Nein, das wundert mich nicht. Es ist doch nichts neues das in unserer Harmonie liebenden Gesellschaft stets derjenige der Buhmann ist der unstimmigkeiten oder totalen Mumpitz offen anspricht. Und jetzt am Anfang der Rezession und bei den derzeitigen Leistungen drüber nachzudenken ob ein Investor nicht sinnvoll ist, da passt irgendwas vorne und hinten nicht.
Die anderen sind aber auch alle böse
Mal ganz davon abgesehen daß wenn wir uns verkaufen, die anderen Vereine nachziehen und wir wieder in der selten Situation wie vorher sind.
Und was willst Du uns damit sagen? Einfach die Gedanken über'n Haufen werfen?
Im übrigen sollte man mal berücksichtigen, dass alle 18 Bundesliga-Clubs auch andere Marktwerte haben. Alles andere wäre Schwarz-Weiß-Seherei.
Wenn ein Investor sich auch nur ansatzweise Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben hat, dann sollten sie sich nicht an einer schlechteren Saison stören. Will sagen: Werder dürfte trotz der sportlichen Durststrecke im Hinblick auf den Marktwert noch ziemlich dicht an der Liga-Spitze sein, wobei die Bayern als Champions-League-Dauergast natürlich außer Konkurrenz sind.
Ich behaupte aber mal, nur als ein Beispiel, wenn Werder ähnlich risikofreundig wäre wie Schalke, müsste man sie wohl künftig als Konkurrent bei Transfers nicht mehr fürchten.
Und wenn ein Herr Born die Bayern mit ihren Adidas Deal anspricht, dann soll er auch bitte mal schätzen wieviel % wir für 75 Mio. verkaufen müssen ? Vielleicht 100% ? Oder sogar 150
Wo steht dass sie einen Deal in ähnlicher Größenordnung anstreben? Völlig überflüssig und sinnbefreit, dieses Beispiel aus dem Zusammenhang zu reißen und sich darüber lustig zu machen.
Wie so oft in letzter Zeit hat Werder den perfekten Zeitpunkt verpennt. Wobei man hier sagen kann daß man zum Glück gepennt hat, denn Nike als Investor und die Heimspiele im Nikestadion ist alles andere als mein Traum.
Hat man gepennt oder hat man die Sache bewusst zurückgestellt?
Das stört mich an Deinen Ausführungen - nichts passiert bewusst, alles ist auf die Schlafmützigkeit der Vereinsspitze zurückzuführen. Man kann Missstände ansprechen, wenn sie nachweislich da sind. Gar keine Frage, ohen dem wäre ein Forum auch langweilig.
Mutmaßungen aber grundsätzlich in 100% der Fälle gegen die Vereinsführung auszulegen, und das mit einer solchen Dickhäutigkeit zu verteidigen, ist schon sehr ...wie soll ich sagen... konsequent
Meine Ansicht dazu:
in den vergangenen Jahren haben wir in der Liga spielerisch und auch im Ergebnis gut in der Ligaspitze mitgehalten - und zwar ohne unser Tafelsilber zu verkaufen. Das hat den Vorteil, dass wir uns nicht im Vorfeld dieser Reserven beraubt haben und sie nun während einer sportlichen Durststrecke wieder aufgreifen können.
Hätten wir z.B. im Meisterjahr die Keule ausgepackt und ordentlich Millionen im sportlichen Bereich bewegt, dann hätte die Wirkung im schlimmsten Fall bis heute verpuffen können. Teure Spieler wären vielleicht ablösefrei zu europäischen Topclubs gewechselt oder irgendwann aus Altersgründen ausgeschieden. Wir wären gegebenenfalls genauso weit wie heute, nur dass uns die finanziellen Instrumente nun fehlen würden.
So haben wir nun eine Konkurrenz-Situation, die derzeit für uns nur schwer zu meistern ist. Nun kann man alle Ideen wieder aufgreifen, die man zu sportlich erfolgreicheren Zeiten wieder in die Schublade gelegt hat: Verkauf des Stadion-Namens, Kapitalerhöhung durch Aktienemissionen, Emission von Genussscheinen, Beteiligung eines Investors und so weiter.
Dass man seine Reserven nicht schon vor einigen Zeiten verheizt hat, ist in meinen Augen auch trotz Finanz- und Wirtschaftskrise ein Vorteil.
Natürlich ist der gesamte Markt interessanter, wenn es der Wirtschaft gut geht. Das gilt sicher auch für Werder, wenn man über den Einstieg eines Investors nachdenkt.
Es gibt aber eben auch Güter, auf die man auch in Krisenzeiten nicht verzichten kann, somit gibt es auch Unternehmen die weitgehend resistent gegen Krisenzeiten sind.
Oder ganz platt gesagt: wo Verlierer sind gibt's auch immer Gewinner.
Außerdem würde ich es nicht als selbstverständlich ansehen, dass zu besseren Zeiten automatisch jederzeit ein lukrativer Deal abzuschließen ist.
Wenn ein Interessent bei den finanziellen Vorstellungen zu weit weg ist oder wenn er sich zuviel Einfluss im Verein wünscht, dann kann man in sportlich erfolgreichen Zeiten auch mal einen solchen Deal anlehnen.
Wenn es hier in den letzten Jahren mal eine Situation gegeben hätte wo die Rahmenbedingungen gestimmt hätten, dann glaube ich nicht dass man von vorn herein die Tür zugeschlagen hätte.
Es muss halt alles zusammenpassen, zumal der Einstieg eines Investors erfahrungsgemäß auch immer eine recht langfristige Bindung ist.