Allgemeiner Wahl-Thread

Welche Koalition wünscht Ihr Euch?

  • CDU / CSU / SPD

    Votes: 3 17,6%
  • CDU / CSU / Grüne

    Votes: 2 11,8%
  • SPD / Grüne / Linke

    Votes: 6 35,3%
  • Nichts davon - Neuwahlen

    Votes: 6 35,3%

  • Total voters
    17
Gerade wenn man eine kleine(re) Partei wählt, sollte man sich überlegen, sich bei der Erststimme trotzdem zwischen SPD und CDU/CSU zu entscheiden:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,646745,00.html
Wenn die Kandidaten von Union oder SPD sich bei weitem nicht so stark für ihren Wahlkreis engagieren wie jemand von einer anderen Partei, wieso sollte man sich dann überlegen, die Erststimme trotzdem Union oder SPD zu geben?
 
Wenn die Kandidaten von Union oder SPD sich bei weitem nicht so stark für ihren Wahlkreis engagieren wie jemand von einer anderen Partei, wieso sollte man sich dann überlegen, die Erststimme trotzdem Union oder SPD zu geben?


Weil in den meisten Wahlkreisen (in meiner Region in allen) nur CDU und SPD-Mitglieder eine Chance haben, das Direktmandat mit der Erststimme zu erhalten.

Somit ist eine Erststimme für eine andere Partei wirklich verschenkt, während ich bei der Zweitstimme klar dafür bin die Partei der eigenen Überzeugung zu wählen, denn da kann es zumindest etwas bringen.

Sicher gibt es auch Wahlkreise wo ein Mandat für einen aus einer anderen Partei möglich wäre, aber ich denke das ist in Deutschland die Ausnahme.

Ich selbst ringe noch mit mir, ob ich danach verfahren soll (Zweitstimme geht bei mir definitiv nicht an CDU oder SPD).

Bei der Erststimme ist alles was nach Platz 1 kommt unrelavant.
 
Ich halte dieses Argument für fragwürdig, denn nur einem Unions- oder SPD-Kandidaten die Stimme zu geben, weil nur diese die Chance haben, per Direktmandat in den Bundestag einzuziehen, ist ungefähr ja so, als wenn man Bayern-Fan wird, weil diese am Ende der Saison sowieso die Nase vorne haben.

Deshalb ist es auch keine verschenkte Stimme, wenn man einen anderen Kandidaten wählt, denn nur damit kann man den Etablierten zeigen, daß ihre Arbeit nicht zufriedenstellend ist. Eine Stimme allein ändert gar nichts, aber in der Masse kann sie zumindest Eindruck hinterlassen und ggf. zum Nachdenken anregen.
 
Deshalb ist es auch keine verschenkte Stimme, wenn man einen anderen Kandidaten wählt, denn nur damit kann man den Etablierten zeigen, daß ihre Arbeit nicht zufriedenstellend ist.

Das kann man aber sehr viel deutlicher mit der Zweitstimme (was ich auch befürworte).

Hier sieht man eine Prognose für alle Wahlbezirke:

http://www.election.de/img/maps/btw09e_prognose_090912.gif

Quelle:

http://www.election.de/cgi-bin/content.pl?url=/img/poll/btw_wp_090912.html



Es geht mir darum:

Wenn ich weiß, das Direktmandat geht an CDU oder SPD... ich wähle eine ganz andere Partei, aber mir ist CDU lieber als SPD oder umgekehrt, dann kann es sinnvoll sein, die Erststimme anders zu verwenden als die Zweitstimme..... Ist es mir aber egal, wer das Direktmandat bekommt, dann stimme ich natürlich auch mit der Erststimme für "meine" Partei.

Nur mal um ein konkretes Beispiel zu machen

Wähler X wählt FDP
Wähler X wünscht sich als Regierung CDU/CSU + FDP

Wäre es da so unklug, die Erststimme an die CDU zu vergeben?


Oder noch ein beispiel:

Wähler Y wählt die Grünen
Wähler Y weiß, wenn es für Schwarz/Gelb reicht, werden die Grünen nicht regieren
Wähler Y könnte dann doch den Schluss ziehen -> Erststimme SPD, um Schwarz/Gelb zu verhindern.
 
Na ja, ich halte die Argumentation, dass die Künstler wegen der Downloads im Internet weniger verdienen für nicht ganz schlüssig. Lieder werden ja auch im Radio gespielt, wo jeder (sogar legal) mitschneiden könnte, und trotzdem werden noch Alben verkauft. Ich kenne Leute, die zwar Terrabyte von gedownloadeter Musik haben aber bei den Bands, die ihnen gefallen, trotzdem weiterhin Geld ausgeben. Teils für CDs, (an denen die Konzerne übrigens weit mehr verdienen als die Künstler) teils für Konzerte.

Es ist sicher richtig, dass nicht alle Künstler automatisch und in gleichem Maße weniger verdienen durch illegale Downsloads. Das ist aber nur ein Aspekt des Piraten-Irrsinns, denn ihr Angriff zielt auf die komplette Abschaffung des geistigen Eigentums mit der völlig sinnfreien Begründung, dass alles, was heute an Musik, an Texten, an Filmen oder sonstigen Werken entsteht, schon auf Werken anderer beruhe und deswegen keine Schöpfung sei. Die Abschaffung des Urheberrechts bedeutet aber nicht nur, dass niemand mehr eine Vergütung für seine geistige Arbeit erhält, sondern dass auch niemand mehr sein Werk vor Veränderungen durch Dritte schützen kann.

Also findest du gut, wenn man 10 jährige Kinder in Schubkästen steckt, aus denen sie keine vernünftige Chance mehr haben herauszukommen?? Ich rede vom 3gliedrigen Schulsystem. Sollte nicht jeder Mensch die gleichen Chancen haben? Sollten wir unser Schulsystem nicht so umstellen, so wie es in anderen Ländern am besten läuft?

Dann sollte man fairerweise aber auch dabei berücksichtigen, dass der Erfolg anderer Länder in den verschiedenen Auflage der PISA-Studie nur nach Meinung gewisser politischer Kreise alleine auf einem eingliedrigen Schulsystem beruht. Nach Ansicht zahlreicher Experten, die tatsächlich mit Schule zu tun haben, ist der Grund für den Erfolg dieser Schulsysteme vor allem die Tatsache, dass es dort in der Regel eine echte Ganztagsschule gibt und die Kinder so wesentlich mehr Zeit mit Unterricht verbringen als in Deutschland.
 
Genial ist übrigens ebenfalls, dass die Piraten - wie Niedersachse richtig sagt - die vollständige Abschaffung des geistigen Eigentums, sprich die Abschaffung des Patentschutzes fordern. Gute Nacht, Forschungsstandort und Innovationsland Deutschland! Das könnte ja wirklich lustig werden...

@ Sportfreund: "So lange die Piraten..." ;)
 
Zitat von Lell für Deutschland;622554:
So lange die Piraten eine Ein-Themen-Partei bleiben und solche Phrasen raushauen, sind sie nicht ernst zu nehmen.

Zitat von [Sportfreund];623525:
Hmmm, wie haben die Grünen damals noch angefangen? Da war doch was.

@ [Sportfreund]

Ich vermute, Dein Beitrag war ironisch gemeint, denn abgesehen von der Forderung nach direkter Demokratie (z.B. Volksbegehren, was ich nach meinem Demokratieverständnis begrüße) trennen Piratenpartei heute und Grüne damals nicht nur Welten, sondern Universen.

Die Grünen haben sich seinerzeit, um es mal salopp zu formulieren, eine „ökologisch-soziale Revolution“ auf die Fahnen geschrieben und in 30 Jahren haben sie zumindest im Umweltbewußtsein die Gesellschaft geprägt und dadurch einiges bewirken können. Dagegen sind die Ziele der Piratenpartei legentlich die Rechte an immateriellen Gütern zu reformieren sowie die informationelle Selbstbestimmung. Ähnliche und andere politische Themen stehen nicht im Programm, um die Ziele der Partei nicht zu verwässern - das ist in etwa so, als wenn man sich als Autohersteller präsentiert , aber nur die Türen produzieren will... :stirn:

Deren Forderung nach informationeller Selbstbestimmung ist einerseits verständlich, denn keiner möchte sich ausspionieren lassen, auf welchen Internet-Seiten er surft. Aber mit einer informationellen Selbstbestimmung, wie die Piratenpartei sie ansterbt, fördert man die Kriminalität, und damit meine ich nicht nur Raubkopien, und Wirtschaftskriminalität im großen Stil, sondern auch politischen Extremismus bis hin zum Terrorismus, Kinderpornografie etc.

Unwählbare, populistische Dummschwätzer ohne durchdachte Konzepte, da hat ja selbst die Blöd-Zeitung noch mehr Niveau. (ich werde den heutigen Tag rot im Kalender markieren müssen, denn ich hätte nicht gedacht, daß ich so etwas von mir gebe)
 
Dann sollte man fairerweise aber auch dabei berücksichtigen, dass der Erfolg anderer Länder in den verschiedenen Auflage der PISA-Studie nur nach Meinung gewisser politischer Kreise alleine auf einem eingliedrigen Schulsystem beruht. Nach Ansicht zahlreicher Experten, die tatsächlich mit Schule zu tun haben, ist der Grund für den Erfolg dieser Schulsysteme vor allem die Tatsache, dass es dort in der Regel eine echte Ganztagsschule gibt und die Kinder so wesentlich mehr Zeit mit Unterricht verbringen als in Deutschland.

Aber das kann ja nicht verkehrt sein, Bildung ist (meistens) der Schlüssel zum Erfolg, abgesehen davon, daß in den Ganztagsschulen ja nicht nur Unterricht durchgezogen wird, sondern auch Hausaufgaben gemacht oder Arbeitsgemeinschaften angeboten werden etc. ist es ohnehin widersprüchlich, daß das bürgerlich-liberale Lager in diesem unseren Lande sich so vehement gegen eine Modernisierung unsers veralteten dreigleisigen Halbtags-Schulsystem wehrt, aber gleichzeitig von den Arbeitnehmern und damit auch von Eltern schulpflichtiger Kinder zeitliche Flexibilität bei der Berufsausübung fordert.
 
@Werderfan86

Was hat die Umentscheidung bei der Erststimme bitte mit der letztlichen Regierungsbildung zu tun? (Überhangmandate kann man vernachlässigen)

Du hast schon Recht, in der Praxis sind Überhangmandate bisher kaum von Bedeutung gewesen, da ein solches strategisch wählen nie in einem bedeutenden Ausmaß durchgeführt wurde.

Das liegt meiner Meinung nach an der Unwissenheit - oder fehlendes strategisches Denken oder einfach blind ein kreuz wie das andere zu machen - der Mehrzahl der wähler.
 
@Werderfan86

Was hat die Umentscheidung bei der Erststimme bitte mit der letztlichen Regierungsbildung zu tun? (Überhangmandate kann man vernachlässigen)

Wieso kann man Überhangmandate vernachlässigen?

Z.B.: Wikipedia: Bei den Bundestagswahlen 1998 bis 2005 erhielt die SPD jeweils mehr Überhangmandate als die Unionsparteien. So kam sie 2002 trotz eines Stimmenvorsprunges von nur 6.027 Zweitstimmen (entspricht 0,01 %) durch Überhangmandate auf drei Sitze mehr als die Union, blieb damit stärkste Fraktion und stellte weiter den Bundeskanzler.

Klar ist natürlich, das nur bei "umkämpften" Wahlkreise eine unterschiedliche Erst- und Zweistimmenabgabe Sinn macht.
 
Zitat von Klose für Werder;622442:
Es gibt ja keine perfekte Partei. Mit der FDP stimme ich in fast allen Innenpolitischen Meinungen überein (auch sowas wie Schule und auch Wirtschaft und so). Nur das Thema Umwelt und die Außenpolitik entsprechen mir nicht so ganz. Aber wenn ich die Dinge abwiege ist mir die Innenpolitik und Bildungspolitik usw. wichtiger als Atomkraft oder Afghanistan. Nicht das es nicht wichtig wäre, aber das andere ist mir wichtiger. Wenn ich mixen könnte, würde ich sagen Innenpolitik und Co. FDP, Umweltpolitik Grüne und Außenpolitik kann ich jetzt nur anhand Afghanistan fest machen und da bin ich für Abzug. Und diese Dinge sind noch nicht mal Unvereinbar deswegen sollte ich meine eigene Partei aufmachen, die "LUPD", die "Liberale Umweltschutzpartei Deutschland" :D

Schließe ich mich Unbash an. Du heißt es also gut, dass Zehn- und Elfjährige Kinder in Schubladen gesteckt werden, aus denen 95% von ihnen nie wieder herauskommen? Glücklicherweise gibt es durch die Grünen erste Fortschritte in Hamburg, wo die Primarschule errungen wurde. Dort haben die Kinder von der ersten bis zur sechsten Klasse gemeinsam Unterricht - und dann wird eine Empfehlung ausgesprochen. Allerdings auch nur ein Kompromiss. Ziel sollte es sein, den gemeinsamen Unterricht bis zur neunten Klasse einzuführen, denn es gibt Früh- und Spätentwickler, letztere haben im jetzigen Bildungssystem leider null Chancen.

Weiterhin sind Umweltschutz und Liberalismus prinzipiell unvereinbar, entweder legst du den Unternehmen Regeln und Einschränkungen auf oder du lässt sie machen, was sie wollen. Glaubst du, RWE oder Eon halten sich freiwillig an irgendwelche Umweltschutzgesetze? Die bevorzugen die Variante, die am billigsten und oftmals am umweltschädlichsten ist, und sowas wird durch Parteien wie die FDP ermöglicht.
 
@ [Sportfreund]

Ich vermute, Dein Beitrag war ironisch gemeint, denn abgesehen von der Forderung nach direkter Demokratie (z.B. Volksbegehren, was ich nach meinem Demokratieverständnis begrüße) trennen Piratenpartei heute und Grüne damals nicht nur Welten, sondern Universen.

Die Grünen haben sich seinerzeit, um es mal salopp zu formulieren, eine „ökologisch-soziale Revolution“ auf die Fahnen geschrieben und in 30 Jahren haben sie zumindest im Umweltbewußtsein die Gesellschaft geprägt und dadurch einiges bewirken können. Dagegen sind die Ziele der Piratenpartei legentlich die Rechte an immateriellen Gütern zu reformieren sowie die informationelle Selbstbestimmung. Ähnliche und andere politische Themen stehen nicht im Programm, um die Ziele der Partei nicht zu verwässern - das ist in etwa so, als wenn man sich als Autohersteller präsentiert , aber nur die Türen produzieren will... :stirn:

Deren Forderung nach informationeller Selbstbestimmung ist einerseits verständlich, denn keiner möchte sich ausspionieren lassen, auf welchen Internet-Seiten er surft. Aber mit einer informationellen Selbstbestimmung, wie die Piratenpartei sie ansterbt, fördert man die Kriminalität, und damit meine ich nicht nur Raubkopien, und Wirtschaftskriminalität im großen Stil, sondern auch politischen Extremismus bis hin zum Terrorismus, Kinderpornografie etc.

Unwählbare, populistische Dummschwätzer ohne durchdachte Konzepte, da hat ja selbst die Blöd-Zeitung noch mehr Niveau. (ich werde den heutigen Tag rot im Kalender markieren müssen, denn ich hätte nicht gedacht, daß ich so etwas von mir gebe)
:tnx::tnx::tnx:
 
Schließe ich mich Unbash an. Du heißt es also gut, dass Zehn- und Elfjährige Kinder in Schubladen gesteckt werden, aus denen 95% von ihnen nie wieder herauskommen? Glücklicherweise gibt es durch die Grünen erste Fortschritte in Hamburg, wo die Primarschule errungen wurde. Dort haben die Kinder von der ersten bis zur sechsten Klasse gemeinsam Unterricht - und dann wird eine Empfehlung ausgesprochen. Allerdings auch nur ein Kompromiss. Ziel sollte es sein, den gemeinsamen Unterricht bis zur neunten Klasse einzuführen, denn es gibt Früh- und Spätentwickler, letztere haben im jetzigen Bildungssystem leider null Chancen.
Und was ist, wenn innerhalb dieser 9 Jahre große Leistungsunterschiede unter den Schülern auftreten? Wie will man dann jeden Schüler optimal fördern? Auf welchem Niveau sollen diese Klassen überhaupt unterrichtet werden? Also ich glaube, dass so ein System für heutige potenzielle Hauptschüler vielleicht schon förderlich sein könnte, potenzielle Gymnasiasten könnten allerdings schnell unterfordert werden, und deshalb bin ich klar dagegen. Was sich im Schulsystem ändern muss, ist dass die individuelle Förderung der Schüler gestärkt wird. Mit gemeinsamem Unterricht bis zur 9. Klasse wäre aus oben genannten Gründen wohl eher das Gegenteil der Fall. Lieber mit kleinen Reformen das System verbessern, statt es von Grund auf umzukrempeln.
 
Zitat von Klose für Werder;623259:
Nö, wir machens einfach so:

Grüne kümmern sich um Umweltschutz usw.
FDP um den Rest

:D:p


Bitte nicht!

Was nützt uns die intakteste Umwelt, wenn einige wenige immer reicher werden, die Arbeitenden mit geringeren Löhnen auskommen und die "Freiheit" nutzen, im Zweifel mal die falsche Erkrankung aus der Krankenversicherung ausgeschlossen zu haben. Und zudem eine Minderheit, die keine Arbeit findet (wie es übrigens in einer Marktwirtschaft unausweichlich ist) samt ihrer unschuldigen Kinder ins Elend stürzen.
 
Zitat von [Sportfreund];623525:
Hmmm, wie haben die Grünen damals noch angefangen? Da war doch was.

das ist einfach falsch. bei den grünen kamen alle möglichen gruppen zusammen, die eine neue politische heimat suchten... anarchisten kommunisten frauenrechtler bürgerrechtler umweltschützer anti-akw-bewegung .. das ist mehr als ein thema

Dann sollte man fairerweise aber auch dabei berücksichtigen, dass der Erfolg anderer Länder in den verschiedenen Auflage der PISA-Studie nur nach Meinung gewisser politischer Kreise alleine auf einem eingliedrigen Schulsystem beruht. Nach Ansicht zahlreicher Experten, die tatsächlich mit Schule zu tun haben, ist der Grund für den Erfolg dieser Schulsysteme vor allem die Tatsache, dass es dort in der Regel eine echte Ganztagsschule gibt und die Kinder so wesentlich mehr Zeit mit Unterricht verbringen als in Deutschland.

Ok warum ist dann die Abiturientenquote bei IGSen höher als bei den anderen? Ich kanns dir sagen: weil es das richtige ist Leute nicht schon im Kindesalter in soziale Schubkästen einzuordnen.

Deren Forderung nach informationeller Selbstbestimmung ist einerseits verständlich, denn keiner möchte sich ausspionieren lassen, auf welchen Internet-Seiten er surft. Aber mit einer informationellen Selbstbestimmung, wie die Piratenpartei sie ansterbt, fördert man die Kriminalität, und damit meine ich nicht nur Raubkopien, und Wirtschaftskriminalität im großen Stil, sondern auch politischen Extremismus bis hin zum Terrorismus, Kinderpornografie etc.

Wie strebt die PP die denn an??

Und was ist, wenn innerhalb dieser 9 Jahre große Leistungsunterschiede unter den Schülern auftreten? Wie will man dann jeden Schüler optimal fördern? Auf welchem Niveau sollen diese Klassen überhaupt unterrichtet werden? Also ich glaube, dass so ein System für heutige potenzielle Hauptschüler vielleicht schon förderlich sein könnte, potenzielle Gymnasiasten könnten allerdings schnell unterfordert werden, und deshalb bin ich klar dagegen. Was sich im Schulsystem ändern muss, ist dass die individuelle Förderung der Schüler gestärkt wird. Mit gemeinsamem Unterricht bis zur 9. Klasse wäre aus oben genannten Gründen wohl eher das Gegenteil der Fall. Lieber mit kleinen Reformen das System verbessern, statt es von Grund auf umzukrempeln.

Man fördert die Schüler optimal, dass die Klassengrößen auf skandinavisches Niveau fallen, nimmt Geld in die Hand für mehr Lehrer (das finanziert man durch Umwandlung des auflaufenden Soli Ost in einen Bildungssoli).
Wir brauchen auch jetzt keine würde und hätte-Diskussion führen. Guck dir die Länder, die bei Bildungstests gut abschneiden an und guck dann was die für ein Schulsystem haben.
 
@Klasnic17: Es profitieren nicht nur leistungsschwächere Schüler von leistungsstärkeren, sondern auch umgekehrt beim gemeinsamen Lernen (sei es z.B. als Übungsform für die Stärkeren, wenn sie den Schwächeren helfen).
Des Weiteren schleißt längeres gemeinsames Lernen kombiniert in der Form der Ganztagsschule individuelle Förderung ja nicht aus. Realisierbar durch weitere Unterrichtsformen. Also nicht nur der klassische 45-Minuten-Unterricht im Klassenverband, sondern z.B. Wochenplanarbeit oder wie das Zeugs heißt ;). Die Zeit dafür ergibt sich - in der Ganztagsschule.
Notwendig dafür sind aber mehr Lehrkräfte (also dass ein Lehrer für weniger Schüler "zuständig" ist). Und bisweilen auch eine bessere Ausstattung an den Schulen.
Aber dass wir in Bildung auch finanziell investieren müssen bleibt (gefühlt?) oftmals nur eine leere Phrase. Ist unser prozentualer Anteil (zum BIP) an Bildungsausgaben im internationalen Vergleich nicht auch geringer als bei PISA-erfolgreichen Ländern??

[Nebenbei: Ich halte auch "Pseudo"-Gesamtschulen - wie es sie aus Erfahrung gibt -, in denen das dreigliedrige System dann doch weitergeführt wird, indem man die Schüler stumpf in den verschiedenen Fächern von Beginn an in verschiedene Kurse einteilt, für wenig sinnvoll.]
 
Aber dass wir in Bildung auch finanziell investieren müssen bleibt (gefühlt?) oftmals nur eine leere Phrase. Ist unser prozentualer Anteil (zum BIP) an Bildungsausgaben im internationalen Vergleich nicht auch geringer als bei PISA-erfolgreichen Ländern??

Das ist nicht nur gefühlt. Es ist erschreckend, wofür hierzulande Steuergelder verwendet bzw. verschwendet werden (z.B. für die Sanierung maroder Landesbanken wie z.B. die HSH Nordbank, weil sie in Geschäftsfeldern Verluste erwirtschaftet haben, die gar nicht zu den Aufgaben einer Landesbank gehören...), die in der Bildung hätten sinnvoller investiert werden können.

Die Politik redet besonders in Wahlkämpfen davon, mehr in Bildung zu investieren, aber nach dem Plebiszit sieht die Welt wieder anders aus: Lt. Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geben deren Mitgliedsstaaten während der regulären Ausbildungsdauer bis zum Schulabschluss durschschnittlich 93.775 US-$ pro Schüler aus, während es in Deutschland nur 90.000 US-$ sind und damit liegt man noch weit hinter Länder wie Irland, Island oder Dänemark, wo über 100.000 Dollar pro Schüler investiert werden, für eines der reichsten Länder der Erde ein Armutszeugnis, aber in den Regierungsvierteln gibt es nun einmal keine Schul-Lobbyisten.
 
Ok warum ist dann die Abiturientenquote bei IGSen höher als bei den anderen? Ich kanns dir sagen: weil es das richtige ist Leute nicht schon im Kindesalter in soziale Schubkästen einzuordnen.

Dir kommt es also nur auf die Masse an Abiturienten an, ja? Wenn du dir Studien ansiehst über den Leistungsstand der Abiturienten an verschiedenen Schulformen, dann weisen dabei die Integrierten Gesamtschüler in der Regel einen erheblichen Rückstand auf zu anderen Abiturienten, und nach allem, was zu hören ist, hat sich das in Niedersachsen durch die Einführung des Zentralabiturs nur leicht gebessert.
 
Back
Top