Wie schon während der letzten beiden Tranferphasen im Sommer 2016 und im Winter 2016/17 ist auch aktuell wieder eine klare Handschrift bei der Kaderplanung zu erkennen. Es wurde für jeden Mannschaftsteil Ersatz bzw. gar Verstärkung (dabei denke ich insbesondere an Augustinsson) beschafft, ohne das Budget ueberzustrapazieren.
Bei der Auswahl der Spieler wurde auf die Einhaltung klar definierter Profile geachtet. Die Mischung innerhalb des Teams zwischen erfahrenen Spielern und Youngstern, zwischen lauf - aber auch spielstarken, zwischen Spezialisten und Allroundern, zwischen Defensiven und Offensiven scheint auf den ersten Blick zu stimmen.
Mit Pizarro und Fritz verliert der Kader zwei Ikonen, deren Lücken nicht leicht zu schließen sein werden. Mit Bargfrede und Juno sind 2 Akteure mit langer Werder-Vergangenheit (noch) dabei. Doch schaffen sie den Sprung in die erste Elf? Können Spieler wie Delaney, Kruse, Bartels diese wichtige, idendtifikatorische Komponente mit einbringen? Wollen sie es? Nicht nur aus diesem Grund hätte ich einem Pizarro das letzte Jahr seiner Karriere in Bremen noch gegönnt. Für Werders Sturm hätte er zudem weiter wichtige Impulse liefern können. Noch ein wenig schwerer wiegt der Abgang eines Gnabry, dessen Zug zum Tor, dessen Abschlusstarke ein Kainz kaum wird kompensieren können.
Durch den neu verpflichteten Mittelsturmer, durch den zu erwartenden Rückzug Kruses und seines Partners (Bartels, Kainz, Hajrovic) ins OM, durch das Fehlen der ballverteilenden Komponenten eines Grillitsch wird sich die Spielorganisation Werders in dieser Saison ändern müssen. Es wird interessant sein, zu beobachten, wie es Nouri gelingt, diese zu initiieren.
Der nun zur Verfügung stehende Kader bietet viele Möglichkeiten. Die von Nouri propagierte Variabilität dürfte sich im Vergleich zum Vorjahr gar noch ein wenig erhöht haben.
Ich bin mit der aktuellen Transferphase zufrieden. Nun muss sich, wie immer, zeigen, ob die Spieler halten können, was man sich von ihnen verspricht, ob die eigenen Ideen aufgehen. Wir brauchen Punkte und Siege.
Am besten fängt Werder gleich am nächsten Wochenende in Berlin damit an.
