Die Ausstiegsklauseln sind in Spanien Pflicht. Dort werden zum Teil astronomische Summen festgelegt, um zu zeigen: Du bleibst bei uns.
In Bremen gab es Ausstiegsklauseln auch schon unter Allofs, die waren nur noch nicht festgeschrieben. Diego hat zum Beispiel verängert und ihm wurde gesagt, dass bei interessanten Angeboten über alles gesprochen werden kann. So konnte Bremen eine höhere Ablösesumme (qua Vertragslaufzeit) erzielen und Diego mehr Gehalt erreichen. Und die Fans waren bei der Vertragsverlängerung auch glücklich.
Heute stehen Ausstiegskauseln im Vertrag. Sie geben dem Spieler die Sicherheit, dass bei einem Leistungsschub ein Wechsel nicht am bisherigen Verein scheitern. Der Verein hängt gleichzeitig ein Preisschild an den Spieler, das anderen Vereinen signalisiert, dass sie unter diesem Betrag gar nicht erst anzufragen brauchen. Wenn ein Spieler für den Verein interessant bleibt, weil er sich gut entwickelt, ist die Ausstiegsklausel für den Spieler auch ein Mittel, um frühzeitig den Vertrag zu verbessern, indem beispielsweise die Ausstiegsklausel "abgekauft" wird oder frühzeitig der Vertrag zu besseren Konditionen verlängert und mit einer anderen Ausstiegsklausel versehen wird.
Ob die Ausstiegsklausel im aktuellen Fall in der benannten Höhe sinnvoll ist, ist schwierig zu beurteilen. Ich halte sie nicht für unangemessen niedrig. Letztlich ist es immer eine Wette auf die Zukunft. Wenn man sich die Werte auf transfermarkt.de ansieht, sind in unserem aktuellen Kader nur zehn Personen, die einen Marktwert von 5 Mio. € oder mehr haben. Von den Spielern, die 25 Jahre alt oder jünger sind, sind es nur drei. Von den Spielern, die so alt sind wie Dinci hat niemand einen Wert von 5 Mio. € oder mehr. Auch Dincis Wert lag bei Werder maximal bei 1 Mio. €. Deutlich gestiegen ist er erst bei Heidenheim. In der gesamten Bundesligageschichte hatte Bremen erst 26 Abgänge, die mindestens 5 Mio. € eingebracht haben und nur 10, die 10 Mio. € oder mehr eingebracht haben.