Ich vertraue TS, kann aber beim besten Willen unsere Einkaufspolitik nicht verstehen.
Zitat aus der Syker Kreiszeitung:
"Eine ungewöhnliche Personalpolitik
Transferliste ist dicht - und Werder hat die Füße stillgehalten / Allofs: ′Verfallen nicht in Aktionismus′
BREMEN (flü) Seit gestern Mittag, zwölf Uhr, ist die Transferliste geschlossen. Nichts geht mehr. Und während die meisten der Bundesligaclubs last minute noch einmal zugeschlagen haben, hat Werder Bremen die Füße stillgehalten. Trotz angespannter Personallage, trotz alarmierender Tabellensituation in der Bundesliga, trotz fehlender Alternativen in der zweiten Reihe. Hanseatisches Kalkül oder ein krasses Fehldenken? Es ist auf jeden Fall eine sehr merkwürdige Personalpolitik, die an der Weser betrieben wird und die nicht nur in der Öffentlichkeit auf Unverständnis stößt.
Klaus Allofs hat freilich seine Sicht der Dinge. "Nur um irgendwelchen Erwartungen gerecht zu werden, verfallen wir nicht in Aktionismus", verteidigte Bremens Sportchef die gelinde gesagt zurückhaltende Bremer Transferpolitik. Der Grieche Alexandros Tziolis, für 300000 Euro bis Saisonende von Panathinaikos Athen ausgeliehen, bleibt damit der einzige Neuzugang in der Winterpause. Reicht das wirklich, um zu einer erfolgreichen Aufholjagd in der Liga zu blasen? Erhebliche Zweifel sind da angebracht. Doch Allofs wiegelt ab: "Es macht keinen Sinn, die Mannschaft auf den Kopf zu stellen, weder sportlich noch finanziell."
Mit Trainer Thomas Schaaf sei er übereingekommen, "dass wir die Engpässe mit dem vorhandenen Personal auffangen können." Das Spiel gegen Bielefeld allerdings hat ein anderes Bild gezeichnet und aufgezeigt, dass gleich auf mehreren Positionen der Schuh drückt. Brennpunkt eins: Ohne einen Claudio Pizarro ist der Bremer Sturm nur die Hälfte wert. Durch die Ausleihe von Boubacar Sanogo hat sich Werder selbst um eine Alternative gebracht, einen Konkurrenten gestärkt, sich selbst aber nicht mit einem neuen Stürmer verstärkt. Ist das taktisch klug?
Brennpunkt zwei: die linke Abwehrseite. Dusko Tosic war gegen Bielefeld wieder einmal ein Unsicherheitsfaktor, Sebastian Boenisch genießt derzeit nicht das Vertrauen von Trainer Thomas Schaaf. Doch auch diese Schwachstelle wurde in der Winterpause nicht behoben. Warum? "Es gibt auf dieser Position keinen, der für uns finanzierbar ist", räumt Allofs ein - und lieferte damit zumindest unbewusst eine Antwort auf die Frage, die vielen unter den Nägeln brennt: Wollen oder können die Bremer einfach keine neuen Spieler holen?"
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Werder hat also nicht die finanziellen Mittel, um die linke Abwehrseite zu verstärken ? Wenn es so um Werder steht, dann muß man die Ansprüche runterschrauben und sich auf 3-4 Jahre im Mittelfeld der Liga einstellen, in denen man die Mannschaft in Ruhe aufbaut. Wäre ja auch nicht schlimm. Besser, als ständig etwas von "ausmisten", etc. zu erzählen aber nicht zu handeln. Werder war jetzt 5x in der CL, aber das macht den Verein nicht automatisch zu einer europäischen Spitzenmannschaft. Immer oben in der Liga dabeigewesen zu sein, ist aller Ehren wert, aber was hat Werder letztendlich in der CL gerissen ? Mit diesem Kader (und der Einstellung) ist offensichtlich im Moment nichts zu wollen. Bei 14 Ecken gegen Bielefeld und einem (stimmt das ? Hab' ich so in Erinnerung) daraus resultierenden Ball in Richtung Gegentor und einer ähnlichen Ausbeute bei (zumeist sehr schlechten) Flanken hakt es doch irgendwo, oder ? Zumal diese Probleme seit Monaten vorhanden sind. Ich wünsche dem Verein wirklich nur das Beste, sehe aber im Moment wirklich keine Lösung...