Bremen
Moderator
http://www.zeit.de/sport/2015-01/klopp-bvb-eilenberger-interview
Ich muss feststellen das der Mann nicht unrecht hat. Mein Freundeskreis besteht da ich außerdem dem Pott komme nahezu ausschließlich aus Dortmundern. Das sind beileibe nicht nur dumme Menschen aber trotzdem höre ich jeden Tag das sie lieber mit Klopp in Liga 2 würden als ihn zu entlassen. Der Mann besitzt hier absoluten Heldenstatus und selbst in der aktuellen Situation können sich die meisten den BVB ohne Klopp nicht vorstellen.
Wenn ein Coach lange und i.d.R. auch demzufolge erfolgreich war, kann man es sich als Fan nur schwer die Ära im Verein nach seinem Abschied vorstellen; wir Werder-Fans haben dies mit OR und TS ja gleich zweimal erlebt. Denn je länger und erfolgreicher ein Trainer bei einem Club ist, desto mehr wird der Club mit dem Coach sowohl von den eigenen Fans als auch von Außenstehenden personifiziert.
Aber wie ist es, wenn es plötzlich nicht mehr rund läuft? Auch andere sehr erfolgreiche Trainer haben mit ihren Clubs hier und da eine enttäuschende Bundesliga-Saison hingelegt, konnten dies aber mit dem Erreichen von Halbfinalen, Endspielen oder gar Titelgewinnen in (inter)nationalen Pokalwettbewerben kompensieren und der BVB ist ja noch sowohl in der CL als auch im DFB-Pokal vertreten, aber so tief der BVB mit Klopp ist mMn noch kein mit Titeln dekorierter Trainer innerhalb weniger Monate in der Buli abgestürtzt (außer Max Merkel in 68/69 als damals amtierender Meister). Aufgrund dieser extremen Situation fällt es demzufolge derzeit natürlich schwerer, von "nur einem Ausrutscher" zu sprechen.
Dennoch beträgt der Abstand zum Nichtabstiegsplatz gerade einmal 2 Punkte, so daß den Fans eine Trennung von Klopp derzeit schwer vorstellbar ist. Aber bei der Pleite gegen Augsburg ist die Stimmung schon gegen die Mannschaft umgeschlagen und wenn in den nächsten 6 Partien, davon 5 gegen Teams aus der derzeitigen unteren Tabellenhälfte, nicht ausreichend gepunktet wird, dürfte sich auch die Ansicht in der Personalie Klopp von so manchen BVB-Fan ändern. Ein verdienter Trainer verfügt bei den eigenen Fans natürlich über einen hohen Kredit, aber die Erfolge von gestern beinhalten nun einmal keine Automatismen zur Lösung der Probleme der Gegenwart. Auch das haben wir Werder-Fans erlebt.
Da gibt es durchaus Parallelen. Das bedingungslose Festhalten an Klopp ist nach den Erfolgen der letzten Jahre verständlich, zu lange sollten sie dort an ihm aber auch nicht festhalten. Obwohl: mir soll' s recht sein. Den ganzen Erfolgsfans und den Eventkiddies gönnt man einen Abstieg doch immer gern und Herr Klopp zählt bekanntermaßen auch nicht gerade zu meinen Lieblingstrainern.


