Die Konkurrenz schwächelt, da die Liga ausgeglichen und stark wie nie zuvor ist. Die kleinen Vereine haben extrem aufgeholt und sich nicht mehr so einfach zu schlagen. Die Konstanz der Dortmunder ist umso höher einzuschätzen.
Stark wie nie zuvor sicher nicht.
Zum einen greift das Nachwuchskonzept des DFB (inklusive besserer Integration) nachhaltig erfolgreich, wovon letztlich die Vereine profitieren.
Aber vor allem hat es in der Liga einen Paradigmenwechsel gegeben, der sich am internationalen Fussball orientiert. Es geht immer mehr um konzentrierten Systemfussball mit klarer Struktur, aufbauend auf defensiven Algorithmen Schnelligkeit im Umkehrspiel nach Balleroberung. Dadurch ist gleichzeitig die Bedeutung
des Teams nochmal wichtiger geworden. Mit einem reinen Ego-Zocker Diego in der Zentrale würden wir heute nicht mehr Zweiter werden wie 2008. Die kleinen Vereine haben nicht unbedingt aufgeholt, jedoch stehen die Trainer/Mannschaften, die das als erstes umsetzen konnten, in der Liga besser als erwartet.
Für mich eine logische Fortentwicklung des Fussballs. Gab es vor 10 bis 15 Jahren noch gravierende taktische Veränderungen wie das Abschaffen des Stoppers und Umstellung auf Viererkette, die Verdichtung des Mittelfeldes mit einem zentralen DM sowie Halbpositionen oder - noch früher - die Abschaffung des statischen Dreimann-Sturmes, so ist das heute weitgehend ausgereizt. Das 4-2-3-1, das 4-4-2 mit Raute oder flacher Vier sind lediglich taktische Abwandlungen (je nach Spielerpersonal und Trainerphilosophie) des in den 90ern erfolgreichen holländischen 4-3-3.
Wobei das Dortmunder 4-2-3-1 genauso wie das System der Münchner statisch interpretiert wird, während z. Bsp. Mainz extrem auf Positionswechsel und Variabilität setzt. Es ist halt immer die Frage, welches Personal zur Verfügung steht und da ganz besonders wieviel strategische Intelligenz.
Dortmund lebt extrem von der Eingespieltheit, weil sie das System seit 2,5 Jahren verinnerlicht haben. Du siehst bei ihnen z. Bsp. ganz selten die typischen Werder-Symptome, dass sie zu grosse Abstände zwischen den Mannschaftsteilen haben, die Aussenpositionen, egal ob AV`s oder Mf, nicht durch Doppeln oder konsequentes Nach- bzw. Einrücken unterstützt werden.
Das macht es einfacher, sowohl mal formschwache Akteure mitzuuziehen oder auch Spieler aus der zweiten Reihe einzubauen, ohne die gute Ordnung auf dem Platz zu verlieren und das effektive Pressing vernachlässigen zu müssen. Ich finde aber ihre Spielweise zu einseitig und sehe es wie Schmolle, was das Spielerische angeht. Wird interessant zu beobachten sein, wie es in den nächsten Jahren da weitergeht.