aber ich dachte immer, man hätte seitens der Politik sowas wie "Notfallpläne" in der Schublade, zumindest mal gehabt, falls "der Russe" kommt oder so...
Da muss ich aufpassen nicht zu politisch zu werden, geht aber in Teilen nicht anders. Du hast völlig recht, eine Regierung bzw. ein Land sollte vorausschauend denken. Ein Notfallplan für Pandemien stand glaube ich sogar vor Jahren auf dem Plan (und wurde von den Quer"denkern" dazu verkehrt um zu behaupten, die Pandemie sei geplant), wurde aber nie ausgeführt. Das Problem ist, das in 15 Jahren Merkel alles notwendige wegmoderiert oder vernachlässigt worden ist. Im Besten Fall. In den schlechteren Fällen wurden wichtige Dinge sogar verhindert, was uns jetzt auf die Füße fällt. Die wohl größte Errungenschaft unserer Zeiten, Digitalisierung/Internet, geht unter Merkel als "Neuland" in die Geschichte ein. Hochgeschwindigkeitsnetzausbau wurde nicht verschlafen sondern verhindert (und zwar sogar dann schon, als die größten Unternehmen der Welt Tech-Konzerne aus diesem Bereich waren). Die sog. Flüchtlingskrise in 2015 war keine Flüchtlingskrise. Sie war ein Systemversagen. Schon Jahre vorher hat der Grenzschutz und haben Geheimdienste eindringlich davor gewarnt, dass im "Süden" Dinge in Bewegung kommen. Manche hier werden sich noch an die ständigen Lampedusa-Demos in Hamburg erinnern. Jahre. Als sich dann die Menschen in Budapest gestapelt haben standen wir da und waren......unvorbereitet! Keine Pläne, keine Konzepte, nichts, nur heilloses Durcheinander und der Aufstieg der Rechtsradikalen. Die Energiewende wurde gestoppt und rückgängig gemacht, bis dummerweise ein Atomkraftwerk in Japan explodiert ist und dann die erneute Rolle rückwärts kam (freilich weiter ohne Netzausbau). Die Bundeswehr wurde nicht auf die Zukunft eingestellt weil es für die Zukunft unter Merkel ("Wir fahren auf Sicht") kein Konzept gibt, sie wurde kaputt gespart und ohne Sinn und Verstand der Wehrdienst abgeschafft (was für sich genommen ja gut ist, nur sollte dann ein Konzept vorhanden sein. Danke Herr Googleberg). Verkehrswende und Konzepte dafür? Fehlanzeige. KI und Machinelearning in einem Land quasi ohne Rohstoffe? Fehlanzeige. Rentenreform? Fehlanzeige. Bildungsreform? Fehlanzeige. Konzept für europäische Integration? Fehlanzeige (armer Macron, am langen Arm verhungert). Was bleibt von Merkel? Sie ist eine gute Präsidentin, wäre an sich ideal als Cheffin einer echten Europäischen Union (wollte sie aber ja nicht) weil man da präsidial sein muss und das ist sie wie keine Zweite. Aber vorausschauend einen Pandemiplan ausarbeiten, auch wenn sie dafür keine Wählerstimme bekommt, nur weil es eben notwendig ist? Keine Chance mit Merkel.
tl;dr: Das mit den Notfallplänen dachte ich auch lange....
Wäre eben schöner gewesen (und auch glaubhafter / nachvollziehbarer) wenn es bundesweit einheitliche Maßnahmenpakete
Finde ich nicht. Ich bin Freund des Föderalismus und ich will nicht zu Hause eingeschlossen werden weil in Berchtesgarden die Seuche grassiert. Aber das ist sicher Ansichtssache.
Welche Maßnahmen ab welchem Zeitpunkt (Zahl an Infektionen) und wie regelt man das ganze?
Ja, das "Was wäre wenn" Spiel. Ich muss das auf der Arbeit quasi permanent machen und ich hämmere innerlich mit dem Kopf auf dem Tisch herum weil ich nicht begreifen kann, wieso in der Politik diese Abwägungen offenbar nie stattfinden. Und sei es intern um es dann aus der Schublade zu ziehen.
die Regierungspolitiker werden genau dafür u.A. bezahlt, die Bevölkerung bestmöglich zu schützen
Da muss ich jetzt ein wenig spitzfindig werden

Nein, dafür werden die Politiker nicht bezahlt. Dafür werden sie gewählt. Ginge es um die Bezahlung, könnten wir auch die Plague Inc. mit dem Seuchenschutz beauftragen. Und genau da ist das Problem: Viele Kompetenzen wurden privatisiert weil das angeblich effektiver ist. Das geht dann soweit, dass wir nicht mehr in der Lage sind in D/EUR fucking Masken herzustellen.
Seit November "Lockdown light". Die Zahlen: gleichbleibend. Über Wochen.
Das stimmt nicht. Der Lockdown zeigt klar Wirkung, der Anstieg ist gestoppt worden. Aber die Zahlen sinken nicht sondern befinden sich auf einem gleichbleibenden Plateau. Warum ist das so? Für mich ist die Antwort eindeutig: Die Schulen sind im Gegensatz zum Frühling nicht geschlossen. In meinem Umfeld kommen die Einschläge immer näher, alles in Verbindung mit Kita/Schulen.
Also entweder "richtig" zu, wobei das noch um einvielfaches teurer werden würde (finanziell)
Das kann ich nicht einschätzen, habe aber neulich im DLF von Wirtschaftsvertretern gehört, dass eine kurze Vollbremsung besser sei als so halb und halb (was aber natürlich auch bedeuten kann, dass es für DIESE Vertreter besser wäre, nicht notwendigerweise für alle. Kein plan).
Berichte von Leuten, deren Krebsoperationen vom Frühjahr/Sommer in den Winter verschoben worden und jetzt wieder verschoben werden, kamen gestern durchs Radio...
In der Tat. Ich weiß von einem befreundeten Arzt, dass die Fälle an fortgeschritteneren Krebsfällen im Vergleich zu den Vorjahren auffällig zugenommen haben. Fortgeschritten meint, dass man bei Routinekontrollen das Frühstadium findet und mit einfachen Mitteln zur Heilung kommt. Die haben sich wohl verschoben (ob die Menschen Angst hatten zum Arzt zu gehen oder nicht gehen konnten sei dahin gestellt) was zu den höheren Zahlen führt.