Aktuelle Transferpolitik

Ich freue mich, dass die Diskussion inzwischen etwas differenzierter abläuft und sich nicht ausschließlich auf die Neueinkäufe fixiert, sondern auch auf das Verhalten auf dem Platz, die Spielweise.
Sicher kann man messerscharf aus meinen Beiträgen schließen, dass ich auf den Trainer abzielen muss, denn wenn es nicht an der Qualität des Kaders liegt sondern an der Spielweise, dann muss ja der Trainer schuld sein. Dazu muss ich sagen, dass ich durchaus den Trainer in der Verantwortung für die Spielweise des Teams sehe. Damit habe ich aber kein Problem, weil ich niemand bin, der auf Misserfolg nach jemandem sucht, der rausgeschmissen werden kann.
Aber Linienrichter Jaoblonski hat natürlich schon recht. Die Mannschaft macht die Fehler, auch wenn das letztendlich auch irgendwo auf den Trainer und die Transferpolitik zurückweist.
Aber was mich von anderen anscheiend unterscheidet ist die Tatsache, dass ich wie gesagt nicht bei Misserfolgen jemanden suche, den man rausschmeißen kann, sondern zum einen als Fan die Hoffnung habe, dass es besser wird, und zum anderen vor allem die Rahmenbedingungen sehe. So sehe ich zwar die Spielweise der Mannschaft und die teilweise katastrophalen Defensivleistungen kritisch, glaube aber auch, dass sie in gewisser Weise auch die Voraussetzungen sind, die Werder erst in die nationale Spitze gebracht haben und weiß, dass zu der Spielweise katastrophale Niederlagen ebenso gehören wie wunderbare Spiele und Siege.
Natürlich kann man gegen das System von Schaaf Sturm laufen. Und in der Tat kriege ich manchmal die Krätze wenn ich Werder spielen sehe. Mir fehlt umgekehrt auch die Nibelungentreue mancher Fans, die sich ein Werder ohne Schaaf überhaupt nicht vorstellen können und wollen.
Aber Werder ist, wie es ist, mit allen Stärlen und Schwächen, mit 23 Spielen ohne Niederlage hintereinander und mit 5 Niederlagen in Folge. Und letztlich denke ich immer noch, dass das Ganze immer noch eine sehr positive Bilanz hat, etwa im Vergleich zu anderen Mannschaften, die ja auch nicht schlafen (auch wenn ich ebenfalls eine Abwärtstendenz in letzter Zeit sehe).

Da hier das Problem - weitgehend sicher richtigerweise - an der Breite des Kaders und an der Qualität der Ergänzungsspieler festgemacht wurde: Sicher hat Werder hier manches Mal daneben gegriffen, sodass es in letzter Zeit nicht gelungen ist, den Kader qualitativ stabiler aufzustellen. Sicher hat Werder einige Talente verloren, die vielleicht weiter geholfen hätten. Sicher hat nicht jedes Talent die Erwartungen erfüllen können.
Aber zum einen ist Werder, das sehe ich genauso wie der Linienrichter, nicht der Verein, der es sich leisten kann noch sollte, jeden Spieler auszutauschen, der eine Weile stagniert. Zweitens kommt es halt mal vor, dass Personalentscheidungen unglücklicher ausfallen. Das ist ärgerlich und muss hinterfragt werden. Aber es kann auch nicht die Regel sein, dass wie 2002 oder 2oo4 die wesentlichen Neuzugänge alle sofort entscheidende Verstärkungen oder Ergänzungen sind. Das ist auch Glückssache und je anspruchsvoller die Einkaufspolitik und je höher die Erwartungen werden, desto schwieriger wird es. Man sieht es ja daran, dass ein junger unerfahrener Spieler wie Abdennour, der mit Sicherheit nicht auf Anhieb als Verstärkung geholt wurde, schon nach drei Spielen im Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik steht.
Die Argumentation mit der zweiten Reihe ist sowieso ein zweischneidiges Schwert. Die Wahrnehmung, dass Werders zweite Reihe vergleichsweise schwach besetzt ist, ist sicher einerseits richtig.
Auf der anderen Seite ist Schaaf aber auch ein Trainer, der vergleichsweise wenig rotiert und sehr auf eine eingespielte Stammformation setzt.
Das hat den Nachteil, dass die zweite Reihe dazu neigt, wenig Spielpraxis zu haben und gegenüber der Stammelf abzufallen, wenn sie mal gefragt ist.
Aber auf der anderen Seite hat man über weite Strecken auch eine Mannschaft, bei der es, wenn es mal läuft, auch richtig läuft, bei der die Automatismen greifen, die eingespielt ist. Auch das muss man bedenken, wenn man die zweite Reihe kritisiert. Und Schaaf macht das ja nicht um die Ersatzspieler zu ärgern. Sondern es hat schon was für sich, anzustreben, eine eingespielte Mannschaft von relativ wenigen Stammspielern zu haben, wenn man sich eine qualitativ hohe Breite im Kader, wie sie Mannschaften mit einem ähnlichen Anspruch haben, nicht leisten kann.

MFG dkbs
 
Ich hoffe einfach, dass bei allen handelnden Personen (Management, Trainer & Spieler/Mannschaft) ein heilsamer und förderlicher Prozess eingesetzt hat.
Die vergangenen und aktuellen Schwächen wurden deutlich aufgezeigt und nun wird an der Gegenwart und Zukunft gearbeitet.
 
So, wir brechen gleich zum Osterdeich auf, 15 Minuten Fussweg von der Pension.

Mal was anderes: Habe mir heute fest vorgenommen, den Kringe noch mal genauer anzuschauen. An dem war Werder doch vor drei Jahren mal dran. Passt der nicht in das Profil, was wir brauchen? Ich denke, das wäre machbar, oder? Und so schlecht kann er ja nicht geworden sein. TS würde den doch wieder hinkriegen....
 
@ dkbs :tnx:

Sehr schön - kritisch, aber nicht abgehoben.

Ich mag es persönlich sehr gern, die Verantwortlichen von Werders Geschicke ins Kreuzverhöhr zu nehmen, sei es auch nur auf diese unreflektierte virtuelle Art, finde aber die Differenzierung deines Beitrages sehr gelungen. So ist es wohl auch. Einerseits ist unsere Erwartungshaltung enorm, andererseits kochen KATS auch nur mit Wasser.

Heute konnten wir eine Mannschaft erleben, die sich wieder rangekämpft hat - ihr Glück erzwungen hat. Das stimmt mich mutig. Aber wahrscheinlich braucht eine Mannschaft genau solange Zeit, sich aus der Schlinge zu ziehen, wie sie zuvor hinein geraten ist.

Aber eines können wir wohl alle unisono sagen: Mit diesem Verein wird es einem nicht langweilig!:svw_applaus::svw_applaus::svw_applaus:
 
Im Gegensatz zu Niemeyer schießt er jedenfalls immer wieder mal ein Tor. Sein Kickernotendurschnitt ist mit Niemeyer identisch. Halte ihn auch aufgrund seiner Erfahrung für die bessere Wahl.
 
Kringe hätte ich seinerzeit auch sehr gerne gesehen, als er noch in DO spielte.
Mittlerweile wirkt er mir fast etwas pummelig und hüftsteif.:zweifeln:
 
Sicher kann man messerscharf aus meinen Beiträgen schließen, dass ich auf den Trainer abzielen muss, denn wenn es nicht an der Qualität des Kaders liegt sondern an der Spielweise, dann muss ja der Trainer schuld sein. Dazu muss ich sagen, dass ich durchaus den Trainer in der Verantwortung für die Spielweise des Teams sehe. Damit habe ich aber kein Problem, weil ich niemand bin, der auf Misserfolg nach jemandem sucht, der rausgeschmissen werden kann.
Aber Linienrichter Jaoblonski hat natürlich schon recht. Die Mannschaft macht die Fehler, auch wenn das letztendlich auch irgendwo auf den Trainer und die Transferpolitik zurückweist.
Aber was mich von anderen anscheiend unterscheidet ist die Tatsache, dass ich wie gesagt nicht bei Misserfolgen jemanden suche, den man rausschmeißen kann, sondern zum einen als Fan die Hoffnung habe, dass es besser wird, und zum anderen vor allem die Rahmenbedingungen sehe. So sehe ich zwar die Spielweise der Mannschaft und die teilweise katastrophalen Defensivleistungen kritisch, glaube aber auch, dass sie in gewisser Weise auch die Voraussetzungen sind, die Werder erst in die nationale Spitze gebracht haben und weiß, dass zu der Spielweise katastrophale Niederlagen ebenso gehören wie wunderbare Spiele und Siege.
Natürlich kann man gegen das System von Schaaf Sturm laufen. Und in der Tat kriege ich manchmal die Krätze wenn ich Werder spielen sehe.
Dieser Absatz spricht mir weitestgehend aus der Seele.
Zu ersterem Fettmarkierten gebe ich aber zu bedenken, dass das mit der "Mannschaft macht die Fehler" mittlerweile irgendwie nur noch ein maues Argument ist. Denn es handelt sich um dermaßen altbekannte Fehler, die es schon 2001, 2003, 2007 und 2009 gab. Die einzige Konstante während dieser Zeit war der Trainer auf der Bank, während komplett unterschiedliche Mannschaften die gleichen Fehler begingen.

Zu zweitem Fettmarkierten glaube ich zwar auch, das uns dies mittelfristig in die Spitze geführt hat, inzwischen umgekehrt aber genau der grosse Hemmschuh und daher eben die falsche Vorraussetzung ist, dass Werder auf diesem Level bleiben kann.

Auf der anderen Seite ist Schaaf aber auch ein Trainer, der vergleichsweise wenig rotiert und sehr auf eine eingespielte Stammformation setzt.
Das hat den Nachteil, dass die zweite Reihe dazu neigt, wenig Spielpraxis zu haben und gegenüber der Stammelf abzufallen, wenn sie mal gefragt ist.
Aber auf der anderen Seite hat man über weite Strecken auch eine Mannschaft, bei der es, wenn es mal läuft, auch richtig läuft, bei der die Automatismen greifen, die eingespielt ist. Auch das muss man bedenken, wenn man die zweite Reihe kritisiert. Und Schaaf macht das ja nicht um die Ersatzspieler zu ärgern. Sondern es hat schon was für sich, anzustreben, eine eingespielte Mannschaft von relativ wenigen Stammspielern zu haben, wenn man sich eine qualitativ hohe Breite im Kader, wie sie Mannschaften mit einem ähnlichen Anspruch haben, nicht leisten kann.
Naja, das sehe ich aber eher als Nachteil, denn als Vorteil. Schliesslich begreift sich Werder immer noch als Ausbildungsklub, betont dies auch gerne. Und nachweislich ist es ja so, dass sich Talente im weitestgehend ruhigen und vergleichsweise medienfreien Bremer Umfeld, das zudem ziemlich kritikresistent ist, dadurch bestens entwickeln können. Deswegen halte ich es eher für falsch, der zweiten Reihe generell wenig Spielpraxis zu geben oder diese in der zweiten Liga rumzuverleihen. Richtig kompliziert wird es dann, wenn einige für die Stammelf auserkorenen Spieler offensichtlich falsch bewertet werden - so wie Boro für die Doppelsechs, das war mMn von vornherein zum Scheitern verurteilt - oder ihre alte Form nicht ansatzweise erreichen, wie Rosenberg, Borowski etc. und dennoch auf diesem schmalen Kader beharrt wird. Das fällt uns momentan zusätzlich auf die Füsse. So nutzt sämtliche Eingespieltheit nichts.
 
... aber der war doch fast die ganze hinserie verletzt. z.zt. ist da luft nach oben. aber ich denke er hat potential.

Ich fand ihn in seiner ersten Saison bei Dortmund stark... Danach hatte er zwar immer mal wieder ganz gute Spiele, aber insgesamt spielte er zu unkonstant... Mir wäre ein Kehl (wenn der nur nicht so häufig verletzt wäre) oder ein Bender lieber, wenn es um Spieler von Dortmund geht...
 
Bender und Barrios wären Top Transfers gewesen. Auch genau dort wo wir wohl die meißten Probleme haben (ST und DM). Finanziell wären beide auch machbar gewesen (hätte man im Sommer aber schon Rosenberg/bzw. Moreno nicht leihen, Vranjes etc. abgeben müssen).
Ob die Spieler überhaupt nach Bremen gewollt hätten ist natürlich eine andere Frage. So ist der Zug natürlich erstmal abgefahren. Genau wie bei Helmes. Selbst wenn der diese Saison nur auf der Bank sitzt.
Von Kehl halte ich nicht so viel. Auch schon recht alt und wird sicher mehr verdienen als Borowski. Denke Werder braucht und sucht andere Spieler.
 
Mir wäre auch ein Sahin recht... ;) Was wir dringend brauchen, sind Spieler mit dem nötigen Biss, ähnlich wie Frings... Wie ich schonmal geschrieben habe, alle europäischen Topmannschaften haben afrikanische Spieler, nur wir nicht... 2-3 Laufsäue würde ich deshalb begrüßen... Diese Schönspielerei, wie wir sie oft praktizieren, ist ja ganz nett, aber gegen kampfstarke Mannschaften kommt man damit auch nicht weit...
 
die letzten beiden afrikaner die wir hatten waren zumindest menschlich eine katastrophe (wome & sanogo)
 
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