Public Enemies
Also zuerst mal die positiven Sachen:
Der Film ist perfekt inszeniert. Die Schießereien sehen einfach großartig aus und man hat stets ein "mittendrin"-Gefühl, was wohl auch an der genialen Kameraführung liegt. Diese erweckt fast den anschein, als sei der Kameramann selbst einer der Protagonisten und man sieht die ganze Geschichte durch seine Augen.
Außerdem natürlich die sehr gute Besetzung, allen voran Johnny Depp, der wieder mal eine großartige Leistung abliefert. Aber auch die Nebenrollen sind gut besetzt.(zu Bale komm' ich später nochmal)
Kommen wir nun zum Soundtrack, denn auch dieser hat auf jeden Fall die Berechtigung hier positiv erwähnt zu werden.(
Otis Tayler:applaus
So, jetzt zu den negativen Aspekten.
Was mich am meisten gestört hat, war dass die Sonderstellung von John Dillinger im amerikanischen Volk nicht genügend ausgearbeitet wurde. Zwar wurden ein paar Phrasen gedroschen á la "Das ganze Land hält dich für einen Helden", allerdings wurde nicht wirklich klar warum überhaupt.
Dass man sich mit Depp und Bale 2 Publikumsmagneten geholt hat, war sicherlich ein kluger Schachzug, aber ein wirklich packender Kampf zwischen zwei herrausragenden Persönlichkeiten(wie zum Beispiel in Heat mit Al Pacino und De Niro, wo ebenfalls Michael Mann Regie führte) entsteht nicht wirklich, was vor allem daran liegt, dass Melvin Purvis sehr blass bleibt. Und das liegt nicht etwa an einem schlechten Schauspiel Bales, der macht seine Sache wirklich gut, sondern vielmehr daran, dass die Person Melvin Purvis in dem Film nichts interessantes an sich hat.
Fazit
Unter dem Strich bleibt ein gut inszenierter Gangsterfilm mit guten Darstellern, allerdings auch einigen dramaturgischen Mängeln, deshalb kann ich insgesamt "nur"
7,5/10 geben.