...aber nur ohne Oberrang und OpenAir, denn der Borussia-Park hat 87 Mio Euro gekostet. Dazu ist er "dank" fehlender Fassade mMn eines der häßlichsten Stadien der Bundesliga und bietet weder so viele Logenplätze noch so viel ausgebaute Nutzfläche in bzw. hinter den Tribünen.
Ich verstehe nicht ganz, wie man das renovierte Weserstadion als "häßliches Viereck" bezeichnen kann... natürlich sind Geschmäcker verschieden, aber ich finde die Fassade sehr gelungen, und die Flutlichtmasten sind vor allem bei Abendspielen ein absolutes Highlight. Dazu haben wir im Gegensatz zu vielen Neubauten eine erste Reihe, die richtig dicht am Spielfeld ist und bis zum Boden geht. 76 Millionen sind natürlich viel Geld, aber ein nicht unerheblicher Teil davon kommt ja auch von EWE und steckt als Werbeträger in Dach und Fassade. Stuttgart hat in zwei neue Hintertortribünen 60 Mio investiert, ohne ein vollständig neues Dach bauen zu müssen. Sogar Nürnberg hat 2005 stolze 56 Mio Euro in die Renovierung des Stadions gesteckt - und das, ohne ein reines Fussballstadion mit zwei komplett neuen Tribünen oder eine geschlossene Fassade zu bekommen.
In unsere alte Betonschüssel bin ich zwar auch gerne gegangen, aber wiederhaben möchte ich sie nicht. Und was die Lage betrifft, würde ich höchstens mit St.Pauli tauschen wollen
Vielen Dank dass Du Dinge wiederholst, die hier sowieso schon x Mal erläutert wurden.
Umbauten mit entsprechenden Erschwerungen durch die vorhandene Bausubstanz sind ohnehin nicht mit Neubauten zu vergleichen, was die Kosten angeht.
Darüber hinaus kann man das Weserstadion wohl kaum mit den meisten Neubauten vergleichen, da sie oftmals wirklich nur "nackte" Stadien bieten, bei denen man von Außen nur Stahlträger und Betontribünen sieht.
Das Weserstadion hat sich nun zumindest von außen vom Flickwerk verabschiedet und bietet zudem
- ein integriertes Internat
- einen ansprechenden Fanshop
- Räumlichkeiten für Fan-Organisationen
- Tagungsräume
- den Ostkurvensaal als Treffpunkt
- das Wuseum
- Leichtathletikhalle
- Aufwärmbereiche
- vermietbare Büroflächen
- Arztpraxen
- Reha-Möglichkeiten
- Gastronomie
- VIP-Bereiche, die auf dem neuesten Stand sind
[...]
Bei einem bezahlbaren Neubau auf der grünen Wiese hätte man viele dieser Möglichkeiten mit Sicherheit nicht, zumal viele dieser Dinge noch Erträge generieren können. Zusammen mit dem erweiterten VIP-Bereich und der PV-Anlage lässt das m.E. die Investition in einem anderen Licht erscheinen, da sie sich definitiv amortisieren wird.
Ich erinnere in dem Zusammenhang mal auf die Gegenüberstellung von VIP-Einnahmen und durchschnittlichen Einkünften aus herkömmlichen Sitzplätzen, die vor langer Zeit mal hier vorgenommen wurde. Da wurde anhand damals veröffentlicher Ticketpreise mal gegenübergestellt, wieviele durchschnittliche Sitzplätze man benötigt hätte, um die Mehreinnahmen durch die zusätzlichen Logen erzielen zu können.
Im Ergebnis waren das knapp 10.000 Plätze, die hierfür erforderlich gewesen wären. Diese Rechnung geht aber nur mit ausverkauftem Haus auf, was angesichts der jüngsten sportlichen Situation wohl nicht zu realisieren gewesen wäre.
Da kann man sich direkt die Frage stellen, was wohl weniger riskant gewesen wäre: die von vielen geforderte Erhöhung auf 50-55 Tsd. Plätze, oder der realisierte Umbau mit zusätzlichen Logen und weiteren Etragsmöglichkeiten?!
Auch wenn die Beibehaltung der Kapazität nicht im Sinne vieler wartender Fans ist, so ist die gewählte Lösung unter rechnerischen Gesichtspunkten nachvollziehbar und vor allem weniger risikobehaftet.
Und was die Optik angeht:
das ist nun wirklich Geschmackssache.
Von außen habe ich persönlich nichts mehr zu meckern, das ist für mich ein Schmuckstück.
Dafür ist von innen nun Stückwerk entstanden. Hätte man das beheben wollen, dann hätte man für teures Geld die Oberränge der Geraden mitmachem müssen und zudem eine andere Variante für das Dach finden müssen. Die Finanzierung für den Mehraufwand hätte sich ohne weitere Sicherheiten sehr schwierig gestaltet.
Dafür haben wir nun einen kleinen Hexenkessel mit herangezogenen Hintertortribünen, was m.E. der Akustik gutgetan hat. Das konnte man das erste Mal gegen Hamburg wirklich gut erleben. Ob das mit den Stützpfeilern mit den gegebenen finanziellen Mitteln anders gegangen wäre, vermag ich nicht zu beurteilen. Sie sind aber ein berechtigter Kritikpunkt für alle betroffenen.