Alles zum Hauptsponsor

Mattähai als neuen Trikotsponsor...

  • ...finde ich super

    Votes: 5 38,5%
  • ...kann ich gut mit leben

    Votes: 7 53,8%
  • ...ist mir egal

    Votes: 1 7,7%
  • ...könnte besser sein

    Votes: 0 0,0%
  • ...schlimm

    Votes: 0 0,0%

  • Total voters
    13
Nehmen wir also folgendes zur Kenntnis:

1.) Argumente für die Massentierhaltung (Effizienz, billige Preise, geringe Umweltbelastung etc. pp.) zählen nicht in dieser Debatte. Man muss dagegen sein, weil armes Tier. Tiere essen ist bähbäh und wer kein Biofleisch isst, ist ein *********. Dies past zu den Ergebnissen von Studien, dass Menschen, die Bio-Produkte kauften, sich nachher gegenüber ihren Mitmenschen schäbiger verhielten als solche, die konventionelle Produkte kauften. Dies ist die "Moral" der Bio-Fraktion, die man hier wunderbar beobachten kann.

2.) Man will zwar auf konventionelle Lebensmittel, Supermärkte, Billigkleidung, Sportartikel, möglicherweise in Sweatshops genähte und überteuerte Werdertrikots nicht verzichten. Man wendet sich auch nicht vom Fußballbusiness ab, das viel krudere Blüten treibt als Wiesenhof. Man startet aber einen moralinsauren Shitstorm gegen einen möglichen (!) Sponsor, der uns Hühnerfleisch herstellt. Verhindert man diesen tatsächlich, feiert man diesen Sieg mit ökologisch wertvollen Marlboro-Zigaretten, einer Palette nachhaltigem Dosenbier und einer biodynamischen Eurest-Bratwurst. Und natürlich dem ekelhaft guten Gewissen. Das ist die "Moralität von Debilen", die "Banalität des Guten" (Eike Geisel).

3.) Es ist mir völlig egal, wer Werder-Sponsor wird. Ich weiß, dass Fußball ein dreckiges Geschäft ist, das gilt für meinen Arbeitgeber, für Staaten und andere Firmen auch. Wir stecken knietief drin. Aber ich möchte nicht auf die kleinen Freuden verzichten: Einen guten Wein, für dessen Anbau literweise Wasser verschwendet wurde, auf einen wunderbar gemähten Fußballplatz, auf das Weserstadion mit dieser energiefressenden Rasenbeleuchtung, auf den Fußball-Zirkus, auf ungeschützten Geschlechtsverkehr, auf ein geregeltes einkommen, das mir all dies ermöglicht, auf fließendes Wasser, ein saftiges Biosteak oder industriell hergestelltes paniertes Hähnchen, auf leckeres Gemüse, schöne Markenklamotten und die besten Schuhe. Ích möchte keine Askese, sondern Luxus.

Boah, dieser ganze Beitrag trieft nur so vor selbstgerechter Komik. Massentierhaltung eine geringe Umweltbelastung zuschreiben zu wollen grenzt wirklich an ein ignorantes Dahinschweben in einer Welt, die man sich selbst schön zurecht gestrickt hat und dann auch noch den Anderen vorwirft, nichts von außen reinzulassen. Du prangerst die Vergiftung von Flüssen und Gewässern an, aber Kloake-Becken, die so groß sind wie ganze Fußballfelder x 2, sind natürlich ein wertvoller Beitrag zur Wiederherstellung eines ökologischen Gleichgewichts. Merkwürdig, wenn dann z.T das Trinkwasser unnormale Werte hat oder Anwohner aus der näheren Umgebung verstärkt Ausschläge und andere Krankheitsbilder aufweisen. Das kommt aber wohl von ihrer toxischen Einstellung gegenüber dem Thema. Und wenn es darum geht, dass für Soja-Plantagen ganze Regenwälder abgeforstet werden (ja, ist auch schlecht), dann kann man das immer noch nicht als Pluspunkt für die Massentierhaltung werten, denn da passiert exakt das Gleiche in Grün, dann wird halt für Viehweiden gerodet, was das Zeug hält.

Mal zusammengefasst: Du scherst alle Peta-Leute über einen Kamm wegen einer 2004 von den USA aus lancierten Kampagne. Du rückst Wiesenhof in ein Licht, in dem es nicht steht, wenn du den Zweck dieser Firma damit beschreibst, dass sie viel Geflügel produzieren, damit alle Leute günstig essen können. Kleine Info: Das ist das Resultat. Der Zweck ist keinesfalls so hehr, sondern es geht nur darum, dass Wiesenhof so viel Asche wie möglich macht. So weit okay, nur sollte man sich das eher vor Augen führen statt des Bildes von Helden, der das Hungerleiden des Volkes beendet. Also, Profit ist es. Nichts anderes, egal um welchen Preis. Und dass die Mittel dazu auch nicht unbedingt günstig für die Menschen sind, die es konsumieren, wenn auch im anderen Sinne - dürfte auch klar sein. Und dann bemühst Du das auf den letzten Seiten dutzendfach angeführte Totschlagargument, dass es so viel Schlimmeres gäbe, was auf der Welt passiert. Und alle, die sich nicht gegen alle Übel dieser Welt in gleichem Maße und mit gleicher Intensität einsetzen, sind sowieso nur doppelmoralische Schweine. Herzlichen Glückwunsch! Da das nie jemand können wird, behältst Du immer Recht. Aber das tust du ja sowieso.

Und im Übrigen empfinde ich das Geheule um ca. 6 Milliarden Hühner jährlich weltweit, die auf 39 Tage "Entwicklungsphase" herunter gezüchtet wurden und immer weiter herunter gezüchtet werden, keineswegs als verlogen. Zumal für mich in diesem Thema mehr mitschwingt als nur die (Be)Misshandlung von Hühnern bei Wiesenhof.
 
Wiesenhof wurde negativ in der Presse erwähnt, da sie Branchenprimus sind.
Die komplette konventionelle Tiermast arbeitet identisch. Warum hat sich niemand bei Könnecke oder Böklunder beschwert? Warum?

Ich meine: Man muss nicht mit dem Finger auf andere zeigen. Ich finde die Massentierhaltung auch unappetitlich und mir wäre es lieber, wenn die Tiere besser behandelt würden. Zudem erwarte ich, dass sich Tierzuchtbetriebe an die Gesetze halten. Alles keine Frage, darüber muss man nicht diskutieren, das ist selbstredend richtig.

Aber man muss doch anerkennen, dass die Massentierhaltung einen Sinn hat und einem Zweck dient, dass da nicht aus willkürlichen Gründen Tiere gehalten werden, dass Landwirtschaft und insbesondere Tierzucht sehr aufwendig sind, dass dem enormen Fleischkonsum weltweit Rechnung getragen wird dadurch. Es kann nicht jeder glückliche Gänse, Enten und Hühner essen, das geht rein logistisch nicht. Auch wenn sie besser schmecken, ich esse natürlich auch lieber z.B. eine Freilandente als eine Zuchtente, lieber Wildlachs als Zuchtlachs. Man merkt es dem Fleisch an.

Schlimm finde ich, dass man glaubt, man täte einen Beitrag zur besseren Welt, wenn man gegen Wiesenhof als Werdersponsor shitstormt, Freilandviehzeug isst oder Bio-Eier kauft. Nein, das tut man nicht.
 
Wenn Wiesenhof 12 statt 5 Mio zahlen würden, würde sich hier auch keiner aufregen...

Und jetzt können von mir aus alle Wiesenhof-Gegner und zukünftigen HSV-Fans rufen "stimmt ja gar nicht" :bier:
 
Eher wenige.
Wer ein wirkliches Rechtsbewusstsein hat, nutzt keine Beleidigungen und Selbstjustiz sondern den Weg der gesetzlich geregelt ist....

Sicher richtig.

Aber da es ja auch um "Tastaturen als Werkzeug des Pöbels" ging:
Welchen rechtlichen Weg soll man denn gehen, um seinen Verein von einer Sponsorenentscheidung abzuhalten.

(Von Einfach-selber-mehr-bieten-als-Wiesenhof-bieten mal abgesehen. Das gibt mein Girokonto derzeit nicht her.)
 
Ich meine: Man muss nicht mit dem Finger auf andere zeigen. Ich finde die Massentierhaltung auch unappetitlich und mir wäre es lieber, wenn die Tiere besser behandelt würden. Zudem erwarte ich, dass sich Tierzuchtbetriebe an die Gesetze halten. Alles keine Frage, darüber muss man nicht diskutieren, das ist selbstredend richtig.

Aber man muss doch anerkennen, dass die Massentierhaltung einen Sinn hat und einem Zweck dient, dass da nicht aus willkürlichen Gründen Tiere gehalten werden, dass Landwirtschaft und insbesondere Tierzucht sehr aufwendig sind, dass dem enormen Fleischkonsum weltweit Rechnung getragen wird dadurch. Es kann nicht jeder glückliche Gänse, Enten und Hühner essen, das geht rein logistisch nicht. Auch wenn sie besser schmecken, ich esse natürlich auch lieber z.B. eine Freilandente als eine Zuchtente, lieber Wildlachs als Zuchtlachs. Man merkt es dem Fleisch an.

Schlimm finde ich, dass man glaubt, man täte einen Beitrag zur besseren Welt, wenn man gegen Wiesenhof als Werdersponsor shitstormt, Freilandviehzeug isst oder Bio-Eier kauft. Nein, das tut man nicht.

Ich bin völlig deiner Meinung.
 
@maddin: Den empörten hier vorzuwerfen, dass dieser Protest eben auch nicht alle sonstigen Probleme und Widersprüche der sogenannten menschlichen Zivilisation im globalen Kaptilalismus löst ist mehr als wohlfeil und auch nicht besonders kreativ. Dass Du gerne Deinen Hedonismus ungebremst ausleben möchtest, sei Dir gegönnt. Beim bashen der gut situierten Wohlfühl-Ökos bin ich gerne vorne mit dabei. Zumal "Hersteller" wie Wiesenhof eher nicht für die gehobene Mittelklasse "produzieren" sondern für den Hartz IV Pöbel, der Gott sei Dank nichts über den Wert nachhaltig produzierter Lebensmittel für Mensch und Umwelt weiß, da er sich sowas eh nicht leisten kann.

Alles richtig, aber dennoch weiß ich nicht, was mir Deine beredte Anklage sagen soll? Ist der Protest überflüssig, weil nicht allumfassend? Oder unstatthaft, weil er die Preise für Hühnerklein in die Höhe treibt, oder weil sich Protest nicht schickt, sofern diejenigen, die ihn erheben, nicht selbst moralisch völlig rein sind?

endlich mal etwas vernünftiges...

Ich meine: Man muss nicht mit dem Finger auf andere zeigen. Ich finde die Massentierhaltung auch unappetitlich und mir wäre es lieber, wenn die Tiere besser behandelt würden. Zudem erwarte ich, dass sich Tierzuchtbetriebe an die Gesetze halten. Alles keine Frage, darüber muss man nicht diskutieren, das ist selbstredend richtig.

Aber man muss doch anerkennen, dass die Massentierhaltung einen Sinn hat und einem Zweck dient, dass da nicht aus willkürlichen Gründen Tiere gehalten werden, dass Landwirtschaft und insbesondere Tierzucht sehr aufwendig sind, dass dem enormen Fleischkonsum weltweit Rechnung getragen wird dadurch. Es kann nicht jeder glückliche Gänse, Enten und Hühner essen, das geht rein logistisch nicht. Auch wenn sie besser schmecken, ich esse natürlich auch lieber z.B. eine Freilandente als eine Zuchtente, lieber Wildlachs als Zuchtlachs. Man merkt es dem Fleisch an.

Schlimm finde ich, dass man glaubt, man täte einen Beitrag zur besseren Welt, wenn man gegen Wiesenhof als Werdersponsor shitstormt, Freilandviehzeug isst oder Bio-Eier kauft. Nein, das tut man nicht.

erstens scheinst du nicht müde zu werden, auf jeden zu zeigen, der deine auffassung nicht teilt und zweitens ist es schon ein wenig zynisch, alles auf die verhältnisse zu schieben, den protest gegen eben diese verhältnisse aber als zu banal abzutun...
 
Nichts. Ich wundere mich nur über diesen Shitstorm im Wasserglas und über das verlogene Geheule um ein paar tote Hühner. Das ist alles. Wenn man sich über die Blödheit nicht mehr wundern könnte, dann wäre man wirklich zynisch und verhärtet, aber mich schockiert dieses übersteigerte Mitleid mit den Hühnern in der Tat sehr.

Wenn ihr tatsächlich der Meinung seid, der Widerstand gegen diesen Sponsor entspringe einzig und allein dem "übersteigerten Mitleid mit ein paar Hühnern", ist dir und deinem komplett argumentlosen Akklamateur Campino nicht mehr zu helfen.
 
Kannst du mir mal eben die Urteile dazu raussuchen?

Ich habe heute desöfteren von einem laufenden Verfahren geschrieben, so daß ich es nicht jedesmal wiederholen wollte


Zudem bitte beachten, dass es sich dann um Wiesenhof handelt und nicht Betriebe die mit Wiesenhof Verträge haben...

Eben, deswegen ermittelt die Staatsanwaltschaft ja auch gegen Wiesenhof...
 
Sicher richtig.

Aber da es ja auch um "Tastaturen als Werkzeug des Pöbels" ging:
Welchen rechtlichen Weg soll man denn gehen, um seinen Verein von einer Sponsorenentscheidung abzuhalten.

(Von Einfach-selber-mehr-bieten-als-Wiesenhof-bieten mal abgesehen. Das gibt mein Girokonto derzeit nicht her.)

Sachlich geäußerte Kritik.

Nicht sowas wie NPD Vergleiche, SuperGaus, Skandal, schämt euch usw.

Zumal man ja garkeine Weg gehen muss, da Werder hier garkein illegales Verhalten begeht.
 
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