Corona mit Fokus auf Folgen für den Fussball

Ja und Nein. Einserseits hast du grundsätzlich Recht, dass mehr Aufmerksamkeit mehr Reichweite bedeutet. Anderseits ist die Gefahr groß, dass wenn den Populisten weniger bis keine Bühne geboten wird, ihnen und ihren Anhängern damit ein Vorlage gegeben wird, sich in einer Opferrolle ("Willkür", "Zensur" und dgl.) zu suhlen. Dennoch ist es eines der größten Widersprüche bei politischen Rattenfängern, dass sie einerseits die auch so bösen Staatsmedien verteufeln, aber gleichzeitig laut krakeelen, wenn sie in den ach so bösen Staatsmedien nicht die Bühne bekommen, wie sie sich es vorstellen.
Naja entweder Widerspruch, oder eben (Mit-)Ursache für die EInstellung zu den Staatsmedien.
 
Es geht doch hier gar nicht um mich, sondern darum ob man diesen Leuten eine Bühne geben sollte oder nicht.
Ich weiß in etwa was diese Herrschaften im Sinn haben, dessen kann man sich auch in Zeiten des Internets kaum erwehren.
Ich möchte, dass diese Spinner vor einem möglichst breit gefächerten Publikum entlarvt werden und das nicht nur in der Heute Show, Neo Magazin Royale, Extra3 oder ähnlichen Formaten.
Wenn die weiter in ihrer Opferrolle bleiben dürfen und von den öffentlich-rechtlichen ignoriert werden ist mMn Keinem geholfen im Gegenteil.
Ja, weil dieses entlarven auch immer so viel bringt. Weil deren Anhänger für rationale Argumente auch zugänglich sind oder

Das mit der satanischen, kinderbluttrinkenden Merkel zum Beispiel müsste nur mal auf großer Bühne entlarvt werden, dann ist der ganze Spuk vorbei
 
Es gibt ja nicht nur glühende Anhänger, sondern auch Zweifler, Unentschlossene, leicht zu beeinflussende, die dadurch eventuell "belehrt" würden.
Und das hat wann jemals funktioniert? Wie oft wurden der AFD Widersprüche nachgewiesen, Argumente als falsch aufgezeigt, wie oft wurde bei Trump aufgezeigt, dass er schamlos lügt? Ergebnis: es hat sich nichts geändert, stattdessen kann man beobachten, wie der Diskurs immer weiter nach rechts rückt, wie immer wieder ausgetestet wird, was noch gesagt werden kann. Und mit jeder Einladung in ein anerkanntes seriöses Medium legitimierst du deren Ansichten ein Stückchen mehr und tust so, als ob deren menschenverachtenden Scheiß in irgendeiner Form diskussionswürdig sei.
 
Und das hat wann jemals funktioniert? Wie oft wurden der AFD Widersprüche nachgewiesen, Argumente als falsch aufgezeigt, wie oft wurde bei Trump aufgezeigt, dass er schamlos lügt? Ergebnis: es hat sich nichts geändert, stattdessen kann man beobachten, wie der Diskurs immer weiter nach rechts rückt, wie immer wieder ausgetestet wird, was noch gesagt werden kann. Und mit jeder Einladung in ein anerkanntes seriöses Medium legitimierst du deren Ansichten ein Stückchen mehr.
Das erlebe ich grundsätzlich komplett anders.
 
Was genau erlebst du anders? Ist in deiner Welt die AFD eine Randpartei? Hat Trump nur 7 statt 70 Millionen Stimmen bekommen?
Trump lasse ich hierfür mal außen vor.

Ich erlebe nicht, dass der Diskurs nach rechts rückt, es sei denn von ganz weit links aus in Richtung Mitte. Der Zulauf zur AfD hat mMn nichts mit deren (kaum vorhandener) Präsenz in anerkannten seriösen Medien zu tun. Wenn schon eher mit dem Fehlen dort.
 
Trump lasse ich hierfür mal außen vor.

Ich erlebe nicht, dass der Diskurs nach rechts rückt, es sei denn von ganz weit links aus in Richtung Mitte. Der Zulauf zur AfD hat mMn nichts mit deren (kaum vorhandener) Präsenz in anerkannten seriösen Medien zu tun. Wenn schon eher mit dem Fehlen dort.
Zum Thema Diskursverschiebung nach rechts:
Die Zunahme abwertender Einstellungen spaltet die Gesellschaft nicht nur mental, sondern führt zu mehr offener rassistischer Gewalt, zu Übergriffen auf Unterkünfte, zu Hass im digitalen Raum und wird in rechtspopulistischen Kreisen zunehmend als legitim erachtet.[22] Eine schleichende Legitimierung dieser Positionen bis hin zur zunehmenden Gewaltakzeptanz hängt auch mit einer lange Zeit zu zaghaften, zu wenig demokratisch-intervenierenden Haltung der politischen Akteure zusammen. Politik und Medien haben bei den Themen "Flucht und Migration" Bedrohungsmetaphern und -szenarien aufgegriffen und reproduziert wie "Flüchtlingskrise" oder "Asylchaos". Aus dem politischen Spektrum wurde weder mit deutlichem Widerspruch interveniert noch wurden alternative, konstruktive migrationspolitische Ansätze öffentlich zur Diskussion gestellt. Stattdessen wurde rechtspopulistischen Provokateuren etliche mediale Foren geboten, um ihre Tabubrüche sprachlich auszuprobieren und langfristig im öffentlichen Diskurs zu platzieren. Positionen, die als demokratiedistante, menschenrechtsfeindliche, rassistische und diskriminierende Vorurteile galten, wurden sagbar und als Urteil im Meinungsspektrum anerkannt. So kann sich ein menschenfeindliches Vorurteil von der Ideologie zur sozialen Norm verschieben und zur geteilten Realität einer Gruppe werden.[23] Abwertende Äußerungen werden schon lange nicht mehr nur gegen Geflüchtete ungehemmt und öffentlich geäußert, sondern auch gegen andere Gruppen wie Frauen, Homosexuelle und obdachlose Menschen. Gefeiert wird dies als erfolgreiches Überwinden eines Meinungsdiktates. Wer dagegen Widerspruch erhebt, wird als Gegner der Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt diffamiert. Damit sind erste Schritte zu Diskursverschiebung und Verrohung der Sprache in der deutschen Gesellschaft vollzogen.
https://m.bpb.de/apuz/266589/die-ge...-und-konsequenzen-fuer-die-politische-bildung

Aber man kann natürlich auch regelmäßig mit der AfD deren Positionen in Talkshows diskutieren. Dann haben wir bald schöne Fragestellungen wie "Migranten an der Grenze abknallen - oder sollte man es lassen?" oder auch "Flüchtlinge in Seenot retten. Pro und Contra" oder vielleicht auch "Hustende Neger - gefährlich oder nicht?" (Hintergrund: https://mobile.twitter.com/kaffeecup/status/1052521321970700288?lang=de). Wird bestimmt interessant.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Der Zulauf zur AfD hat mMn nichts mit deren (kaum vorhandener) Präsenz in anerkannten seriösen Medien zu tun.

Immer wenn Tasmanias Rekord in Gefahr ist und über sie berichtet wird, steigen ihre Einnahmen. Deswegen sind sie so froh, dass sie ihn behalten können. Will sagen: Überproportionale Darstellung von Randthemen fördern diese Randthemen, Blödsinn in sozialen Medien, multipliziert mit TV/Print, macht aus Blödsinn ein Gesprächsthema. Und so geht das bei uns seit 5 Jahren und in den USA schon länger. Wenn in Wien zwei Leute auf der Straße erstochen werden und alle laut "Terror" schreien, dann lächelt der Mullah und macht einen Strich auf seinen Zettel. Wenn in Freiburg ein Geisteskranker zwei Passanten angreift und die Meldung lautet "Ein Terroranschlag kann nicht ausgeschlossen werden", dann lächelt der Mullah erneut und nippt an seinem Tee. Und so wird die Lage in Deutschland jedes Jahr sicherer und sicherer aber die gefühlte Bedrohung steigt. Wieso ist das so? Wenn kleine Themen große Beachtung finden, werden es große Themen und genau das ist bei der AfD passiert und immer wieder und wieder und wieder punkten sie mit ihrer Opferrolle. Doch, ignorieren ist gut und zwar bis zu dem Punkt der ihrem Anteil am Diskurs gerecht wird. Nur weil jemand laut schreit, bekommt er keine Aufmerksamkeit. Das ist zwar ein evolutionärer Impuls aber den trainiert sich der Mensch normalerweise so ab dem Säuglingsalter ab.
 
Trump lasse ich hierfür mal außen vor.

Ich erlebe nicht, dass der Diskurs nach rechts rückt, es sei denn von ganz weit links aus in Richtung Mitte. Der Zulauf zur AfD hat mMn nichts mit deren (kaum vorhandener) Präsenz in anerkannten seriösen Medien zu tun. Wenn schon eher mit dem Fehlen dort.

Der Diskurs rückt mMn immer weiter in die Extreme (ohne eine politische oder religiöse Richtung da hervorheben zu wollen).

Das bekommt man, denke ich, auch nur noch in den Griff wenn sich jeder (wirklich jeder) langsam mal an gewisse Ethikstandards halten würde z.B. keine gezielte Irreführung, keine Hetze, keine Aufrufe zur Gewalt etc.. Da das aber illusorisch ist, wird man das alles kaum mehr einfangen können. Selbst mit der Einschränkung bestimmter Dienste ist das maximal eine Zeitverzögerung, bis die sich anderweitig organisiert haben - jetzt macht sich Parler halt mit den Russen gemein, dem eigentlichen Staatsfeind Nr.1 (eigentlich schon wieder Realsatire, wenn es nicht so gefährlich wäre)...

Das Internet ist mächtig, nur leider verstehen viele allerdings nicht es "richtig" zu bedienen. Das fängt da an, dass viele Menschen alles glauben was irgendwo publiziert wird ohne es eben zu hinterfragen (gilt auch wieder für alle Seiten).

Ich bin da mittlerweile desillusioniert. Die (a)sozialen Medien kehren auf kurz oder lang nur das Schlechteste der Menschen in der Breite hervor (siehe bspw. Tay oder auch der "Hitler Bot" genannt).
 
Das tun sie aber so oder so. Sie sind ja sogar in der Zensur-Opferrolle wenn die Kamera live auf sie drauf ist.
Naja, ehrlicherweise muss man auch sagen, dass da manches mal "unglücklich" geschnitten wird von den Öffis.
Sollte man auch lassen.
Hab neulich die Weidel im MoMa gesehen.
Die wirkt auf mich dermassen abgehoben,elitär und unsympathisch,dass ich alleine deshalb schon nie auf die Idee käme, die zu wählen und die ist ja keine weibliche Höecke oder so.
Der Sirin hat das schon gut geführt, das Interview.
Die schiessen sich schon selbst ins Bein und jetzt wo Flüchtlinge kein Thema sind, werden die weiter an Boden verlieren.
 
Ich bin da mittlerweile desillusioniert. Die (a)sozialen Medien kehren auf kurz oder lang nur das Schlechteste der Menschen in der Breite hervor (siehe bspw. Tay oder auch der "Hitler Bot" genannt).

Ist das der Bot der in kürzester Zeit zum Rassisten mutiert ist? :lol:

Das Ding ist großartig und so schön entlarvend. Gleichzeitig natürlich auch ein wunderbares Lehrbeispiel dafür wie wichtig die richtige Auswahl des Trainingsmaterials für eine KI ist.
 
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