Irgendwas stimmt doch nicht mit ihm. Das war heute ganz schwach und die letzten 2 Monate war es anscheinend auch nicht besser. Das ist absolut nicht der diego, den ich in Bremen habe spielen sehen! Gerade in Spielen, wo es um alles ging (so wie heute) hat er bei uns meistens eindeutig stärker aufgespielt und stach heraus. Macht irgenwie auf mich den Eindruck, als wenn er sich bei juve nicht ganz wohl fühlt...
Zunächst würde ich bei dem "eindeutig stärker aufgespielt" in Bezug auf die Champions League etwas vorsichtiger sein, denn dort ist er mit Werder ebenfalls dreimal in der Vorrunde ausgeschieden, ohne Bäume auszureissen. Ich erinnere mich nur allzu gut an "Spiele, wo es um alles ging", wie in Piräus oder in Barcelona - mit ähnlicher Ausgangsposition wie gestern. Zwischendurch hat Werder - ohne Diego - gegen Real Madrid eines der besten CL-Spiele hingelegt und damals frühzeitig den UEFA-Cup klargemacht.
Er hat bei uns herausgestochen und bestimmte Spiele entschieden, weil er gelassen wurde. TS wusste, dass Diego eine Partie an sich reissen kann, wenn er alle Freiheiten hat. Auch, wenn dabei das Mannschaftsspiel auf der Strecke blieb. Nur ist letzteres genau das, was nicht viele Trainer dieser Welt ihm gönnen werden. Aadrianse in Porto tat es nicht, Ferrara tut es offensichtlich auch nicht. Weil denen die Entwicklung der Mannschaft und das strategische Zusammenspiel wichtiger ist. Nur ist Diego kein Spieler, der sich in ein taktisches Konzept pressen lässt - im übrigen haben dieses Problem sehr viele brasilianische Kicker. Bei Werder durfte er spielen, wie er wollte. Obwohl das zum Verlust der Funktionalität der Raute führte - TS wusste offensichtlich, dass es nur so mit Diego gehen kann. Denn allen taktisch-strategischen Defiziten zum Trotz war ein Diego, der sich so frei entfalten durfte, letztlich ein Spieler, der Werder in jeder Hinsicht gut zu Gesichte stand. Und nicht nur Werder - auch der gesamten Bundesliga. Diego sorgte imho zu grossen Teilen während dieser Zeit für die Vermarktung von Werder Bremen. Das hatten KATS ganz sicher in ihren Entscheidungen mit einbezogen.
Dazu passt das:
eine erklärung in den immer wieder zu beobachtenden leistungsbezogenen einbrüchen von ex spielern finde ich auch zu teilen in der aufgelösten zusammenarbeit mit thomas schaaf! denn spieler an ihr leistungslimit zu hieven ist eine seiner ganz großen stärken!

:svw_applaus: Was immer verkannt wird!
Aber:
Ich will ihn in den nächsten sechs, sieben Jahren hier auch überhaupt nicht mehr sehen. Er hat uns für einen Scheißverein, eine Scheißliga und mehr Geld verlassen, dann soll er sehen, wie er da zurechtkommt. Ich verstehe, wenn Spieler auch an ihre Karriere denken, aber dann müssen sie sich da selbst durchwursteln und nicht beim ersten Fehlversuch dahin zurückkehren, wo sie vergöttert werden. Weswegen ich inzwischen eine entsprechende Meinung von Boro habe. Guckt euch Piza an, der hat bei Bayern viele Erfolge gefeiert und spielt seine letzten fünf Jahre jetzt wieder bei uns. Weil es für ihn eine Herzensangelegenheit ist, er aber auch nicht verhehlt, dass er die Chance nutzen wollte, Geld zu machen, Titel zu gewinnen. Soweit legitim. Wenn Diego meint, es genauso machen zu müssen, von mir aus gerne. Aber das dauert dann noch knapp zehn Jahre. Bis dahin interessiert es mich recht wenig, was er macht. Obwohl ich etwas Schadenfreude nicht verbergen kann. Es war aber auch wirklich vorhersehbar.
Also das finde ich etwas ungerecht formuliert. Frings flüchtete aus München vor Magath, Pizarro erlangte beim FC Bayern nie diese Anerkennung, wurde letztlich 2007 aussortiert, der Vertrag nicht verlängert und scheiterte nachfolgend in London an Konkurrenz- und Leistungsdruck. Borowski ebenso, Herzog früher auch. Bei Ismael war der Wechsel zu den Bayern praktisch der letzte Karriereknick, den er teilweise schon vor Werder in Frankreich hatte.
Es ist eher so, wie es tsubasa sagte, dass TS es wie kaum ein anderer versteht, Qualität rauszukitzeln. Das allerdings auch nur, weil das unhektische Umfeld in Bremen ihn lässt.
Von daher würde ich keinem der Genannten Pizarro, Frings, Boro, Herzog, Ismael oder nun Diego da eine bessere oder schlechtere Einstellung zum Beruf oder zu ihrem jeweiligen Arbeitgeber unterstellen. Wer behauptet, Werder war für Diego keine "Herzensangelegenheit", der sollte sich mal erinnern an das T-Shirt nach dem Pokalfinale mit
"Danke Bremen", welches Diego trug sowie an die komplette Zeit, als immer wieder Wechsel im Raum standen, Diego sich aber stets loyal zu Werder verhielt, nicht zuletzt bei der vorzeitigen Vertragsverlängerung 2008.