Das hat hier niemand in dieser Form geschrieben, aber das ist mein Eindruck, wenn man mal ein bisschen zwischen den Zeilen liest. Natürlich ist dieses "scheißegal" ein wenig übertrieben, ich denke niemand würde es OK finden, wenn die Karten bald 345Euro pro Spiel kosten, aber die hier vorherrschende Meinung scheint ja zu sein "Solange ich selber das noch bezahlen kann, ist mir alles egal, hauptsache ich krieg für meine Kohle ordentlich was geboten."
Wenn hier geschrieben wird der Boykott sei "lächerlich" oder zumindest "nicht gerechtfertigt", da man ja "Fan von einem erfolgreichen Verein sein will", dann sieht das für mich schon so aus, als wollte da jemand ausdrücken, dass es an den Preisen EIGENTLICH gar nichts zu meckern gibt...
Wie soll man das denn deiner Meinung nach nennen, wenn jemand aufgrund seiner finanziellen Lage nicht die Möglichkeit hat im Stadion zu sein? Na gut, meinetwegen "Ausschließung", aber die Aussage von dem was ich geschrieben hab ändert sich dadurch auch nicht.
Mir hat die Preispolitik der achso tollen, unfehlbaren Werder Bremen Gmbh&coKG jedenfalls jede Vorfreude auf das Spiel heute Abend genommen, weil ich weiß, dass meine Freunde vor dem Fernseher sitzen werden, weil sie einfach nicht mal eben 150 Euro für diese 3 verdammten Tickets auftreiben können...
Erstens: Die "vorherrschende Meinung" ist auch bei nochmaligem Lesen aller von Dir kritisierten Beiträge eher: "Es ist normal und keinesfalls Werder-typisch, dass Champions League-Tickets mehr kosten als vor 6 oder 8 Jahren." Und nicht: "Es ist mir egal, was es kostet, Hauptsache es wird was geboten!"
Zweitens (auch wenn es schon mehrfach genauestens erklärt worden ist): Man kann den Boykott auch von Form, Wortwahl und Zeitpunkt her lächerlich finden, ganz ohne -wie Du unterstellst- so zu tun, als ob es "überhaupt nichts zu meckern gibt". Aber das scheinst Du nicht zu respektieren.
Drittens: Hast Du wirklich durchweg Freunde, die sich 150,- Euro nicht leisten können, bisher bei 130,- Euro aber dabei waren? Natürlich ist irgendwo eine Grenze, aber das scheint mir nun doch sehr populistisch, was Du hier schreibst.
Anstatt polemisch auf die "Werder GmbH" einzudreschen (wobei ich mich ein bisschen frage, wovon man eigentlich überhaupt Fan ist, wenn man den Verein geringschätzt und teils sogar verachtet, die Spieler für austauschbare Millionäre hält und das Stadion gerade für ein Ärgernis ohne Dach) könnte man theoretisch auch berücksichtigen, dass Werder nicht willkürlich und boshaft aus einer Solidargemeinschaft ausbricht, weil dem Verein (so nenne ich das immer noch...) die fans scheißegal sind, sondern dass Werder sich in einem Gesamtkontext bewegt, in dem Werders Fans weitaus weniger Anlass zu Beschwerden haben als die Fans von Hertha BSC Berlin, dem HSV, Schalke oder gar ausländischen Vereine.
Man muss hohe Preise nicht kritiklos hinnehmen und nicht schönreden. Man muss sie aber auch nicht unbedingt als Teil einer Agitation instrumentalisieren.

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