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Mick_666
Guest
Dass es bei einem solchen Transfer um sehr viel mehr geht, sollte aber eigentlich jedem klar sein.
Richtig. Vom Bezug zu Werder, seiner Identifikation mit dem Verein, der Tasache, aus dem eigenen Nachwuchs zu stammen (und damit nebenbei eine nicht unbedeutende Local-Player-Rolle zu spielen), ausserdem, dass er mE allen Unkenrufen zum Trotz ein richtig Guter ist und von der Entwicklung an den Beispielen der Vorgänger Herzog, Frings, Pizarro her gesehen, macht eine Borrowski-Rückkehr natürlich Sinn.
Es bleibt aber immer noch die Frage nach der derzeitigen Verwendbarkeit im Bremer System (welches auch immer TS bevorzugen wird) offen, was eine bedeutendere Rolle spielen dürfte als irgendeine Ablösesumme.
Wenn Werder ihn für 3 Millionen kauft und Boro für reduzierte Bezüge bei uns spielt, kommt das unseren Verein sehr viel billiger als ein ablösefreier Borowski, der hier auf hohem Niveau verdient.
Aber genau das ist ja die Kernfrage. Ist Boro nicht letztendlich deswegen zu den Bayern gegangen, weil er sich vorher mit Werder gehaltstechnisch nicht einigen konnte? Warum sollte er nun reduzierte Bezüge akzeptieren? Weil er ein Jahr Bankdrücker-Dasein genossen hat? Schwer zu sagen.
Man müsste Borowski nicht in einen 6er verwandeln, weil er diese Position während seiner gesamten Zeit im Nachwuch- und Amateurbereich bei Werder, aber auch beim DFB gespielt hat.
Um später festzustellen, dass er diese 6er Anforderungen nur bedingt erfüllen kann. Im übrigen wurde er in der A-Elf fast ausschließlich als zentrale offensive Alternative gesehen, warum wohl?
Im Gegenteil, Borowski ist éin Spieler, der das Spiel beschleunigen kann. Er war einer der Spieler, die den "one-touch-Fußball" zeitweise bei Werder nahezu zur Perfektion gebracht haben.
Nur war das zu selten. Im Meisterjahr rückte er in den - glaube ich - letzten 8 Spielen auf die Halbposition, weil Lizstes sich das Kreuzband gerissen hatte. Da fügte er sich, das ist wohl war, nahtlos in ein funktionierendes Team ein. Und in den beiden Jahren mit Diego gehörte auch er nicht zu den Akteuren, die sich neben dem Brasilianer unbedingt aufdrängten, eine zentrale Rolle auszufüllen, obwohl er die 10 ggflls. sehr gut, auch im Sinn des One-Touch - und da gebe ich Dir recht - hätte ausfüllen können. Aber Fähigkeiten wie ein Spiel lesen und schnell die richtige Entscheidung auf dem Platz treffen zu können oder Räume zu schaffen durch entsprechend geschicktes Verschieben sind mir bei ihm weniger in Erinnerung. Dazu kamen dann mangelnde Beweglichkeit und unterentwickeltes Zweikampfverhalten. Ergo ein Akteur, der auf BL oder internationalem Niveau die Rolle des 6er mMn höchstens bedingt als Notlösung spielen kann. Wie auf den Halbpositionen, wo ihm genannte Defensiv-Schwächen zu schaffen machen. Ich sehe seine Rolle optimal in der Raute am ehesten auf der 10 oder in einem anderen System auf einer offensiven Halbposition. Und da sind wir derzeit nicht so schlecht besetzt (Özil, Marin, Jensen, Hunt).
Borowski war, auch in schlechten Zeiten, zumeist einer der Spieler bei Werder, die den größten Aktionsradius hatten.
Und das war wann? Würde mich brennend interessieren....


