Auf gestern bezogen (aber auch generell gemeint):
- Außen, die in Relation zu ihrem offensiven Aufwand zu wenig bringen (und wenn es dumm läuft, hinten ein Sicherheitsrisiko sind.
- Insgesamt zu wenig Spielübersicht, zu viel Hektik, zu wenig positives Seöbstbewußtsein. Vielleicht Resultat momenaner Verunsicherung, vielleicht Folge mangelnder Routine.
- Gleichzeitig Angst/Hemmmung vor riskantem Direktspiel (Ausnahme Özil)
- Ein "Spielmacher", der zwar enormen Aufwand betreibt, laufstark ist, sich anbietet, immer deutlich macht, dass er sich in der Verantwortung sieht. Aber häufig wäre weniger mehr. Das Spiel bekommt dadurch Schlagseite, ist nicht ausgeglichen, verteilt sich nicht über das ganze Feld, sondern ist auf diesen Fixpunkt Diego zentriert und durch ihn wiederum zu sehr in die Mitte, wo in der Regel alles dicht ist. Hinzu kommt, dass Diego den Ball zu häufig zu lange hält, erst mindestens zwei Kringel dreht und/oder mehrere Meter läuft mit mehreren Ballkontakten, um dann wiederum häufig abzustoppen bzw. nach hinten zu spielen, oder sich irgendwo mit dem Kopf durch die Wand ins Getümmel stürzt. Als Spielmacher im klassischen Sinne ist Diego m.E. überfordert, da er nicht die Spielintelligenz eines Micoud besitzt (bzw. besitzen kann), der das Gesamtgebilde inszenieren, seine Mitspieler in Szene setzen und sie besser aussehen lassen konnte. Aber ungefähr das muss von einem Spieler erwartet werden, der eine derart zentrale Position einnimmt, wie Diego sie hat.
- Neben Diego verblassen Frings und besonders Jensen, für den so eine Spielweise Gift ist, da er ein Kombinationsspieler ist und vor allem in die Verantwortung genommen werden muss, da er sonst dazu neigt, abzutauchen. (Siehe oben "Schlagseite"). Insgesamt momentan kein Klima des Zusammenspiels, was das Erfolgsrezept des Meisterjahres war. Jeder versucht irgendwas einzubringen, aber es passt nicht zusammen und es gibt keine Balance. Und es fehlt auch das andere Erfolgsrezept der Vergangenheit, die Schnelligkeit. Das meiste wirkt etwas behäbig.
Wenn man es pessimistisch ist, stellt sich die Frage, ob Werders Spielweise evtl. in einer Sackgasse ist. Aber entscheidend sind die Resultate, auf Dauer. Wenn man es gelassen sieht, kann es eine momentane Ergebnisverunsicherung sein, gepaart mit den üblichen Schwächen Werders, die immer mal wieder durchkommen, aber einem gewissen Erfolg nicht im Wege standen.
Auch hier kann man zwar sagen, dass das auf Dauer zu wenig ist (Titel!). Aber das sehe ich anders, da es für einen Verein wie Werder m.E. fraglos ein großer Erfolg ist bzw. wäre, sich dort zu behaupten und zu etablieren, wo man steht. Was nicht heißt, dass die Spielweise nicht trotzdem immer wieder hinterfragt und entwickelt werden muss.
MFG dkbs