Ermittlungsverfahren: Heinrichs tritt zurück
Aachen (dpa) - Die Führungskrise bei Alemannia Aachen hat ihren Höhepunkt erreicht: Horst Heinrichs ist als kommissarischer Präsident des Fußball-Zweitligisten zurückgetreten.
«Nachdem ich von einem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Aachen gegen mich wegen Untreue Kenntnis erhalten habe, trete ich mit sofortiger Wirkung zurück», teilte Heinrichs per Cluberklärung mit. Er tue das, «damit ich mich diesen Dingen stellen kann und der Verein Alemannia Aachen damit nicht belastet wird», sagte Heinrichs. Die Staatsanwaltschaft Aachen bestätigte der Deutschen Presse-Agentur dpa, dass es dieses Verfahren gibt.
Bei der Mitgliederversammlung am 29. Juni hatte Heinrichs öffentlich bekannt, dass es während seiner Amtszeit 2006 und 2007 kleinere finanzielle Unstimmigkeiten gegeben habe. Dabei ging es in einem Fall um eine Abrechnung zu Heinrichs' 60. Geburtstag, die beim Verein eingegangen war. Eine fehlerhafte Fahrtkostenerstattung kam hinzu. Insgesamt sei es um etwa 600 Euro gegangen.
Der Verwaltungsrat hatte Heinrichs schon lange vor dem 29. Juni nicht mehr als Kandidaten für eine erneute Amtszeit zugelassen. Doch bei den Neuwahlen verweigerten die Mitglieder dem designierten Clubchef Günter Reinartz die erforderliche Mehrheit. Daraufhin zogen auch vier weitere Kandidaten auf einen Posten im Fünfer-Präsidium ihre Anwartschaft zurück. Da auf weitere Wahlgänge verzichtet wurde, blieb das alte Präsidium um Heinrichs zunächst kommissarisch bis zu einer außerordentlichen neuen Mitgliederversammlung im Amt. Diese muss binnen zwei Monaten stattfinden.
Heinrichs stehe auch künftig nicht mehr für ein Amt zur Verfügung, hieß es. «Außerdem darf ich aus meiner beruflichen und privaten Verantwortung meiner Familie gegenüber keine weiteren gesundheitlichen Probleme riskieren», ließ Heinrichs wissen.
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