Es geht mir um die Ausrichtung der Mannschaft. Ich erwarte nicht, dass wir ein offensiv Spektakel wie unter Schaaf in den besten Jahren abbrennen.
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Es geht um die taktische Ausrichtung gegen Mannschaften auf Augenhöhe. Unsere IV wagt es doch kaum die Mittellinie zu übertreten und unsere Außenstürmer spielen oft genug AV. Nouri muss die Mannschaft kompakter verschieben lassen, denn dann laufen wir auch nicht ständig Gefahr hinten eingeschnürrt zu werden. Mannschaften wie Ingolstadt, HSV und Augsburg dürfen soviel Druck auf unsere Abwehr ausüben wie in früheren Zeiten die Bayern. Hier liegt das Problem. Natürlich müssen wir kompakt defensiv stehen aber dann auch kompakt angreifen und bei Ballverlusten entsprechend kompakt pressen. Es sind einfach zu große Lücken zwischen den Spielern die den Angriff aufbauen und denen die absichern.
Grundsätzlich möglich, jedoch wären wir mit der von Dir vorgeschlagenen Vorgehensweise der aufgerückten IV im Grundprinzip schon beim Offensivfußball von TS, weil hierdurch der Raum vor dem eigenen Tor entblößt wird. Daraus resultiert zwangsläufig eine erhöhte Konteranfälligkeit bzw. es steigt die Wahrscheinlichkeit für einen auch durch gegnerischem Pressing verursachten "tödlichen" Ballverlust. Dies haben wir selbst mit den "Twin Towers" Merte/Naldo erlebt, die zwar über ein sehr gutes Stellungsspiel verfüg(t)en, aber aufgrund ihres groß gewachsenen Körperbaus auf den ersten Metern im Sprint nicht die schnellsten waren, so daß ballführende Gegenspieler oft enteilen konnten. Und wenn wir selbst damals mit einem CL-Kader mit dem als das beste geltende IV-Duo der Liga dahingehende Probleme hatten, möchte ich mir bei allem Respekt nicht ausmalen, wie hoch die dahingehende Anfälligkeit mit unserem durchschnittlichen BL-Kader mit Moisander/Sane als IV-Duo wäre.
Es ist aber nicht nur die Qualität des IV-Duos, die dagegen spricht, sondern auch die Leistungsdaten der gesamten Mannschaft selbst. U.a. hat Werder die schlechteste Zweikampfquote der Liga, im Ranking der Passquote steht Werder gerade einmal auf Platz 13, mit diesen unterdurchschnittlichen Werten bei den elementaren Dingen des Fußballsports wäre eine offensivere Ausrichtung Harakiri - von den vielen individuellen Fehlern und dem generellen Defensiv-Defiziten der Truppe mal ganz zu schweigen.
Stellen wir uns einfach nur hinten rein um zu kontern klingelt es gegen jeden Gegner irgendwann. Wir müssen einfach daran arbeiten den Gegner weiter von unserem Strafraum fernzuhalten. Im Moment stehen wir teilweise mit 8 Leuten um unseren Straufraum herum. Wir verteidigen die Box mit Leib und Seele. Das klappt oft ne zeitlang ganz gut, weil viele Mannschaften in der Liga keine Mittel dagegen haben, jedoch ist das Risiko sehr groß einen zu fangen und bisher hat es in jedem Spiel ja mind. 1x geklingelt.
Richtig, bei "nur hinten reinstellen" sind die Gegentore nur eine Frage der Zeit. Doch darum geht es auch gar nicht, sondern (so wie es AN auch formulierte), das Spiel aus einer geordneten Defensive heraus zu gestalten.
Mit Piza und Kruse haben wir zwei Spieler die in der Lage sind den Ball vorne zu behaupten und zu halten. Gnabry und Bartels sind durch ihre Geschwindigkeit saugefährlich. Wenn aber bei einem Angriff nur noch max. ein Mittelfeldspieler dazustößt ist innerhalb kürzester Zeit der Raum mit Gegenspielern dicht und keine Anspielstationen vorhanden. Den Angreifern bleibt oft nur das Dribbling oder der Risiko Pass, was oft zum Ballverlust führt. Da der Rest nicht entsprechend nachrückt haben die offensiven Spieler des Gegners dann beim Ballverlust Raum ohne Ende. Wenn unsere 4 Musketiere ständig diese Räume zur Verfügung hätten, die wir anderen Teams geben, wären wir bald unter den Top 5. Werden sie aber nie bekommen, da jede andere Truppe die Räume schon von vornherein viel besser schließt.
Die dahingehenden Offensiv-Fähigkeiten der vier genannten Spieler sind unbestritten, ebenso wie, daß sich bei Angriffen des Gegners im Mittelfeld personelle Lücken auftun, die bei allem Respekt sogar Ingolstadt zu nutzen wusste. Diesen mit aufgerückten IV zu kompensieren, wäre jedoch ein Lauf ins offene Messer, denn auch wenn sich damit der freie Raum im Mittelfeld für den Gegner verkleinert, so vergrößert er sich dazu linear (wie vorhin bereits geschrieben) unmittelbar vor unserem eigenen Strafraum und bildet somit ein noch viel größeres Sicherheitsrisiko für unser Tor. Ein Loch mit dem Aufreißen eines anderen Loches zu stopfen, ist grundsätzlich keine adäquate Lösung; erst recht nicht mit einer durchschnittlichen BL-Mannschaft, die nicht zuletzt aufgrund der bereits oben genannten Schwächen besonders im Defensivverhalten weit unter ihren Möglichkeiten agiert. Daher muß das Mittelfeld in der Lage sein, ohne zu Lasten der ohnehin schon fragilen Abwehrreihe die Räume selbst zu schließen. Dieses kann nur mit einem besseren gesamtmannschaftlichen Defensivverhalten sowie mit einem 6er moderner Prägung funktionieren, der sowohl das Spiel des Gegners zerstört und ebenso eigene Angriffe von hinten heraus eröffnet.