Four Rooms
Vier Räume. Genauer gesagt Vier Hotelzimmer. Und nimmt man es ganz genau, besteht Four Rooms sogar aus vier verschiedenen, nur lose miteinander verknüpften Filmen von vier verschiedenen Regisseuren. Leider führt das auch dazu, dass es große qualitative Unterschiede zwischen den einzelnen Episoden gibt.
Four Rooms handelt vom Hotelpagen Theodor/Ted, der in der Silvesternacht vier seltsame Geschichten in vier verschiedenen Hotelzimmern erlebt. Gespielt wird er von Tim Roth, der seine Sache gut macht. Zwar muss man sich an sein stark überzeichnetes Schauspiel erst gewöhnen, lässt man sich aber darauf ein, kann man durchaus seinen Gefallen daran finden. Ted ist der große rote Faden, der alle Teile miteinander verknüpft.
Die erste Episode (von Allison Anders) ist gleichzeitig auch schon die schwächste: Ein Hexenzirkel versucht ihre Göttin aus einer Versteinerung zu befreien. Dazu fehlt ihnen jedoch noch eine
Zutat, die sie nun, wie der Zufall es will, von Ted einfordern. Einfach nur schlecht, sinnlos und total uncool. Wenn man Titten sehen will, gibt es sicher andere Möglichkeiten, ansonsten fallen mir keine Gründe ein sich diesen - zum Glück kürzesten Abschnitt anzutun.
Der zweite Teil, diesmal unter der Regie von Alexendre Rockwell ist zum Glück auch nicht viel länger, dafür aber etwas besser. Nicht viel, aber immerhin etwas.
Diesmal geht Ted durch eine Verwechslung ins falsche Zimmer und gerät somit mitten in eine Beziehungskrise. Über das Prädikat Teilweise ganz lustig kommt diese Episode aber auch nicht hinaus.
Kommen wir nun also zum interessanten Teil, sprich den Filmen von Tarantino und Rodriguez. Denn wie zu erwarten war, stellen deren Episoden die mit Abstand besten dar.
In der dritten Episode (der von R.Rodriguez) muss Ted den Babysitter für die Kinder eines Mafiosos(Antonio Banderas) spielen. Hierbei sprudelt Rodriguez mal wieder vor kreativität und lässt sich so einiges einfallen. Dieser Part ist mMn der beste im ganzen Film. Sogar ein Stück besser, als der Part von Quentin Tarantino.
Dessen Part handelt vom Filmstar Chester Rush, der eine Wette mit einem Freund am Laufen hat: Wenn letzterer es schafft 10 Mal in Folge sein Feuerzeug anzuzünden, bekommt der den Sportwagen von Chester. Schafft er es nicht, wird ihm ein kleine Finger abgehackt. Da Chester nun aber seinem Freund nicht den Finger abhacken will, heuert er Ted für einen Batzen Geld für diesen Job an.
Typisch Tarantino werden hier mal wieder eine Menge Filme zitiert, im Prinzip basiert diese Episode sogar auf einem Film. Generell ist dieser Teil nicht schlecht. Zwar nichts weltbewegendes, aber dennoch deutlich besser als die ersten beiden Episoden.
Trotzdem stellt sich mir mal wieder die Frage: Warum zum Teufel muss Tarantino immer wieder selbst vor die Kamera? Was soll das? Braucht er das, um sein Ego aufzupumpen?
Der Typ hat ein paar sehr gute Filme gedreht, aber vor der Linse geht er mir einfach nur auf die Nerven. Ist hier zwar nicht ganz so schlecht, wie in Death Proof zum Beispiel, aber ein guter Schauspieler wird er in diesem Leben wohl nicht mehr. War wahrscheinlich kein Geld mehr über für einen vernünftigen Mimen.
Episode 1: 3/10
Episode 2: 5/10
Episode 3: 8,5/10
Episode 4: 7,5/10
Macht insgesamt
6/10.