Auswirkungen der Finanzkrise auch im Fußball bzw. bei Werder?

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Die Franzosen haben für die "Citibank Deutschland" gerade erst 5 Milliarden Euro bezahlt, was auf eine hohe Wertigkeit des Hauptsponsors schließen lässt. Und wenn eine große deutsche Bank wirklich in Schwierigkeiten geraten sollte, dann wird mit Sicherheit der Staat als Retter einspringen.

Die Citibank wird sich ja wegen des Eigentümerwechsels irgendwann im nächsten Jahr (?) umbenennen müssen. Der neue Name muss bundesweit bekannt gemacht werden. Das geht nur über Werbung. Deshalb halte ich eine Verlängerung des Trikotsponsorings über den 30.6.2010 hinaus gar nicht für so unwahrscheinlich.

Was den Stadionbau angeht, denke ich, dass die Kreditlinien schon unter Dach und Fach sind. Eventuell wird die Weserstadion GmbH als Bauherrin sogar von den sich abzeichnenden weiteren Zinssenkungen der EZB profitieren. Außerdem dürften die in den letzten Jahren dramatisch angestiegenen Stahlpreise durch die Abkühlung der Weltwirtschaft sinken. Da kann man sogar von Glück reden, dass Werder nicht schon letzte Sommerpause gebaut hat.

Wenn die Finanzkrise in eine Rezession mündet, wird das natürlich auch Auswirkungen auf den Fußball haben, aber keine gravierenden. Eventuell werden ein paar Tausend Trikots weniger verkauft, die Sponsoren halten sich etwas zurück und die TV-Gelder fließen nicht mehr so üppig. Aber von einer Rezession wäre jeder Wirtschaftszweig mehr oder weniger betroffen.
 
Vielleicht hätten wir dann aber doch ein neues Weser-Stadion mit erhöhter Kapazität bekommen. Bei sich abkühlender Nachfrage aufgrund der Rezession fallen die Stahlpreise. Mit Zinssenkungen ist ebenfalls zu rechnen bzw. die sind schon beschlossen.

Hätte Werder jetzt die Verträge geschlossen, wäre mehr drin gewesen. Der dritte Oberrang hätte möglicherweise gebaut werden können. Aber war das absehbar? Für die Banker vielleicht schon.
 
Hätte Werder jetzt die Verträge geschlossen, wäre mehr drin gewesen. Der dritte Oberrang hätte möglicherweise gebaut werden können. Aber war das absehbar? Für die Banker vielleicht schon.

Wenn ich mir den Gesamteindruck der Bevölkerungsgruppe Banker anschaue, dann wussten die nicht mehr als der Rosenverkäufer oder KfZ Mechaniker vom Eck. Einfach unglaublich was sich alles als Experte und Berater bezeichnen lassen darf.
 
sogar von den sich abzeichnenden weiteren Zinssenkungen der EZB profitieren.

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Nix da. Mal davon abgesehen, dass Werder sicher eine fixe Verzinsung auf 5-10 Jahre vereinbart hat, hat die Zinssenkung erstmal garnichts verändert. Der zu Rate gezogene Zinssatz ist der EURIBOR und solange es kein Vertrauen unter den Bänkern gibt, wird der auch nicht so schnell sinken.

Hätte Werder jetzt die Verträge geschlossen, wäre mehr drin gewesen. Der dritte Oberrang hätte möglicherweise gebaut werden können. Aber war das absehbar? Für die Banker vielleicht schon. .

Gott sei Dank hat Werder seine Verträge schon abgeschlossen. Momentan gäbe es keinen Cent von den Banken. Also - sehr gute Entscheidung
 
Wenn ich mir den Gesamteindruck der Bevölkerungsgruppe Banker anschaue, dann wussten die nicht mehr als der Rosenverkäufer oder KfZ Mechaniker vom Eck. Einfach unglaublich was sich alles als Experte und Berater bezeichnen lassen darf.

Sei Dir sicher, dass der große Teil der hiesigen Ereignisse auch von Bankern nicht vorhersehbar war. Insofern finde ich es lustig, dass Du Dir den letzten Satz anmaßen kannst. Wenn Du hier ernst genommen werden willst, solltest Du Dir solche Sätze tunlichst verkneifen.

Deutsche Banken sind doch erst dadurch ins Schleudern gekommen, dass Wertpapiere von renommierten Banken ausgefallen sind bzw. herbe Verluste hinnehmen mussten. Lehman Bros. galt als großes Bankhaus, Hypo Real Estate ist ein DAX-Wert, hinter dem jeder (!) eine gewisse Substanz unterstellt hat.

Letztendlich bleibt Banken in ihrem Depot-A-Geschäft nichts anderes übrig, als bei der Auswahl und Gewichtung der Papiere nach einem einwandfreien Rating zu schauen. Wenn man es ganz genau machen will, vergleicht man noch die Ratings verschiedener Agenturen und zieht Unternehmenskennzahlen hinzu.

All dies wird in der Praxis auch getan und war (bzw. erschien) bei den besagten Bankhäusern auch lange Zeit einwandfrei - erstrecht unter der Annahme, dass man keine kurzlaufenden Titel im Depot hat sondern längere Laufzeiten gewählt hat.

Wenn man nun unbedingt Banker an den Pranger stellen will, dann bitte diejenigen, die durch mangelnde Diversifikation ihre Großbank an die Wand gefahren haben - nicht aber die breite Masse der regional tätigen Banker die, O Schreck, von alledem nichts gewusst haben. Dann das haben sie wirklich nicht.
 
Unter der Voraussetzung, dass es in England die selben Rahmenbedingungen angesetzt werden wie in Deutschland, würde sich das wohl in etwa so darstellen:
Beim Verkauf eines Unternehmens werden zunächst Vermögen und Schulden saldiert. Zum Vermögen gehören dann neben den Sachanlagen und verfügbaren Barreserven auch Spieler, die noch nicht bilanziell abgeschrieben sind. Und da können bei englischen Top-Vereinen natürlich horrende Ablösesummen hinterstehen. Davon ausgehend muss sich ein Investor dann überlegen, wieviel ihm ein solcher Verein Wert ist. Der gezahlte Betrag wird dann nach Übernahme aktiviert.

Im Falle von Abramovic und dem FC Chelsea sähe es dann so aus, dass die Bilanz sich (vom Kaufpreis abgesehen) nicht durch den Verkauf verändern würde. Das, was Abramovic in den Club investiert hat, kann er nicht ohne weiteres wieder herausziehen (Näheres: siehe letzter Absatz).
Das heißt: ein neuer Investor übernimmt zwar die Schulden, aber auch das Vermögen des Clubs. Und entgegen vieler Vermutungen gehört dazu nicht nur Kohle, sondern auch sämtliche Sachanlagen, Spielerbeine etc.

Ein Fall für die Insolvenz wäre Chelsea dadurch nicht. Denn von einer Übernahme wären die Gläubiger nicht in erster Linie betroffen. Dazu müsste der übernehmende Investor den Club erst einmal dermaßen herunterwirtschaften, dass die Tilung auch nachhaltig nicht mehr geleistet werden kann. Oder die Bankenkrise führt eben dazu, dass die Gläubiger Kredite kündigen müssen um sich überhaupt über Wasser halten zu können. Aber das wäre dann ja unabhängig von einem Verkauf des Clubs bzw. Unternehmens.

Ergo: der Bilanz ist es egal, ob ein Investor hinter dem Eigenkapital steht oder ob es langsam aufgebaut wurde. Kritisch wird es nur dann, wenn ein Investor einen Verein durch selbst eingebrachtes Fremdkapital aufgebaut hat und ein Hintertürchen hat, dieses vorzeitig zurückzuverlangen. Dann kann es für einen Verein Zappenduster aussehen. Ich unterstelle aber mal, dass die Gelder von Investoren i.d.R. den Charakter einer Privateinlage haben, die dann aus Sicht des Investors weg wäre. Denn für Abramovic ist Chelsea ein Spielzeug, die Millionen dürften ihm relativ egal sein. Und bei Hopp steckt eine Menge Leidenschaft zum Verein dahinter.

Naja so einfach ist es ja auch nicht. Klar, was die Bilanz angeht das da Soll und Haben saldiert werden iist klar, aber das Hauptproblem ist doch folgendes wenn sich der "Sponsor" (z.B. Abramowich) zurückzieht:
Er pumt jedes Jahr viele Hundert Millionen aus seiner Privatschatulle in den Verein, ergo ist der Verein ans sich nicht wirtschaftlich überlebensfähig.
Findet man eine neuen Investor der ebenfals diese Riesensumme sponsort, dann ist alles gut, findet man Ihn jedoch nicht (was ja durchaus bei dem einen oder anderen Verein wahrscheinlich ist, wenn es zu einer Weltwirtschaftskriese kommen sollte), hat man ein riesen Problem.

Dann siehtst aus wie folgt: Der Verein muss die Verpflichtungen bedienen, ihm fehlen aber viele Millionen die keiner mehr von oben reinstreut.
Um die Verpflictungen zu bedienen hat man zwei Möglickeite:

1. Einnahmen steigern: Hier gibts nur eine wirkliche Möglichkeit, und zwar Sachen oder Spieler zu verkaufen. Bei Spielern ist es jedoch Fraglich ob man die riesen Millionenbeträge noch bekommt wenn mehrer Klubs Probleme haben sollten. Sonst hat nen Fussballverein ja nicht gerade viel zum verkaufen.
2. Ausgaben senken: Also Spieler verpflichten die weniger Verdienen, wobei man ja noch an laufenden Verträge gebunden ist.

--> Dies alles hat zur folge, dass man sportlich schlechter wird --> noch weniger Geld einnimmt (z.B.CL) und sich der Kreis weiter dreht.
Dazu kommt ja noch das viele Kreditgebre sehr nervös sind wenn man mal ein zwei Raten nicht wird zahlen können, und dann evtl. auf Folstreckeung(Insolvenz) drängen wird.

Kurzum: Ich denke es wird durchaus die eine oder andere Pleite geben. Denn wenn sich ein Investor zurückzieht und man keine gleichpotenten findet, steckt man schon in sehr gr0ßen Schwierigkeit.
 
Sei Dir sicher, dass der große Teil der hiesigen Ereignisse auch von Bankern nicht vorhersehbar war. Insofern finde ich es lustig, dass Du Dir den letzten Satz anmaßen kannst. Wenn Du hier ernst genommen werden willst, solltest Du Dir solche Sätze tunlichst verkneifen.

Ich habe in den letzten Monate Bücher gelesen, die keine 5 Jahre alt sind und die genau dieses Szenario vorausgesehen haben. Lediglich der Zeitraum der Krise passt nicht ganz, meistens war von 5-10 Jahren die Rede. Entweder haben die ganzen Ökonomen damals ins blaue geraten oder man konnte sehr wohl davon ausgehen.......


Wenn man im großen Stil Kredite an Leuten vergibt die nicht ansatzweise kreditwürdig sind und dann nicht vorhersehen kann das bei steigenden Zinsen die Raten nicht mehr zurückgezahlet werden können, dann haben die wohl an der Mickey Mouse Wirtschaftsakademie gelernt.

Und um zu Wissen daß es eine Kettenreaktion auslöst, wenn Millionen Familien aus dem wahrscheinlich am höchsten verschuldeten Land und zeitgleich konsumfreundlichsten Land der Erde auf der Straße sitzen und keine Kaufkraft mehr haben, dafür braucht man auch kein Wirtschaftsdiplom.


Und wenn dann noch die nicht amerikanischen Banken in diesem kurzfristig lukrativen und langfristig ruinösen Markt mitmischen, dann ist auch klar wohin der Weg geht. Das war alles andere als unvorhersehbar.



Letztendlich ist allerdings, das muß ich zugeben, der kleine Sparkassenbanker eine arme Sau ist . Selbst wenn er es besser gewusst hätte, dann wäre er mit dem Vorschlag das Geld risikolos anzulegen wohl ziemlich schnell gefeuert worden.
 
Wenn man im großen Stil Kredite an Leuten vergibt die nicht ansatzweise kreditwürdig sind und dann nicht vorhersehen kann das bei steigenden Zinsen die Raten nicht mehr zurückgezahlet werden können, dann haben die wohl an der Mickey Mouse Wirtschaftsakademie gelernt.

lol. Gib deine Bücher mal schnell wieder zurück. Vielleicht solltest du erstmal nachschauen, was die Krise ausgelöst hat.

Dass die Leute ihre Kredite nicht zurückzahlen können, war gewollt. Was die Krise ins Rollens gebracht hat, war die Immobilienkrise, die wiederum war vorhersehbar.

Was momentan geschieht hat nicht mehr viel mit Subprime zu tun, sondern mit fehlendem Vertrauen unter den Banken und der Aktionisten und es würde mich doch stark überraschen, dass das einer vorhergesehen hat.

(Schau auch mal nach Wirtschaftszyklus. Wenn du heute ein Buch über die nächste Krise in 5-10 Jahren schreibst, liegst du mit Sicherheit auch richtig)
 
Wenn man im großen Stil Kredite an Leuten vergibt die nicht ansatzweise kreditwürdig sind und dann nicht vorhersehen kann das bei steigenden Zinsen die Raten nicht mehr zurückgezahlet werden können, dann haben die wohl an der Mickey Mouse Wirtschaftsakademie gelernt.

Ist mir ohnehin neu, dass Immobilienkredite mit variablen Zinsen ausgestaltet werden und Zinsänderungen sofort an den Verbraucher weitergegeben werden ;)
 
Ist mir ohnehin neu, dass Immobilienkredite mit variablen Zinsen ausgestaltet werden und Zinsänderungen sofort an den Verbraucher weitergegeben werden ;)

In Deutschland wird zum grössten Teil mit dem festen Zinssatz gearbeitet. Aber in Spanien wird z.B- zu 98% mit einem variablen Zinssatz gearbeitet.
Deswegen steigt in Spanien die Verschuldung momentan rapide an, der Ursprung ist allerdings ein anderer.

Wie es sich mit den U.S.A verhält weiss ich nicht, will aber nochmal klarstellen, dass jene faulen Kredite auch bei einem Zinssatz von 2,5% nicht zurückgezahlt werden könnten.
 
Moin,

als Startpunkt stelle ich folgenden Artikel zur Diskussion:

http://www.goal.com/EN/articolo.aspx?contenutoid=902247

Following the chairman of the FA's announcement on Tuesday that English clubs are £3billion in the red comes UEFA general secretary David Taylor's caveat that the most debt-ridden clubs on the continent face exclusion from European competiton.

Taylor is concerned about the impact of the 'white knight' attitude that is prevalent among many clubs, whereby a solution to soaring debts is expected or hoped for in the form of a Abramovich-esque benefactor, and no steps are taken by the club in question to alleviate financial meltdown.

As a result of his concern with a continental-wide problem, Taylor stated that UEFA is ready to penalise offending clubs by banning them from Europe's top competitions.

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Was meint ihr dazu?
 

Das es diesen Text in hunderten Varianten auch auf deutsch gibt, und man den nicht unbedingt auf englisch posten muß......


Zum Text selber : Laber Rhabarber......., seit ich denken kann will man was gegen die verschuldeten Vereine unternehmen, und seit Jahren macht man nichts. Warum soll es ausgerechnet dieses mal anders laufen ?

Money rules, das weiß auch die UEFA/FIFA.
 
...Kritisch wird es nur dann, wenn ein Investor einen Verein durch selbst eingebrachtes Fremdkapital aufgebaut hat und ein Hintertürchen hat, dieses vorzeitig zurückzuverlangen. Dann kann es für einen Verein Zappenduster aussehen. Ich unterstelle aber mal, dass die Gelder von Investoren i.d.R. den Charakter einer Privateinlage haben, die dann aus Sicht des Investors weg wäre....

Meines Wissens nach sind die Gelder, die Abramovitch in Chelsea gesteckt hat, als Verbindlichkeiten ggü. Gesellschafter in deren Bilanz ausgewiesen. Insofern kann er das Geld sehr wohl zurückverlangen, sofern keine Rangrücktrittsvereinbarungen o.ä. bestehen. Dies würde für Chelsea sogar mit ganz großer Sicherheit Insolvenz bedeuten, da man diese Beträge nicht ohne weiteres bedienen kann. Bzw. der Verein müsste seine Spieler verkaufen und würde in seiner jetzigen Form nicht mehr weiter existieren.
 
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