Ich befürworte eine Bewerbung. Ja, Olympia kostet viel Geld. Davon wird jedoch ein nicht unerheblicher Teil in Infrastruktur fließen, die, wenn durchdacht investiert wird, weiter genutzt - und in Teilen auch schon jetzt dringend gebraucht - wird. Anders als in Athen oder Südafrika, wo die für Olympia bzw. die WM eigens errichteten Sportstätten zu einem großen Teil vor sich hin rotten, sehe ich die Chancen für durchdachte Investitionen in Deutschland ähnlich wie in Paris als hoch an.
2010 war Essen stellvertretend für die Metropole Ruhr Kulturhauptstadt Europas. Davon profitiert die Region bis heute. Ich weiß nicht, ob Essen ohne diesen Zuschlag mittlerweile einen Bahnhof hätte, den man ansatzweise vorzeigen kann ;-) Für das Event wurden - und bis heute werden nach und nach - Zechen, Kokereien, Gasometer etc., die die Region prägen, zu Kultur- und Eventstätten sehr kreativ umgewidmet. Nicht zuletzt beginnend mit dem Kulturhauptstadtjahr, das ein tolles Ereignis für alle hier in der Region war, wurde das Ruhrgebiet zunehmend interessant für Besucher mit entsprechend positiven Auswirkungen auf Gastronomie, Hotellerie und das Image der Region.
Das Kulturhauptstadtjahr ist natürlich im Vergleich ganz klar ein kleines Ereignis. Dennoch denke ich, es zeigt, dass nachhaltige positive Effekte realistisch sind, wenn es richtig angepackt wird.