängig der Erfolgsaussichten, gut beraten gewesen, den Dialog zu suchen.
Stattdessen handelt er, wie zu sehen.
Wieviele Mal hätte da Hoeneß so reagieren können?
Auch, wenn es aus persönlicher Sicht jedem sein Recht ist, individuell zu handeln, ist Hopp's Vorgehen zumindest unklug.
Ich befürchte, dass mit dem Handeln des DFB eine Lawine losgetreten wurde, an deren Anfang wir erst stehen.
In der gegenwärtigen Zeit, in der Moral und Anstand immer weniger werden, sowohl Gewalt und Rücksichtslosigkeit in der gesamten Bandbreite in unserer Gesellschaft Einzug halten, wird diese Entwicklung kaum aufzuhalten sein.
Ausgelöst durch windige, vorbildlose Politiker und eben dem DFB.
Abschließend noch eine Anmerkung.
Ich frage mich immer wieder, wie quadratmetergroße Plakate und Banner, Schweinsköpfe, etc., in de Stadien gelangen.
Schauen da Mitarbeiter von Security-Firmen weg, weil sie der Szene angehören?
Getrauen sich die Vereine dann nicht diese Firmen zu wechseln oder ist das Ganze nur noch ein einziger Sumpf?
Ich erwarte hier noch einiges an Ungemach.
Hoffentlich liege ich da falsch.
Und hoffentlich statiert dieser Scheiß-DFB nicht an einem "kleinen Verein" ein übles Exemble.