Für die Zuschauer erhofft sich Marketingdirektor Oliver Rau mehr Service, für den Verein mehr Einnahmen. In den Stadien, die schon länger mit entsprechenden Chipkarten arbeiten, stiegen die Umsätze durch das bargeldlose Bezahlen um 20 bis 25 Prozent. Und die neue Regelung gilt nicht nur für die Gastronomie im Stadion selber - auch an den Bierbuden auf dem Kassenvorplatz wird Bargeld künftig nicht mehr akzeptiert. Einzige Ausnahme wird der Gästebereich sein: Die Auswärtsfahrer müssen weiter bar zahlen. Das hat rein praktische Gründe: Für sie als einmalige Besucher des Weserstadions sei die "Werder-Card" kontraproduktiv, sagt Mediendirektor Tino Polster.
Um möglichst großen Service für den Fan ist Werder Bremen dabei sichtlich bemüht. So gibt es die "Werder-Card" nicht nur im Ticketcenter, sondern auch an den Spieltagen direkt vor Ort im Stadion. Auf die Karte kann der Zuschauer bar, per EC- oder Kreditkarte jeden gewünschten Betrag zwischen fünf und 150 Euro laden. Dafür gibt es am und im Stadion über 40 sogenannte "Aufwertstationen", wo das Geld auf den Karten gutgeschrieben wird. Beim Kauf von Bier und Wurst im Stadion wird dann der entsprechende Betrag abgebucht - ganz im Stile einer Kreditkarte.
Die "Werder-Card" ist nicht personalisiert und kann beliebig weitergegeben werden. Und wenn nach Abpfiff noch Guthaben übrig ist, kann man dies entweder für den nächsten Stadionbesuch auf der Karte lassen, oder es sich vor dem Stadion an den Tageskassen auszahlen lassen. Diese sollen bis "mindestens eine Stunde" nach Spielende geöffnet haben, versichert Klaus Filbry, Geschätsführer Marketing, Management und Finanzen. Aufladen lässt sich die "Werder-Card" auch online über die Vereinshomepage - das erspart dann am Spieltag den Gang zur Aufwertstation. In Zukunft soll es laut Filbry auch die Möglichkeit geben, per Handy Geld auf die Karte zu überweisen. Zwei Jahre soll diese gültig sein, zwei weitere Jahre lang kann der Inhaber sich anschließend noch sein Guthaben auszahlen lassen.