Aktuelle Transferpolitik

Wobei das kritische an unserer aktuellen Transfernichtpolitik nicht das Fehlen eines Stürmers, das Aufrüsten der Konkurrenz oder die fehlende Verstärkung in der Spitze ist. Viel schlimmer ist, dass ein Verein, der 5 mal in Folge die CL erreicht, in der Zwischenzeit keine großen finanziellen Sprünge gemacht hat und aus den meisten Transfergeschäften mit einem Plus herausgekommen ist, scheinbar keinen passenden Spieler verpflichten kann. Und dass, obwohl man angeküdigt hat, aktiv zu werden.

Erstens hat Werder in den letzten Jahren große Sprünge gemacht, nicht zuletzt im Rahmen von Vertragsverlängerungen mit Leistungsträgern wie Merte, die auch nicht billig gewesen sind. Zweitens sind wir noch etlich Wochen vom Ende der Transferperiode weg. Wenn man sich um Spieler bemüht, die möglicherweise eine Nummer zu groß für den Verein sind, muß man mit schwierigen und langwierigen Verhandlungen rechnen. Abwarten und zur Not Tee trinken!

Die Bayern sagen, ihre Planungen seien abgeschlossen. Teils, weil sie Vertrauen in den Kader haben, teils, weil sich nichts realisieren ließ (Flamini, Gattuso).

Das sagt uns doch nur, daß es sich die Bayern auch nicht leisten können, jedes Jahr 70 Mio. rauszuhauen.

Wir hingegen haben bereits während der letzten Saison verlauten lassen, einen Stürmer zu suchen (Darauf kam die Reaktion Klasnic', er sei doch der Weltklassemann, den Werder sucht - der Weltklassemann ist nun weg..).
Wie oft müssen wir noch in den finanziell lukrativsten Wettbewerb einziehen, um einen Spieler verpflichten zu können, der unseren Ansprüchen genügt? Wie hoch soll der Trikotsponsorvertrag noch ausfallen, um einen größeren Fisch mal an Land ziehen zu können? Wie teuer müssen wir Spieler noch verkaufen, um adäquaten Ersatz für Abgänge realisieren zu können? (Klose kam für 5, ging für 12)

Siehe oben - diese Fragen sind einfach verfrüht.

Hat man sich an CA so die Finger verbrannt?
Einerseits sympathisch, dass man keine verrückten Dinger dreht, dass man bei solider Kaufmannsarbeit bleibt.
Aber wie man am Stadionumbau schon sehen kann, darf diese Vorsicht nicht zu weit gehen. Wer einen Schritt nach vorne machen möchte, der muss seine aktuelle Position verändern. So einfach ist das.

Daran ist überhaupt nichts einfach. Die Verpflichtung von CA hat sich als Belastung anstatt als Verstärkung erwiesen und trägt somit sicherlich micht zu erhöhter Risikobereitschaft bei. Dennoch sind KATS offensichtlich bereit, Werders Schmerzgrenzen bei Transfers neu zu definieren, ansonsten hätte man sich nicht um Spieler wie Moreno und Fred bemüht. Was den Stadionausbau betrifft, so bist Du Dir doch bewußt, was seit der ursprünglichen Planung mit den Energie- und Stahlpreisen passiert ist, oder? In dieser Hinsicht wie auch im Hinblick auf Transfergeschäfte liegt es nicht am Mut oder Willen der Verantwortlichen, sondern an der Machbarkeit, wenn Abstriche gemacht werden müssen.

Risikobehaftet ist das selbstredend. Kann aber auch zu Erfolg führen. Für die CL waren wir letzte Saison zu schwach, für den UEFA-Cup ebenso. Zu Meisterschaft und Pokal hat es trotz ergeiziger Zielsetzung wieder nicht gereicht. Nun ist der Kader nicht verstärkt worden, die ersten Spieler wieder während der Vorbereitung verletzt oder abgereist.

Ja, erhöhtes Risiko kann, muß aber nicht zum Erfolg führen. Wichtig ist, daß man nicht von unabwägbaren Faktoren wie Erfolge in Pokalspielen abhängig wird. Für das Ausscheiden aus den CL- und UEFA-Pokalwettbewerben gibt es viele Gründe, die an anderer Stelle ausführlich diskutiert worden sind. Muß nicht nochmal sein, aber 'nicht gut genug' ist für meinen Geschmack zu krass ausgedrückt. Der Verein hat in der vergangenen Saison Erfolge verbuchen können, die man angesichts der zeitweilig enormen Personalnot eiegntlich nicht erwarten durfte.

Wie will man da einen Titel anvisieren? Gibt keinen Grund zu Optimismus.

Doch, reichlich! Es sei denn, Du gehst davon aus, daß sich die Ereignisse des Vorjahres wiederholen

Eine Topverstärkung im Angriff ... wäre ja auch keine Halsüberkopfaktion, sondern eine punktuelle Verstärkung, da wir genau auf dieser Position Bedarf haben. Nur sollte diese Position qualitativ verstärkt werden, zur Auffüllung des Kaders bekommen wir genug Spieler.
Und wenn so ein Spieler viel Geld kostet, dann muss ich halt auch viel Geld ausgeben.

Dazu ist man offensichtlich bereit, das sollte aber nicht dazu führen, daß deshalb die langfristige Planung über den Haufen geworfen wird.

Mich kostets dieses Jahr auch ein Haufen Geld, mit dem Auto in den Urlaub zu fahren. Entweder ich will das oder ich spar mir das Geld. Dann bleib ich zu Hause.

Der Vergleich hinkt, weil Du lediglich Dir und Deiner Familie gegenüber verantwortlich bist. Überleg Dir mal, ob eine Kombination von Flugreise und Leihwagen nicht billiger wäre.

Entweder Werder will eine Verstärkung im Sturm oder nicht. Billiger werden die Spieler nicht mehr.

Daß Werder den Sturm verstärken will, steht wohl außer Frage, aber sollte deshalb die von Dir oben gepriesene solide kaufmännische Handlungsweise aufgegeben werden? Ich denke, nicht! Du kannst doch nicht auf der einen Seite den Pragmatismus von Allofs loben und andererseits verlangen, daß er ihn aufgibt und sich richtig weit aus dem Fenster lehnt.

Warten wir doch einfach mal ab, was in den nächsten Wochen noch alles passiert. Meckern können wir dann immer noch. :D
 
Doch, reichlich! Es sei denn, Du gehst davon aus, daß sich die Ereignisse des Vorjahres wiederholen

Ich FÜRCHTE, dass sich einige Ereignisse nicht wiederholen, z.Bsp. die überragende Hinrunde von Sanogo, das Verkraften der vielen Ausfälle und und und....Ihr könnt doch nicht immer davon ausgehen, dass sich alle negativen Dinge der letzten Saison nicht widerholen, die positiven aber schon. Das wird sich die Waage halten und darum benötigen wir dringend (eine) Verstärkung(en). Du begründest ja Deine Ansicht ausführlich und gehst auf die Argumente Deines Gegenübers ein, was ich sehr gut finde, aber ich denke, in diesem speziellen Punkt greifst Du auf ein Argumente zurück, was viele hier benutzen, ich aber nicht nachvollziehen kann - nämlich, dass letzte Saison hauptsächlich die Verletzungsprobleme für vieles verantwortlich waren und dieses Jahr alles besser wird, weil sich so etwas ja nicht wiederholt - das ist aber reine Spekulation und verantwortungsvolles Handeln setzt meines Erachtens eher voraus, das man vom Schlimmstfall ausgeht, nicht vom Idealfall.
 
Eine qualitative Auswertung der Transferpolitik ist immer erst dann möglich, wenn deren Ergebnisse vorliegen. Ich persönlich begrüße es aus offensichtlichen Gründen, daß in diesem Sommer Gespäche ohne großes Trara und unter absoluter Geheimhaltung geführt werden. Hast Du irgendwelche Hinweise darauf gesehen, daß sich Werder vom Transfermarkt verabschiedet hat?

Ja gut, das hieße dann doch aber, dass du unter der Maßgabe, dass keiner mehr kommen und die Saison dennoch erfolgreich (1-3) abgeschlossen werden sollte, die Transferpolitk für gut befinden würdest, würde sie weniger erfolgreich verlaufen, haben KATS definitv was falsch gemacht. --> das is mir iwie zu schwammig. Als Maßstab für die Beurteilung der Transferaktivitäten sollte mMn v.a. das herangezogen werden, was zum Zeitpunkt der Transferperiode als Gewusst angenommen werden kann - Abgänge, Zugänge der Konkurrenz, Schwächen der vergangenen Saison, eigene Zielsetzungen etc. Einzig und allein das Gewusste kann doch dein handeln beeinflussen und nicht mehr das, was sich dann später daraus ergeben haben wird. Die qualitative Auswertung am Ende der nächsten Saison wirkt dann nicht mehr zurück, sondern wird zur Entscheidungsgrundlage für die neuen Transfers. Und Einwände a la, man wisse doch noch nich, ob die Zugänge der Konkurrenz wirkliche Verstärkungen werden unterliegt ja gerade diesem Schema, Transfers im Nachhinein rückwirkend zu beurteilen. Sprich: Farfan schießt 5 Tore, also war der Transfer schlecht. Ersteinmal muss doch davon ausgegangen werden, dass diese Spieler in toto die Wahrscheinlichkeit auf ein besseres Abschneiden erhöhen. Sonst müsste man ja, wie das hier auch schon geschrieben worden ist, gar keine Transfers mehr tätigen.

Jetzt kann man natürlich sagen: KATS sind halt viel näher an der Mannschaft dran und sich sicher, dass die jetzige Mannschaft das Potenzial hat, gesteckte Ziele zu erreichen, geoffenbarte Schwächen abzustellen, Abgänge zu kompensieren. Nur sind eben auch andere Aussagen getätigt worden und werden KATS sicherlich auch der allgemeinen Ansicht sein, dass eine punktuelle Verstärkung Schwächen eher kompensieren kann, als darauf zu hoffen, dass die "alte" Besetzung dies selber schafft.

Ich bin mir natürlich darüber im klaren, dass versucht wurde/wird, eine solche Verstärkung zu bekommen. Nur muss letztlich das beurteilt werden, was man in der Transferperiode dann auch realisiert hat und wenn ich von "Passivität" sprach, dann bezog sich das im Grunde nur darauf, dass Werder BIS JETZT in dieser Hinsicht leider nichts realisieren konnte/wollte und nicht auf gegenwärtiges/zukünfiges Handeln. Manche Aussagen sind aber auch in dieser Hinsicht nicht sonderlich ermutigend. Ich hoffe aber weiterhin.
 
@Yorieboy

Super Antwort auf einen klassischen schwarz-oder-weiß-Beitrag :tnx:

Ergänzung:
Wer von uns möchte nicht, dass Werder Saison für Saison einen Schritt nach vorn macht. Was meiner Meinung nach unterschätzt wird: es ist verdammt schwer, das bisher erreichte zu verteidigen! Viele Mannschaften werden werden nach 1-2 guten Saisons auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, weil sie nicht angemessen auf die Begleiterscheinungen reagiert haben. So muss auch Werder sich regelmäßig mit Problemstellungen beschäftigen, die einen Verein durchaus daran hindern können, sich oben festzusetzen.

- abwanderungswillige Spieler, die den ganz großen Verein suchen
- teilweise ablösefreie Abgänge von Leistungsträgern
- überproportionale steigende Ablösesummen
- nach oben begrenzte Einnahmen
- finanzielles Wachstum erfolgt wieder langsamer, da wir uns gewissen Grenzen nähern
- sportliche Erfolge und Spielerentwicklung machen Vertragsverlängerungen teuer
- erhöhter öffentlicher Druck durch den Erfolg
- gesteigerte Erwartungshaltung
- Verletzungspech, das eine starke zweite Reihe erfordert

Dies sind einige Dinge, die mir spontan eingefallen sind, denen viele Vereine nicht gewachsen sind. Werder hingegen hat all diesen Störfeuern getrotzt und Jahr für Jahr die Mannschaft aufgewertet. Sonst wären wir mit den Ausfällen der letzten Saison niemals Vizemeister geworden. Das spricht für einen ausgeglichenen Kader, wie wir ihn vor 4 Jahren noch nicht vorweisen konnten. Auch wenn der Tabellenplatz und die CL-Platzierungen es nicht unbedingt aussagen, hat in meinen Augen dennoch eine Weiterentwicklung des Kaderes stattgefunden.

Es wird immer betont, welche Entwicklung wir doch genommen haben, aber kritisiert dass die Entwicklung wieder abflacht. Es wird kaum gewürdigt, dass wir nun seit 5 Jahren ein Spitzen-Niveau halten, was in meinen Augen ebenfalls jede Mange Kraft, Engagement und effizientes Wirtschaften erfordert. Es ist doch klar, dass wir uns nicht innerhalb weniger Jahre auf Augenhöhe mit Barca oder Chelsea befinden können. Ist es kein Erfolg, dass der FC Bayern regelmäßig unseren Atem in Nacken spürt (was in den letzten Jahren kein Verein so konstant geschafft hat)?

So schön Titel sind und so gern ich sie feiere, sollte man den Vereinserfolg nicht allein darüber definieren. Tiger Woods sagte "Ich messe meinen Erfolg nicht an meinen Siegen, sondern daran ob ich jedes Jahr besser werde".
Übertragen auf den Mannschaftssport hat Werder genau das getan - dazu gehört eben nicht nur die erste Elf, sondern auch die Möglichkeit, Ausfälle ohne Qualitätsverlust kompensieren zu können oder gleichwertigen Ersatz bei Abgängen beschaffen zu können. Hätten wir uns nicht verbessert, dann hätten Spieler wie Jensen oder Pasanen nie ihre Chance nutzen können, die sich durch andere Ausfälle ergeben haben.

Um wieder den Dreh auf die Transferpolitik zu kriegen:
Werder hat in den letzten Jahren einen ausgeglichenen Kader auf hohem Niveau entwickelt. Es gibt mannschaftsintern bereits Konkurrenzkämpfe auf hohem Niveau. Es ist somit nicht mehr möglich, 5 Mio für einen Spieler auszugeben und gleichzeitig die Gewissheit zu haben, dass er eine Verstärkung wird. Man muss, auch im Zuge der hohen Ablösesummen, viel genauer hinschauen. Wenn ein Spieler ins Konzept passt, dann muss ein Transfer machbar sein, ohne dass Werder seinen bisher erfolgreichen Weg aufgibt. Und das ist derzeit eben sehr schwierig.
 
@DiegoDiez

:tnx: sehr sinniger Beitrag, zumal auch die Konkurrenz (ich denke da v.a. an Hamburg) letzte Saison erheblich gepatzt hat. Wer beim eigenen Verein vom Positiven ausgeht, sollte vllt. in Erwägung ziehen, dass sich das Negative bei der Konkurrenz u.U. in der Form auch nicht wiederholt.
 
@DiegoDiez

:tnx: sehr sinniger Beitrag, zumal auch die Konkurrenz (ich denke da v.a. an Hamburg) letzte Saison erheblich gepatzt hat. Wer beim eigenen Verein vom Positiven ausgeht, sollte vllt. in Erwägung ziehen, dass sich das Negative bei der Konkurrenz u.U. in der Form auch nicht wiederholt.


In Hamburg wiederholt es sich seit 25 Jahren, auf Sch.... seit 50.

Hamburg verdaddelte in den letzten zwei Spielzeiten den sicheren zweiten Platz an Werder.

Es wiederholt sich, auch wenn blinde Hühner mal ein Korn finden.
 
Ich glaube an Statistiken. Und das Gute ist, sie bleiben solange aktuell, bis sie durchbrochen werden. ;)

Man kann natürlich nicht davon ausgehen, dass die Beiden weiterhin ihre Serien ausbauen. Aber man kann genausowenig davon ausgehen, dass Werder seine Serien (schlechte RR, viele Verletzte etc. weiter ausbaut). Man kann nicht davon ausgehen, dass Werder genauso spielt wie in der HR im letzten Jahr, man kann genausowenig davon ausgehen, dass alle Neueinkäufe der Konkurenz auch einschlagen.

Sich heute darüber Gedanken zu machen, macht graue Haare und ein schlechtes Herz.

Eine Saison dauert 34 ST und es fließt noch viel Wasser die Weser runter. Am Ende sind wir alle schlauer....

Genug der Phrasen, aber sie alle stimmen. Lass drei vier Spieltage ins Land gezogen sein. Dann kann man eher sehen wie es sich entwickelt.
 
Zitat:
Die Bayern sagen, ihre Planungen seien abgeschlossen. Teils, weil sie Vertrauen in den Kader haben, teils, weil sich nichts realisieren ließ (Flamini, Gattuso).

Das sagt uns doch nur, daß es sich die Bayern auch nicht leisten können, jedes Jahr 70 Mio. rauszuhauen.


Bayern hat das Geld weitere Spieler zu kaufen. Auch im großen Stil.
Aber selbst die "großen Bauern" haben Abfuhren bekommen.
Gattuso, Hleb und Flamini wollten einfach nicht zu Bayern.

Rummenigge bedauert es sehr das Hleb sich gegen Bayern und für Barca entschieden hat.

Seht ihr Abfuhren bekommt jeder. Das einzige Manko ist, dass Bayern mit dem jetzigen Kader relativ gut klar kommen wird.

Wir hingegen müssten wohl noch 1 oder 2 Spieler verpflichten. Aber wie es mein Vorredner schon gesagt hat es ist ja noch Zeit.
Man(n) ist nur ungeduldig. ;)
 
Generell Zustimmung zu Deinem Beitrag, nur: Gewissheit hast Du nie, auch nicht bei 10 Mio oder mehr, dieses gewisse Risiko gehört leider dazu, darf einen aber nicht lähmen.

Das ist wohl wahr, allerdings halte ich Wahrscheinlichkeit in beiden Fällen für unterschiedlich ;)

Zu Deiner Aussage bezüglich der positiven und negativen Dinge der letzten Spielzeit:

Die negativen Dinge waren (hoffentlich) Zufälle und höhere Gewalt, insofern gehen auch meine Hoffnungen dahin, dass wir von einem solchen Verletzungspech künftig verschont bleiben. Die Sache mit Diego können wir nun nicht mehr ändern, sondern höchstens noch mildern. Ansonsten bleibt aber dennoch die Hoffnung, dass wir uns nicht mit weiteren großen Störfeuern auseinandersetzen müssen.

Aber was ist mit den positiven Dingen der vergangenen Saison? Speziell die starke zweite Reihe, die den Qualitätsverlust durch gute Leistungen von z.B. Pasanen oder Jensen aufgefangen hat? Waren das auch Zufälle bzw. höhere Gewalt oder vielleicht doch eher die Früchte konzentrierter Arbeit? Das ist für mich Anlass genug, zu hoffen, dass der Leistungsstand in der aktuellen Saison mindestens der selbe sein wird.

Positive und negative Aspekte der vergangenen Saison würde ich daher nicht einfach gegeneinander aufwiegen, sondern doch etwas differenziert sehen.
Ich bin zwar auch der Meinung, dass den Abgängen noch 1-2 zusätzliche Neuzugänge gegenüberstehen sollten, sehe das aber ein wenig entspannter als andere User hier. Denn diejenigen, die uns jetzt verlassen haben, haben in der vergangenen Saison nur bedingt in das Geschehen eingreifen können.

Richtig ist, dass andere Vereine gut aufgerüstet haben. Das Feld wird an der Tabellenspitze sicherlich ein wenig breiter ausfallen als bisher. Aber da wir noch über einen Monat Zeit haben, gehe ich davon aus dass wir durch 1-2 gezielte Neuzugänge die gewohnten Verhältnisse wiederherstellen können. Falls das nicht klappt, wird uns das auch nicht plötzlich wieder in den UI-Cup katapultieren.
 
Eine qualitative Auswertung der Transferpolitik ist immer erst dann möglich, wenn deren Ergebnisse vorliegen. (...) Hast Du irgendwelche Hinweise darauf gesehen, daß sich Werder vom Transfermarkt verabschiedet hat?

Hast Du sichere Hinweise dafür, dass es derzeit intensive Gespräche gibt?

Das ist zum einen anzunehmen.
Zum anderen war der Auslöser dieses kleinen Disputs ja, dass Werder unterstellt wurde, nichts zu tun und passiv zu sein. Und das ist eben reine Spekulation, was durch die Frage verdeutlicht wurde.


Wobei das kritische an unserer aktuellen Transfernichtpolitik nicht das Fehlen eines Stürmers, das Aufrüsten der Konkurrenz oder die fehlende Verstärkung in der Spitze ist. Viel schlimmer ist, dass ein Verein, der 5 mal in Folge die CL erreicht, in der Zwischenzeit keine großen finanziellen Sprünge gemacht hat und aus den meisten Transfergeschäften mit einem Plus herausgekommen ist, scheinbar keinen passenden Spieler verpflichten kann. Und dass, obwohl man angeküdigt hat, aktiv zu werden.
Die Bayern sagen, ihre Planungen seien abgeschlossen. Teils, weil sie Vertrauen in den Kader haben, teils, weil sich nichts realisieren ließ (Flamini, Gattuso).
Wir hingegen haben bereits während der letzten Saison verlauten lassen, einen Stürmer zu suchen (Darauf kam die Reaktion Klasnic', er sei doch der Weltklassemann, den Werder sucht - der Weltklassemann ist nun weg..).
Wie oft müssen wir noch in den finanziell lukrativsten Wettbewerb einziehen, um einen Spieler verpflichten zu können, der unseren Ansprüchen genügt? Wie hoch soll der Trikotsponsorvertrag noch ausfallen, um einen größeren Fisch mal an Land ziehen zu können? Wie teuer müssen wir Spieler noch verkaufen, um adäquaten Ersatz für Abgänge realisieren zu können? (Klose kam für 5, ging für 12)
Hat man sich an CA so die Finger verbrannt?
Einerseits sympathisch, dass man keine verrückten Dinger dreht, dass man bei solider Kaufmannsarbeit bleibt.
Aber wie man am Stadionumbau schon sehen kann, darf diese Vorsicht nicht zu weit gehen. Wer einen Schritt nach vorne machen möchte, der muss seine aktuelle Position verändern. So einfach ist das.
Risikobehaftet ist das selbstredend. Kann aber auch zu Erfolg führen. Für die CL waren wir letzte Saison zu schwach, für den UEFA-Cup ebenso. Zu Meisterschaft und Pokal hat es trotz ergeiziger Zielsetzung wieder nicht gereicht. Nun ist der Kader nicht verstärkt worden, die ersten Spieler wieder während der Vorbereitung verletzt oder abgereist.
Wie will man da einen Titel anvisieren? Gibt keinen Grund zu Optimismus.
Eine Topverstärkung im Angriff (jaja...auch wenn es nie eine Garantie gibt, dass der neue Spieler auch einschlägt...blabla...probieren muss mans trotzdem. können nicht mit rosi und hugo spielen bis die 70 sind) wäre ja auch keine Halsüberkopfaktion, sondern eine punktuelle Verstärkung, da wir genau auf dieser Position Bedarf haben. Nur sollte diese Position qualitativ verstärkt werden, zur Auffüllung des Kaders bekommen wir genug Spieler.
Und wenn so ein Spieler viel Geld kostet, dann muss ich halt auch viel Geld ausgeben. Mich kostets dieses Jahr auch ein Haufen Geld, mit dem Auto in den Urlaub zu fahren. Entweder ich will das oder ich spar mir das Geld. Dann bleib ich zu Hause.
Entweder Werder will eine Verstärkung im Sturm oder nicht. Billiger werden die Spieler nicht mehr.

Du hast ja mit deinem Bayern-Neispiel selbst gezeigt, dass es anderen, finanzkräftigeren Vereinen nicht anders geht als Werder. Und in beiden Fällen ist es ein Zeichen für seriöses Arbeiten, keine Dinge zu machen, die nicht zu verantworten sind (auch wenn sie einen nicht in den Bankrott treiben würden)
Zudem ist es bei Werder ja nun auch so, dass niemand behauptet hat, dass kein Spieler mehr kommt. Diese "Wenn ich einen Spieler will, dann hole ich ihn auch-Mentalität dürfte an der Realität eines Managerlebens ziemlich weit vorbeigehen, außer vielleicht, man ist bei Real Madrid angestellt.

Abgesehen davon wird immer so getan, als seien Erfolg und Weiterentwicklung ausschließlich eine Frage von teuren Neuzugöngen. Und so ist es ja nun auch wieder nicht, selbst wenn punktuelle Verstärkungen sicher sinnvoll wären.

@ Sascha79: Danke für die weiteren Aspekte!
MFG dkbs
 
Natürlich bin ich in erster Linie ungeduldig.
Ich möchte ja auch nur anmerken, dass man eben teure Preise zahlen muss, will man teure Spieler verpflichten.
Die Preise gerade für Stürmer sind teilweise exorbitant. Bremen steht bislang für die Position, diese Preistreiberei nicht mitzumachen. Dann bekommt man aber die Spieler nicht. Das ist völlig trivial. Wie will man einen 15Mio € teuren Oliveira bekommen, wenn man nicht bereit ist, 15Mio €zu bezahlen? Oder einen 12Mio € teuren Fred? (Keine Ahnung, ob Werder ernsthaft an denen dran ist, spielt auch keine Rolle, das Prinzip bleibt dasselbe.) Entweder man macht das mit oder eben nicht. Macht man das nicht mit, dann braucht man auch nicht auf Klassespieler zu schielen. Dann wird man sich strecken müssen, auf Dauer seine sportlichen Ziele zu erreichen.
Ich bin der Ansicht, dass ein wenig mehr Mut nicht verkehrt wäre. Wir befinden uns langsam in qualitativen Höhen, da machen Kleinigkeiten den Unterschied. Spieler wie die genannten können diesen Unterschied in unser Spiel bringen. Ein Sanogo konnte das wenn überhaupt dann bislang nur ansatzweise. Gerade jetzt, wo wir seit Jahren Erfolg haben, sollte man doch investieren. Wann sonst will man etwas Geld in die Hand nehmen? Wenns mal schlechter läuft? Dann Durchschnitt kaufen?
Stillstand ist im Sport, wo sich jede Mannschaft permanent versucht weiterzuentwickeln faktisch ein Rückschritt. Wenn selbst die sportliche Leitung einen Personalmangel im Angriff feststellt, dann wäre keine Verpflichtung eben dieser Stillstand ergo Rückschritt.

Höchstwahrscheinlich bin ich viel zu früh dran und in 2 Wochen präsentiert Werder einen neuen Stürmer. Geeignete Kandidaten scheint es aber bereits gegeben zu haben. Wenns dann "nur" am Geld scheitert (bei Moreno waren die Diffenrenzbeträge nicht gerade exorbitant), dann wäre es schade, müsste man sich mit einem Spieler begnügen, der nicht der Wunschkandidat gewesen ist.

Mein Standpunkt also: Die Balance muss natürlich gehalten werden. Aber ein Stürmer der uns weiterbringt in qualitativer Hinsicht (was nötig wäre. Oder sind wir letztes Jahr Meister geworden? Nein? Also muss etwas nachgebessert werden) wird schwer zu realisieren sein, ist man nicht bereit einen neuen Rekordbetrag auszugeben.
Oder kann man das anders sehen?

Edit: vielleicht sollt ich mal schneller zum Punkt kommen, deshalb edit.
Ein Spieler, der uns weiterbringt wird teuer. Ohne viel zu bezahlen wird es kaum gehen.
Nun scheint es so, als würden uns Spieler durch die Lappen gehen, weil Werder gewisse finanzielle Grenzen selbst setzt. Das kann nach hinten los gehen. Die Preise sind nun mal so. Damit muss man sich abfinden. Wer nicht mitmacht, der bekommt halt nur nen Lauth. Wäre schade, würde man vorhandene Ressourcen aus übertriebenem Sicherheitsdenken nicht einsetzen.
 
Sorry für OT:

In diesem Thread hat das Niveau deutlich zugenommen!

Es ist Zeitaufwendig alles zu lesen. Aber von den Schreibern durchdacht...

...differenziert, analysiert, Stellung bezogen, keine persönlichen Anfeindungen und schon gar keine Diffamierungen, Argumente anstatt Parolen, Gegenargumente anstatt Totschlag-Phrasen. Gut, sehr gut wie ich finde!
Ich weiß, das kostet viel Zeit..... Danke dafür.... und

...Danke an die, die diesem Stil Rechnung tragen.

D.A.
 
Ok,
es scheint, als laufen wir im gewissen Sinne den Preisen hinterher.

Wir sind bestimmt in der Lage jetzt 7-10 Mio. € (geraten) auszugeben. Aber die Spieler, die wir dafür bekommen würden, können Werder nicht (sicher) weiterhelfen. Keine gestandenen Größen.

Der Trend ist klar. Jedes Jahr, in der wir wieder die CL erreichen, sichern wir den Kader. So wie dieses 2007/08 geschehen ist. Wir stocken die Gehälter auf, um wenigstens den Kader halten zu können.

Neueinkäufe werden damit nicht nur um die Ablöse teurer, sondern auch um deren Gehalt. Logisch... Diego war (verhältnismäßig) für ein "Appel und ein Ei" zu haben (Teuer wie Özil!). Nachdem aber Begehrlichkeiten bei andern Vereinen geweckt wurden, wurde er zwar mit einem Jahr länger gahalten, aber das Gehalt stieg gleich um das dreifache!

Man sollte es mal aus der anderen Perspektive sehen: Vielleicht müssen wir mal ein Jahr Geld sparen, um im nä. Jahr umso größer "fischen" zu können.

Immer wenn Werder ein Jahr die Ziele erreicht hat und sich verstärken will, stellt man fest, dass die Preise gerade so angezogen haben, dass man sich wirklich Verstärkungen doch nicht leisten kann.

Im nä. Jahr, wenn wir wieder CL erreichen (sollten), wird ein Stürmer, der uns weiterhelfen kann (also besser ist, als all das, was wir diese Saison sehen werden), womöglich 15-20 mio kosten. Für Werder dann wieder ein Quantensprung in Sachen Investition.

Wir müssen uns annähern... in der Formulierung unsere Ziele, in unseren Erwartungen und im Rahmen unserer Möglichkeiten, was das Investitionsvolumen angeht.

Auf jeden Fall: Es bleibt spannend
 
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