Alles muss raus aus der alten Westkurve
Weserstadion: Toiletten und Kioske sind nur noch Schutt / Umbau fordert Statiker / Arbeiten bis Weihnachten
Von Volker Junck
Bremen-Peterswerder. Es ist alles eine Frage des Gleichgewichts - sowohl bei Werder als auch im Weserstadion. Doch während der Bundesligist die sportliche Balance mit vielen Unwägbarkeiten auspendeln muss, lässt sie sich beim Umbau der Spielstätte wenigstens genau berechnen, wenngleich auch reichlich kompliziert für den Rückbau der Westkurve.
"So ein Stadion ist ja ein ziemlich komplexes statisches Gebilde", erklärt Projektsteuerer Wilfried Rehling von der Bremer Weser-Stadion Gesellschaft (BWS) die Sache mit dem Gleichgewicht. Wenn auf der einen Seite Gewicht weggenommen wird, muss auf der anderen Seite eine Gegenkraft wirken. Das passiert im Augenblick bei der bisherigen Westkurve: Weil drinnen die mächtigen Dachbinder gekürzt werden, sind draußen 14 Absteifungen verankert. Mit gewichtigen Betonfundamenten und Bohrpfählen zwölf Meter tief im Boden halten sie die grob S-förmigen Dachbinder im Lot. Ein Messtrupp kontrolliert ständig das statische Gleichgewicht im Millimeterbereich und setzt hydraulische Pressen zum Ausgleich an.
Die stählernen Versteifungen an der Straße sind somit keine Träger für die Solaranlage, wie viele Passanten vermuten, sondern verschwinden wieder, sobald die neue Westtribüne steht. Sie wird an den Spielfeldrand herangerückt und neu bedacht.
Ein bisschen komisch sieht es derzeit schon aus: Die Flutlichtmasten auf den gekappten Trägern - unten filigran und oben massig. Ursprünglich sollten die Betonmasten für ein umlaufendes Lichtband am neuen Dach verschwinden, doch dann wurde das gesamte Projekt von über 80 auf 60 Millionen Euro abgespeckt. Ohne dritten Rang, dafür aber mit den alten Masten.
Alles muss raus aus der alten Westkurve. Toiletten und Kioske sind nur noch Schutthaufen. Die orthopädische Praxis ist an die Schwachhauser Heerstraße gezogen, Sporthep und Privatpraxis von Werder-Doktor Götz Dimanski haben sich im Klinikum Links der Weser angesiedelt. Gerade schleppen Mitarbeiter der Bremer Firma Elektro-Strohschein Monitor um Monitor der Videowand zum Entsorgungs-Container.
Die BWS hat die riesige Wand aus 220 Elementen weltweit wie Sauerbier angeboten. "Doch niemand wollte dafür etwas bezahlen", bedauert Wilfried Rehling. Nun ist die elektronische Tafel, auf der so viele schöne Werder-Tore angezeigt wurden, nur noch Elektroschrott, wie auch die kilometerlangen Kabel und Leitungen. "Da lässt sich nichts mehr verwerten," meint BWS-Manager Rehling.
Wiederverwendet werden dagegen die mobilen Stahltribünen der unteren neun Sitzplatzreihen. Arbeiter nehmen sie auf dem Parkplatz auseinander und fügen die Kurventeile für die Westseite zusammen. Aus Tortenstücken werden gerade Reihen. Die Tribünen bleiben auch künftig beweglich, das schafft 8000 zusätzliche Plätze für Popkonzerte oder andere Großveranstaltungen im Innenraum. Für das runderneuerte Stadion mit seinem futuristischen Mantel aus Sonnenkollektoren rechnet die BWS mit vermehrten Buchungen aus dem nicht-fußballerischen Bereich, sodass sich das Hin und Her von Tribünen lohnt.
Noch ist es nicht soweit. Bis zum ersten Bundesliga-Heimspiel der neuen Saison Anfang August wird nur der unterste Besucherrang aus Stahltribünen fertig. Zum dritten Spieltag folgt der Unterrang und ab September werden dann die Beton-Fertigteile für den Oberrang eingehoben.
Das alles geht nicht ohne Beeinträchtigungen beim Tennisclub Rot-Gelb ab. Doch nach einigen Hakeleien haben sich die beiden ungleichen Nachbarn arrangiert. Nach der Verlegung von vier Tennisplätzen auf BWS-Kosten um fünf Meter stellt Rot-Gelb gegen Entgelt seinen fünften Platz als Lagerfläche zur Verfügung und ab September noch einmal einen weiteren Court für den großen Kran zum Einheben der Betonteile.
Ab November beginnt die Montage der Voltaik-Anlage und Weihnachten soll schließlich die gesamte Westkurve fertig sein. In der Bundesliga-Pause nächsten Jahres ist dann die Ostkurve nach dem gleichen Prozedere dran.
Quelle Weserkurier 27.05.2009
Weserstadion: Toiletten und Kioske sind nur noch Schutt / Umbau fordert Statiker / Arbeiten bis Weihnachten
Von Volker Junck
Bremen-Peterswerder. Es ist alles eine Frage des Gleichgewichts - sowohl bei Werder als auch im Weserstadion. Doch während der Bundesligist die sportliche Balance mit vielen Unwägbarkeiten auspendeln muss, lässt sie sich beim Umbau der Spielstätte wenigstens genau berechnen, wenngleich auch reichlich kompliziert für den Rückbau der Westkurve.
"So ein Stadion ist ja ein ziemlich komplexes statisches Gebilde", erklärt Projektsteuerer Wilfried Rehling von der Bremer Weser-Stadion Gesellschaft (BWS) die Sache mit dem Gleichgewicht. Wenn auf der einen Seite Gewicht weggenommen wird, muss auf der anderen Seite eine Gegenkraft wirken. Das passiert im Augenblick bei der bisherigen Westkurve: Weil drinnen die mächtigen Dachbinder gekürzt werden, sind draußen 14 Absteifungen verankert. Mit gewichtigen Betonfundamenten und Bohrpfählen zwölf Meter tief im Boden halten sie die grob S-förmigen Dachbinder im Lot. Ein Messtrupp kontrolliert ständig das statische Gleichgewicht im Millimeterbereich und setzt hydraulische Pressen zum Ausgleich an.
Die stählernen Versteifungen an der Straße sind somit keine Träger für die Solaranlage, wie viele Passanten vermuten, sondern verschwinden wieder, sobald die neue Westtribüne steht. Sie wird an den Spielfeldrand herangerückt und neu bedacht.
Ein bisschen komisch sieht es derzeit schon aus: Die Flutlichtmasten auf den gekappten Trägern - unten filigran und oben massig. Ursprünglich sollten die Betonmasten für ein umlaufendes Lichtband am neuen Dach verschwinden, doch dann wurde das gesamte Projekt von über 80 auf 60 Millionen Euro abgespeckt. Ohne dritten Rang, dafür aber mit den alten Masten.
Alles muss raus aus der alten Westkurve. Toiletten und Kioske sind nur noch Schutthaufen. Die orthopädische Praxis ist an die Schwachhauser Heerstraße gezogen, Sporthep und Privatpraxis von Werder-Doktor Götz Dimanski haben sich im Klinikum Links der Weser angesiedelt. Gerade schleppen Mitarbeiter der Bremer Firma Elektro-Strohschein Monitor um Monitor der Videowand zum Entsorgungs-Container.
Die BWS hat die riesige Wand aus 220 Elementen weltweit wie Sauerbier angeboten. "Doch niemand wollte dafür etwas bezahlen", bedauert Wilfried Rehling. Nun ist die elektronische Tafel, auf der so viele schöne Werder-Tore angezeigt wurden, nur noch Elektroschrott, wie auch die kilometerlangen Kabel und Leitungen. "Da lässt sich nichts mehr verwerten," meint BWS-Manager Rehling.
Wiederverwendet werden dagegen die mobilen Stahltribünen der unteren neun Sitzplatzreihen. Arbeiter nehmen sie auf dem Parkplatz auseinander und fügen die Kurventeile für die Westseite zusammen. Aus Tortenstücken werden gerade Reihen. Die Tribünen bleiben auch künftig beweglich, das schafft 8000 zusätzliche Plätze für Popkonzerte oder andere Großveranstaltungen im Innenraum. Für das runderneuerte Stadion mit seinem futuristischen Mantel aus Sonnenkollektoren rechnet die BWS mit vermehrten Buchungen aus dem nicht-fußballerischen Bereich, sodass sich das Hin und Her von Tribünen lohnt.
Noch ist es nicht soweit. Bis zum ersten Bundesliga-Heimspiel der neuen Saison Anfang August wird nur der unterste Besucherrang aus Stahltribünen fertig. Zum dritten Spieltag folgt der Unterrang und ab September werden dann die Beton-Fertigteile für den Oberrang eingehoben.
Das alles geht nicht ohne Beeinträchtigungen beim Tennisclub Rot-Gelb ab. Doch nach einigen Hakeleien haben sich die beiden ungleichen Nachbarn arrangiert. Nach der Verlegung von vier Tennisplätzen auf BWS-Kosten um fünf Meter stellt Rot-Gelb gegen Entgelt seinen fünften Platz als Lagerfläche zur Verfügung und ab September noch einmal einen weiteren Court für den großen Kran zum Einheben der Betonteile.
Ab November beginnt die Montage der Voltaik-Anlage und Weihnachten soll schließlich die gesamte Westkurve fertig sein. In der Bundesliga-Pause nächsten Jahres ist dann die Ostkurve nach dem gleichen Prozedere dran.
Quelle Weserkurier 27.05.2009




ich saß im Block 1.1 weiter oben und habe so gut wie nix verstanden, musste mich schon richtig ansträngen und meine Sitznachbarn waren meiner meinung, also da ist die Akustik im Weserstadion wirklich um einiges besser...!!