Junge, das sind Aussagen, da geht mir der Hut hoch! Guck mal ins Geschichtsbuch...
Ich habe ganz klar gesagt, dass ich das für Verbrechen halte! Ja, ich habe auch schon von den Gräueltaten an Bevölkerungsgruppen unter Stalin gehört. Wie Du vielleicht von der (nichtkommunistischen)
Ausbeutung und Ermordung zahlloser Ureinwohner in Amerika, Afrika, Polynesien, Australien...
Ob unter Stalin mehr Menschen als starben als unter Hitler ist übrigens umstritten; es werden nur dubiose untere und obere Grenzwerte angegeben und: Was bedeutet Verantwortung konkret? Tun? Unterlassen? Dulden? Vorsatz? Fahrlässigkeit? Kann man Stalin Tote des Weltkrieges zurechnen oder zählen diese allein zu den Opfern des NS-Regimes? Welche äußeren Einflüsse (Missernten etc.) gab es für die Zahl der Toten unter Mao? Wie viele Menschen hätte Hitler ermordet, wenn er nicht zwölf, sondern wie Stalin dreißig Jahre regiert hätte?
Nur damit klar ist, was ich meine; jedes dieser Opfer war ein Opfer zuviel. Ich will keines der Verbrechen Stalins kleinreden oder rechtfertigen. Aber das NS-Regime war in seiner systematischen Ausrichtung, Angehöriger anderer Ethnien als minderwertig auszurotten, dessen Wirtschaftssystem nur durch die Ausbeutung anderer Völker funktionieren konnte, etwas anderes als die Diktaturen, die sich kommunistisch nannten. Aber wenn Du mir schon vorschlägst, mehr zu lesen: Das "Schwarzbuch Kapitalismus" arbeitet zwar sicher auch mit fragwürdigen Zahlen, zeigt aber sehr gut, dass auch die Marktwirtschaft täglich Opfer fordert.
Die These, "Hitler war nicht so schlimm wie Stalin", die man Aufrechnungen unterstellen könnte (ich beziehe das ausdrücklich nicht auf Dich, ich verstehe, was Du meinst) halte ich jedenfalls für sehr gefährlich. Ebenso, wenn man den Völkermord gegen die (ebenfalls rechtswidrige) Vertreibung und Ermordung von Deutschen nach dem Krieg "aufrechnet".
Um wieder einen Bezug zum Thema herzustellen: Sowohl Hitler (1939) wie auch Mussolini (1935) und auch Stalin (1945 und 1948) waren für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.
), aber als ich vorhin gehört habe, dass Obama den Friedensnobelpreis gewonnen hat hab ich mich auch nur gefragt wofür. :stirn: 
) Er hat bislang nichts geleistet. Statt dessen hat er vor ein paar Tagen noch dafür gesorgt, dass 30.000 neue Soldaten nach Afghanistan geschickt werden sollen... In seiner Rede hat er davon gesprochen, dass Gewalt für "gerechten Frieden" manchmal notwendig sei. Wer legt fest, was unter "gerechtem Frieden" zu verstehen ist? Das in Amerika immer noch der Calvinismus stark vertreten ist, reicht das für die Ansicht, man müsse die Demokratie weltweit verbreiten (Stichwort Translatio Imperii)