Und wie hat man das erreicht? Durch kluges Wirtschaften. Man hat diesen Pfad in den letzten Jahren aber verlassen und muss jetzt dafür Tribut zahlen. Sowas kann in jedem Verein passieren. Ich finde dieses rumgejammer, und nicht nur hier, manchmal einfach nur unangebracht. Man hat mit Werder so viele gute Zeiten erlebt, kann man dann nicht auch etwas gelassener mit einem Tal umgehen? Man muss jetzt umstrukturieren und scheinbar hat man daraus gelernt, das man nicht auf Teufel komm raus die CL Millionen den Spielern in den Rachen wirft. Werder ist nach wie vor ein Verein mit begrenzten Mitteln und das wird sich auch nicht ändern. Und wird wohl niemals wirklich in der Lage sein, in solche Poker um einen Reus einzusteigen. Wer daran glaubt, das das durch anderes Wirtschaften möglich gewesen wäre, lebt meiner Meinung nach an der Realität vorbei. Denn so ein Reus Transfer wäre genauso wie die teuren Vertragverlängerungen in der Vergangenheit der falsche Schritt für Werder.
Mmh mir fällt dazu ein, das mein Glück vielleicht auch ist das ich zu einer Zeit dazugekommen bin, wo es in der Liga oft nicht wirklich gut lief. Und meine 3te Saison bereits vom Abstiegskampf gezeichnet war. Vielleicht macht einen das allgemein ein wenig demütiger. Aber ich hoffe das ich niemals so abheben werde, das ich denke mein Verein kann sonstwas für Höhenflüge vollbringen.
Lese gerade die ganzen Beiträge zu "Wachsen", "mittelgroßer Provinzklub" oder dass andere Vereine andere Rahmenbedingungen fürs Wachsen hätten.
Werder hat über Jahre die beste "performance" in der Buli. Sie haben relativ gesehen sicherlich das meiste aus ihren Möglichkeiten gemacht. Dass man aber nicht auch wachsen könne wie andere Vereine, weil man u.a. nicht die "Möglichkeiten" hat, sehe ich anders.
Wenn man wachsen will, geht man automatisch immer ein gewisses Risiko ein, weil dieses "Wachstum" eigentlich nie ohne Schulden daherkommt. Ein 80.000 Zuschauer fassendes Stadion stellt sich nicht über die Portokasse auf. Man verweist da gerne auf 60 Millionen Schulden (dieses böse Wort auch noch von einem Schalker

). Diesen Schulden stehen aber Vermögenswerte gegenüber. Wenn überhaupt, sprechen wir hier über die langfristige Bedienung der Annuität (Zinsen/Tilgung) durch langfristig höhere Einnahmen. Und genau dort steckt das Risiko des "Wachsens". Wer dieses Risiko nicht eingehen will, weil man dann ja diese bösen Schulden macht, wird immer ein Kleinbetrieb bleiben oder zumindest nicht mitwachsen können, um konkurrenzfähig zu bleiben. So gesehen unterscheidet sich ein heutiger Buli-Verein kaum von einem normalen Wirtschaftsunternehmen.
Und: Einige sprechen immer davon, dass ja die Rahmenbedingungen und das Umfeld in Bremen nicht so sind wie anderswo. Ich frage mich immer, was damit gemeint sein soll. Die regionale Konkurrenz? Die ist im Ruhrgebiet um ein Vielfaches höher als in Bremen. Ich kann auch nicht sehen, dass die Region Bremen von vornherein unattraktiver für Sponsoren/Investoren sein soll. Attraktivität geht in erster Linie vom Produkt oder Unternehmen aus und nicht von den Rahmenbedingungen.
Natürlich braucht man für Wachstum die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt. Das zu erkennen, unterscheidet einen guten Unternehmer von einem mittelmäßigen.
Und bei Lügenscheid sage ich auch heute noch, dass dieser Gesundungsprozess ja nicht aktiv angegangen wurde, sondern als einzige Alternative mit der Pistole vor der Brust gemacht werden musste. Dass die da jetzt so glänzend rauskommen, finde ich als Unternehmer absolut überzeugend, keine Frage. Lügenscheid wird - so leid es mir persönlich auch tut - wieder eine ganz große Nummer in Deutschland werden.