Ich habe das Gefühl, Rauchen wird immer verpönter, was als Entwicklung sicherlich positiv zu betrachten ist. Nicht weil Raucher schlechte Menschen sind, sondern weil es vielleicht den/die ein oder andere(n) dazu bringt, durch den gleichen gesellschaftlichen Druck, der ihn/sie als Teenager zur Zigarette gebracht hat, auch wieder davon wegzukommen und damit ein gesünderes und womöglich längeres Leben zu führen. Die meisten Erwachsenen tragen das Rauchen als unerwünschte Altlast mit sich herum, aus einer Zeit, in der Rauchen chic war und einfach dazugehörte. Ich weiß noch, dass ich in der Schule einer der wenigen war, die nicht geraucht haben, allerdings nicht wegen meines eisernen Willens, sondern weil ich (damals empfunden) zu feige war. Heute bin ich unglaublich froh darüber.
Ich kenne jetzt kaum noch einen Raucher, der wirklich zufrieden ist damit, dass er raucht. Fast jeder hat schon probiert, es aufzugeben, oder ist gerade dabei, betont stolz, dass es schon weniger geworden ist. Oft wird regelrecht entschuldigend gefragt, wo und ob man rauchen könnte. Heutzutage kann man als Raucher nicht mehr erwarten, dass auf einen Rücksicht genommen wird, es ist nicht mehr chic, es ist ein Makel. Zumindest in meinem Freundeskreis wird aber natürlich trotzdem kein Raucher vom Tisch gejagt, bloß die Verantwortlichkeiten haben sich über die Jahre verschoben. Die Raucher sind nun die Geduldeten, die Nichtraucher nicht mehr die Außenseiter.
Was Rauchverbote betrifft, so halte ich grundsätzlich jene für sinnvoll, die bei einzelnen Unbelehrbaren den gesunden Menschenverstand ergänzen. Rauchen in Bahnen, Bussen, Flugzeugen, Restaurants, Clubs war schon immer widerwärtig, letzteres sogar verletzungsintensiv. Zum Beispiel in Kneipen gehört es für mich selbst als Nichtraucher aber einfach dazu, in den meisten will man die Umgebung nämlich lieber gar nicht so genau sehen und riechen (wer schon mal am frühen Abend in einer leeren Kiezkneipe war wird wissen, was ich meine), und für die gute Luft ist auch noch nie jemand in eine Kneipe gegangen.
Wünschenswert wären weitere Rauchverbote z.B. für Autos und Wohnungen, in den Kinder sich aufhalten bzw. leben.
Ansonsten sollte man doch bitte jeden tun lassen, was er möchte. Das dies von den Rauchern ein etwas höheres Maß an Rücksichtnahme erfordert als von den Nichtrauchern, liegt in der Natur der Sache, denn passiv nicht-rauchen stört einfach viel weniger
