Das ist richtig und natürlich wird automatisch der Vergleich gezogen. Wie aber mit allen Meisterwerken war doch im Grunde vorher schon klar, dass der Vergleich nicht standhält. Ich gehe von nichts aus und lasse mich überraschen. So lange das ganze in sich schlüssig beleibt, betrachte ich es als bombastisches Popcorn-Kino. Da sollten dann natürlich nicht zu viele Schwachsinns-Szenen a la "Galadriel im Wasser und auf dem Floß" dabei sein.
Was die andere Thematik angeht: Ob Tolkien in seinen Werken rassistische Stereotype anwendet und bewusst oder unbewusst verbreitet, ist lange schon Gegenstand von Diskussionen. Ich persönlich bin der Meinung, dass Tolkiens Werke durch den damaligen Zeitgeist geprägt sind, das heißt er spiegelt mMn. ganz klar Rassismus wieder (er unterteilt zb in gute und schlechte Rassen und Züchtung von Rassen, Orks sind degenerierte Elfen aus Züchtung etc.). In der Zeit in der er gelebt hat und hier insbesondere im Empire, wurde derlei ja sogar gelehrt. Andere Zeiten eben. Aber ist Tolkien deswegen (auch) aus heutiger Sicht ein Rassist? Aus der Grundgeschichte von LOTR kann man das nicht unbedingt sagen, denn diese erzählt ja gerade über die Stärke des Gemeinsamen (Die Gemeinschaft des Ringes). Man kann sicherlich auch sagen, dass sowas wie das Auenland nichts anderes ist als eine englische Hügellandschaft und es deswegen dort auch ausschließlich friedliche Weiße Menschen gibt (halt Tolkiens Dorfnachbarschaft), während die barbarischen Kannibalen die Wilden aus Übersee waren, seine Vorlage für Orks und Co. Tolkien war für mich kein besonderer Rassist, aber er lebte in einer rassistischen Gesellschaft. Und jetzt stellt sich die Frage: Muss man DAS im Jahr 2022 wirklich noch so darstellen wie es damals war? Meine Antwort: Nein, muss man nicht und sollte man nicht. Schon Peter Jackson hat den Fehler gemacht und seine Figuren in Weiß (Gut) und Schwarz (Schlecht) aufgeteilt. Es gibt keinen Grund, diesen Fehler zu widerholen und das hat für mich nichts mit wokeness zu tun und verändert auch nichts ander Geschichte (die es so von Tolkien eh nicht gibt).
Naja klar, ist eben menschlich, dass man die Vorlage bzw. den Vorgänger vor Augen hat bzw. den Nachfolger daran misst, zumindest ist das bei mir so.
Kann mich auch schlecht dagegen wehren, dazu müsste ich das andere komplett ausschalten, fällt mir schwer oder ist gar unmöglich.
Ich gebe der Serie aber noch ne Chance, vielleicht tut sich da ja noch was Unerwartetes.
Auf das Thema wollte ich gar nicht hinaus aber okay.

Ist für mich ähnlich wie bei der Winnetouthematik, völlig hysterische Diskussion mMn, einmal mehr.
Wer genau hat denn da überhaupt aufgeschrien beim Ravensburger Verlag, der Zentralrat der indogenen Gesellschaft Deutschlands oder doch nur gutmeinende Berufsbetroffene?
Es ist natürlich schwierig, die damalige Sichtweise ins heute zu übertragen aber ganz ehrlich, dann lass ich es ganz und verstümmle das Ganze nicht.
Es ist mMn doch Teil der Geschichte und so soll sie auch erzählt werden oder fangen wir auch an die Bibel auf politische Korrektheit zu überprüfen, dann bleibt da vermutlich nur noch das Vorwort übrig.

Star Wars ist auch platt gesagt gut und böse, dass die Stormtrooper und das gesamte Imperium stellvertretend für das dritte Reich stehen sieht jeder Blinde,ähnliches gilt für Star Trek, wo die Klingonen ganz offensichtlich stellvertretend für die Russen standen.
Ich mag es immer auch wenn es Charaktere gibt, wo man nicht so genau weiß woran man ist, die nur Guten oder nur Bösen finde ich langweilig.