Bei Corona doch aber auch nicht. Infiziert schon, aber wie viele sind denn wirklich so krank, dass sie ins Krankenhaus müssten oder ärztlicher Hilfe bedürfen? Könnte mir gut vorstellen, dass viele infizierte Teilnehmer auch hier überhaupt keine Symptome zeigen. Das ist ja auch das Blöde an diesem Virus: seine Heimtücke und dass man es übertragen kann, ohne selber Symptome zu haben. Ansonsten wäre es auch viel einfacher Risikogruppen zu schützen. Ich habe Symptome, also besuche ich Ältere und Vorerkrankte mal zwei Wochen nicht. Und zu Bergamo kam gestern bei "Monitor " ein Bericht, der eigentlich aussagen wollte, dass die Sterblichkeit noch viel höher lag, aber quasi nebenbei wurde erwähnt, dass man hier zu Beginn der Pandemie an Covid- 19 ältere Erkrankte mit nur leichten Symptomen in Seniorenheime verlegt hat und dass Hausärzte dort noch massenweise Hausbesuche, oft ohne Schutzkleidung, vorgenommen haben. Nur logisch, dass sich dann viele aus Risikogruppen infiziert haben und verstorben sind.
Stimmt, "infizieren" wäre der passende Begriff gewesen. Es ändert jedoch nichts, an dem, was ich sagen wollte, und was Du ja auch treffend beschreibst - wenn's blöd läuft, steckt ein Infizierter in einem Gottesdienst, bei einer Familienfeier etc. Unzählige andere an - und nach allem, was ich bisher verstanden habe, eben mehr andere als es bei einer Grippe der Fall wäre. Danke für die Informationen zu Bergamo, das war mir nicht bekannt - furchtbar

Das allein wird jedoch mMn nicht erklären, warum Bergamo so viel schlimmer getroffen wurde als jeder beliebige Standort in Deutschland.
Puh jetzt kommst Du mit Genetik. Na das ist doch mal sachlich.
Dann versuche ich es gerne eine Runde sachlicher -
@Flutlicht82 hat grob überschlagen, was Wissenschaftler untersucht haben, wenn auch umgekehrt gedacht. Seine Aussage war, wir hätten mit Umsetzung des schwedischen Modells ca. 4 bis 5 Mal so viele Tote in Deutschland gehabt. Die Wissenschaftler haben ermittelt, dass Schweden hätte ca. 4x weniger Tote haben können als sie hatten mit strengeren Maßnahmen. Kommt in etwa auf dasselbe heraus. Quelle:
https://www.spiegel.de/politik/ausl...zahlen-a-c7b3cea2-63be-4072-8df9-afdb765afb54 // Auszug:
Im Vergleich zu ihren skandinavischen Nachbarn und zu Deutschland müssen die Schweden einen hohen Preis zahlen für das lockere Management der Coronakrise durch ihre Regierung. Die Kinder konnten zwar weiter in Kitas und Schulen gehen. Doch viele ältere Menschen sind nach einer Corona-Infektion gestorben. Wäre Schweden dem restriktiven Weg von Norwegen, Finnland oder Deutschland gefolgt, läge die Zahl der Corona-Toten aktuell wohl zwischen 500 und 1000 - und nicht bei mehr als 4000. Noch ist die Pandemie nicht zu Ende.
Was soll das heißen, "einmal zu oft geirrt"? Wie oft darf sich ein Wissenschaftler denn "irren" in so einer Situation?

Was man ihm aus meiner Sicht vorwerfen kann, ist, dass er von Anfang an hätte deutlicher machen können, dass das, was er kommunizert, aktuelle Erkenntnisse - und keine unveränderlichen Fakten - sind, die sich im Laufe der Zeit ändern können und werden, sobald man weiter forscht und weitere Zahlen/Daten/Fakten hat. Den Schuh muss er sich mMn auch klar anziehen. Ansonsten sehe ich es so, wie u. a.
@FatTony und
@WOMLSascha schon angemerkt haben - Wissenschaft ist ein permanentes Forschen, Hinterfragen und Anpassen der Erkenntnisse an aktuellere Informationen.
DA muß man ansetzen. Nicht mit völlig übertriebener Maskenpflicht und pausenloser Händedesinfektionierei (frag mal einen Hautarzt, was der von sowas hält!) bei Supermarkt, Bank- und Geschäftsbesuchen, wo die Mitarbeiter sogar oft noch hinter Plexiglas sind...
Beim Desinfektionsmittel stimme ich Dir zu, beim Händewaschen definitiv nicht. Ja, das schadet der Haut, aber dann muss man halt cremen und sich ggf. ärztlich beraten lassen, um die richtige Seife und die richtige Creme zu finden. Geht alles. Bei der Maske stimme ich Dir nicht mehr zu. Ich war anfänglich komplett dagegen, weil ich die Risiken der unsachgemäßen Verwendung, die Einschränkungen für Brillenträger, Gehörlose und, wie jetzt mehrfach gesehen, Kopftuchträgerinnen (vorher nie bedacht, aber sie können sich das Ding nicht mal eben an- und ausziehen) und die Umweltverschmutzung durch Einwegmasken als erheblicher angesehen habe als den Nutzen der Masken. Offenbar lag ich falsch, denn wie sonst ist zu erklären, dass die Lockerungen bisher nicht zu einem signifikanten Anstieg der Fallzahlen geführt haben? Siehe auch hier:
https://www.spiegel.de/wissenschaft...-nicht-a-869e1f82-3a10-415c-a01a-4173d8435773 - Auszug:
Die möglichen Gründe für diese positive Entwicklung sind vielfältig. Einer sticht jedem, der in Supermärkten einkauft oder mit Bus und Bahn fährt, sofort ins Auge: Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes wird überwiegend eingehalten. Glaubt man einer
neuen Studie, die in dieser Woche im renommierten Fachmagazin "Science" veröffentlicht wurde, zahlt sich genau das aus. Die Forscher von der Universität Kalifornien und der Sun-Yat-sen-Nationaluniversität in der taiwanischen Stadt Kaohsiung analysieren, dass jene Länder, die eine Maskenpflicht eingeführt haben, bei der Eindämmung der Corona-Pandemie bislang am erfolgreichsten gewesen seien. Und sie stellen fest, dass richtig angepasste Masken eine starke Ausbreitung von Viren durch asymptomatische Infizierte effektiv verhinderten.
Ja, mich nervt die Maske auch, nur, wenn es wirkt, ist es defintiv ein vertretbares Übel. BTW: Es gibt Ausnahmen von der Maskenpflicht, z. B. für starke Asthmatiker, wenn der Arzt das bestätigt (Bundesland BaWü). Von daher,
@neuegrünewelle, wenn Du ein tatsächliches gesundheitliches Problem hast, sprich ggf. mal mit Deinem Arzt.
In der Tat hat Deutschland zum Glück nicht diesen völligen Nonsens der totalen Ausgangssperre mitgemacht (was auch wohl jeder Virologe so sieht)..
Was sich Länder wie Frankreich, Spanien oder Italien dabei gedacht haben, werden wohl auch nur einige Politiker selbst wissen. Wenn sie überhaupt dabei nachgedacht haben...
PS: Und genützt hat es genau diesen Ländern so überhaupt nicht, denn ausgerechnet die meisten mit den striktesten Ausgangssperren haben die verheerendsten Zahlen...
Zu Frankreich und Spanien kann ich nichts sagen. Zu Italien aus Berichten von vor Ort, dass es zunächst weniger strikte Einschränkungen gab, die von vielen ignoriert wurden und damit wirkungslos verpufften. Da wurde sich über diejenigen, die mir davon erzählt haben, als "spießige Deutsche" lustig gemacht, weil sie sich an die Vorgaben gehalten haben. Hier waren wir zum Glück disziplinierter. Wenn nicht, denke ich, hätte es auch hier irgendwann die strikten Ausgangssperren gegeben.