Ich denke, dass die Invasion in die Ukraine endgültig zu einem, zumindest vorübergehenden, Umdenken in weiten Teilen der westlichen, freien Gesellschaften führen wird, auch innerhalb von Wirtschaft und Finanzwirtschaft. Und ich halte es für zwingend notwendig.
Schon vor Beginn der russischen Invasion in der Ukraine stand die Rolle des internationalen Sports, des dort investierten Kapitals, nicht zuletzt wegen der skandalösen Vergaben von sportlichen Großereignissen in totalitäre Staaten, so scharf in der Kritik wie selten zuvor.
Neben Russland agieren u.a. auch China, Katar u.a. zunehmend rücksichtslos bei der Durchsetzung ihrer Interessen. Zu Lasten der Menschenrechte, zu Lasten der Meinungsfreiheit zu Lasten der Friedensordnungen und jahrzehntelanger internationaler Konventionen. Das betrifft den internationalen Sport, aber auch die Real- und die Finanzwirtschaft. Das zügellose Investment russischer und auch chinesischer Staatsunternehmen auf westlichen Märkten, die zunehmende Abhängigkeit westlicher Volkswirtschaften von solchen Investments wird nicht weiter unreguliert Fortschreiten dürfen.
Es ist wahrscheinlich, dass ein neues Bewusstsein für solche Hochrisikogeschäfte gewachsen ist oder wachsen wird. Es geht um eine klare Haltung zur Verhinderung von Abhängigkeiten von solchen Staaten. Es geht um eine stärkere Überwachung und Regulierung von Finanztransaktionen.
Im Zusammenhang mit Chelsea London und mit den Investments russischer Oligarchen konnte man aber, genauso wie bei solchen von arabischen Scheichs, schon Jahre vorher wissen, dass dieses Geld nicht "sauber" ist.
Und man hätte es auch ablehnen können, wenn man es denn damals schon gewollt hätte.