Vieles, was du hier geschrieben hast, ist vollkommen richtig. Inkl. der Äußerungen, dass du HS noch aus der Kritik herausnimmst und das CF für vielen Verletzten nichts kann und man bei Kritik nicht unter die Gürtellinie gehen soll. Dennoch habe ich Verständnis, dass Fans, wie du es formuliert hast, in Fatalismus verfallen.
Denn Werder Bremen befindet sich ja nun wahrlich nicht in einer temporären Delle nach unten, sondern in einem seit ca. 15 Jahre andauernden Zustand, in dem Positiverlebnisse deutlich seltener sind als Enttäuschungen. Und dabei die dafür ehemaligen und aktuellen Verantwortlichen oft schlechte Eindrücke hinterließen und lassen. Und somit Werder seit anderthalb Jahrzehnten sportlich und wirtschaftlich schlechter dasteht als das vorhandene Potential es zulässt.
Man muss Menschen Fehler zugestehen, denn keiner ist perfekt. Jedoch sollten Menschen in der Lage sein, aus ihren Fehlern zu lernen, um es künftig besser zu machen. Bzw. wenn sie einen Posten übernehmen, auch aus den Fehlern ihrer Vorgänger zu lernen, um es besser zu machen. Davon ist bei Werder Bremen nach meinen Eindrücken wenig zu sehen, hier heißt es oft trotz personeller Fluktuation "Weiter so!" Und damit meine ich ausdrücklich nicht, dass bei personellen Veränderungen auf Entscheidungsebenen deren gesamter Verantwortungsbereich "auf links gedreht" wird, sondern nur dort Veränderungen stattfinden, wo es erforderlich ist.
Dass bei Werder Bremen eine ausreichende, erforderliche Fehlerkultur stattfindet, darf bezweifelt werden. Denn sehr oft hört und liest man von Werder-Verantwortlichen Klagen über Standortnachteile, überhitze Märkte, äußere Umstände (z.B. Corona) etc. Klar, wir verfügen nicht über die Möglichkeiten von Bayern München, Borussia Dortmund oder den Plastikclubs, aber dennoch sind unsere Voraussetzungen grundsätzlich besser als beim SC Freiburg, Mainz 05, FC Augsburg, St. Pauli, Heidenheim, VfL Bochum usw. die auch von äußeren Umständen wie überhitze Märkte, äußere Umstände (z.B. Corona) betroffen sind. Dort fokussiert man sich jedoch mehr aufs möglichst zielführende Arbeiten, ohne bzw. weniger über Umstände, Standortnachteile etc. zu jammen. Und dort hat auch, anders als bei uns Marco Bode, kein ehemaliger oder aktueller Funktionär, ein Buch geschrieben, wie ungerecht die Fußball-Welt doch sei.
Dieses stete öffentliche Wehklagen der grün-weißen Verantwortlichen ist auch das eine Art von - dieses Wort hatte dankenswerterweise
@syker1983 vor mehreren Jahren in dieses Diskussionsforum eingebracht - von Verzwergung. Und trägt neben der nicht ausreichenden Fehlerkultur dazu bei, das Werder Bremen seit mittlerweile 15 Jahren meistens weit unter den eignen Möglichkeiten bleibt. Und daher ist es nachvollziehbar, wenn Fans enttäuscht, frustriert oder sogar wütend sind.