1. Bayern - Die österreichischen Unsympathen haben mit den üblichen Frust-Millionen mal wieder eine Rückkehr der Meisterschale nach München erzwungen. Zu stark der Sturm um Gomez, auch wenn ich das Mittelfeld nicht besser einschätze als unseres oder Stuttgarts. Deswegen der Platz 1 auch nur knapp.
2. Stuttgart - Mit einem adäquaten Gomez-Nachfolger ist der zweite Platz drin, zumal die restlichen Millionen auch noch investiert werden können.
3. Werder - Nach dem Diego-Abgang müssen wir uns umorientieren, ein CL-Platz ist weniger denn je in den letzten Jahren eine Selbstverständlichkeit. Kommt noch ein Stürmer und ein defensiver Mittelfeldspieler, ist Platz 3 aber allemal realistisch.
4. Dortmund - Im zweiten Anlauf mit Klopp klappt das mit der Europa League. Trotz notwendigen Sparkurses kann Dortmund mit etwas Einsatz und dem Glück, von Verletzungen verschont zu bleiben, den vierten Platz schaffen. Gerade die Abwehr trägt dazu bei.
5. Wolfsburg - Auch mit Magath wäre VW nicht dauerhaft an der Spitze geblieben. Deswegen trägt Veh nicht die Schuld, kann Magaths Konzept aber dennoch nicht fortführen. Der Sturm nach wie vor klasse, die anderen Mannschaftsteile nicht reif genug für die Champions League.
6. HSV - Der Abgang von Olic muss erst einmal verkraftet werden, ein Elia kann die Lücke nicht schließen. Da ohne Abgänge nicht mehr viele Millionen für Transfers übrig sind, kann der Kader kaum noch verbessert werden. Die Verteidigung steht nach wie vor solide, das Mittelfeld reicht aber nicht aus, um einen Europapokalplatz anzugreifen und Petric als einziger Torjäger, das läuft nicht.
7. Leverkusen - Dass Helmes erst in der Rückrunde wieder eingreifen kann, schmerzt. Für den angestrebten Platz 5 reicht es vorne und hinten nicht, auch wenn das Mittelfeld dafür gerüstet ist.
8. Hopp - Mit der prächtig aufspielenden eigenen Jugend legt er einen bravourösen Platz 7 hin.
9. Schalke - Der neunte Platz tut gut, denn der bundesweite Magath-Hype ist erstmal verklungen. Aber auch der beste Trainer kann bei geringem Transferetat und leistungsschwachen Offensivspielern wenig ausrichten. Die Abwehr wird auch in dieser Saison zu den ligabesten zählen, im Mittelfeld und Sturm herrscht spielerische Armut, die auch ein Farfan in Normalform nicht beseitigen kann.
10. Köln - Die Etablierung in der Bundesliga setzt sich im sonst gefürchteten zweiten Jahr fort. Der Sturm lässt die offensivschwache letzte Saison vergessen werden, aber im Mittelfeld fehlt ein Spielmacher. Petit in der defensiven Rolle und seine Abwehr dahinter lassen aber auch nicht allzu viele Gegentore zu.
11. Hertha - Den vierten Platz zu rechtfertigen, wird eine unlösbare Aufgabe, einen Platz in der oberen Tabellenhälfte zu ergattern, schwer genug. In der Defensive hinterlässt Simunic ein großes Loch. Der größte Schwachpunkt bleibt aber die Offensive: Im Sturm ist Raffael noch konstant, Wichniarek kein gleichwertiger Voronin-Ersatz. Auch Pantelic wird fehlen. Kacar und Cicero mögen gute Spieler sein, sind für das Mittelfeld aber zu wenige. Ebert ist nicht konstant genug, Dardai oder Piszczek nicht geeignet für internationale Ansprüche. Die spielerische Hilflosigkeit konnte man schon letzte Saison gut beobachten, ohne Verwerter Voronin drückt sie sich nun auch in den Ergebnissen aus.
12. Hannover - Schießbude Enke bleibt Schießbude Enke. Die vielen Gegentore verhindern einen höheren Platz für die 69er, denn der Sturm ist wahrhaftig gut besetzt. Mit dem Abstieg wird Hannover nichts zu tun haben, der angestrebte Europapokalplatz lässt allerdings auch weiter auf sich warten.
13. Mönchengladbach - Der Marin-Abgang wird durch Arango klug aufgefangen. Abstiegsgefährdet ja, aber letztendlich rettet die Borussia eine Offensive, die im unteren Tabellendrittel einmalig ist.
14. Bochum - Man stagniert. Wieder mal schleppt man sich in nahezu letzter Sekunde an das rettende Ufer. Bochum spielt nicht gut, steht aber in der Defensive halbwegs solide. Bei Sestak im Sturm reicht das, vorausgesetzt, dass dieser zu seiner Vorjahresform endgültig zurückfindet.
15. Freiburg - Hauptsache, nicht abgestiegen. Dem Abgang von Daniel Schwaab wird noch nachgetrauert werden, aber kurz vor Schluss fängt sich die Mannschaft.
16. Frankfurt - Mit Funkel war man zumindest nie ernsthaft gefährdet. Skibbe aber, der seine Bundesligatauglichkeit noch nie wirklich unter Beweis gestellt hat, wird auch dort den Ansprüchen nicht gerecht. Insbesondere war die Aufgabe zu hoch, aus der heterogenen Defensive der letzten Saison eine Einheit zu schweißen. Die vielen Gegentore kosten die Eintracht fast den Kopf, in der Relegation stehen die Chancen aber gut.
17. Nürnberg - Hier liegen die Probleme im Mittelfeld, die Schaltstelle zwischen vorne und hinten funktioniert mehr schlecht als recht. Diekmeier spielt eine gute Saison, kann letztendlich aber auch nicht retten, was nicht mehr zu retten ist. Der Fahrstuhlverein steigt zum achten Mal ab.
18. Mainz - Die besondere Atmosphäre reicht nicht, um die Klasse zu halten. Den Abgang von Feulner können auch Polanski und Trojan gemeinsam eher nicht auffangen und Bance alleine wird vorne auch nur mäßig etwas reißen. Wenigstens funktioniert es vorne weiterhin, während sich die Defensive von den Hannoveraner Kollegen nichts vormachen lässt. Zu viele Gegentore, die den Mainzern das Genick brechen.
Meine Einschätzung dazu.
