Es scheint ja so langsam wieder zu eskalieren. Ich denke, dass ein Alkoholverbot in den Zügen die Probleme nur verlagert. Ich finde es nicht schön, wenn ich in Zukunft auf einer langen Auswärtsfahrt auf das eine oder andere Bier verzichten müsste, aber wenn es schließlich der allgemeinen Sicherheit dient, soll es wohl so sein.
Bei längeren Fahrten gibt es ja Umsteigebahnhöfe in denen man ein Pils öffnen kann und friedlich sich "stärken" kann. Das tun die Raucher schließlich auch.
Zum Verlagern des Problems will ich kurz auch noch was sagen. Denn es wird "Fans" geben, die sich vor der Abfahrt deratig einen reinballern oder hinterher. Der Gewaltbereitschaft wird das keinen Abbruch tragen.
Außerdem wird das Einschrenken von Freiheiten auch wieder Konfliktpotenzial mit sich bringen.
Das was in Würzburg mit der Schickeria passiert ist, kann man an vielen Bahnhöfen in der Republik an Spieltagen feststellen. Es ist das allgemeine Problem an sich, dass es Chaoten gibt, die völlig dicht sind und herumprügeln.
Es ist auch schade, dass sich Fanverbände und Fanclubs nicht völlig von solchen Leuten distanzieren mögen. Das Bagatellisieren von Gewalttaten führt eigentlich dazu, dass der Staatsapparat zu härteren Sanktionen greift. In Italien dürfen zum Beispiel nur noch registrierte Fans auf Auswärtsfahrten gehen. In der Schweiz gibt es ähnliche Bestimmungen. Es dauert nicht mehr langen, bis tatsächlich die Bevölkerung in Deutschland verlangt, dass die Fußballvereine zur Kasse für die überdimensionierten Polizeiaktionen zahlen dürfen. Ein Alkohlverbot in Zügen ist nur der Anfang.
Ich sehe derzeit jedoch eher nicht das Problem, dass es wegen Bierkonsum von Fans im Zug zu verweisen oder ähnlichen kommt. Dafür ist der Aufwand und die Gefahr von Eskalation zu hoch. Aber man konnte auch beim Rauchverbot in Zügen sehen, dass sich ein Verbot in der Bevölkerung festigt. So wird es beim Alkohol auch sein.