Da würde ich sogar zustimmen. Werders Stürmern fehlt es bedingt durch das Alter etwas an Konstanz und an Präsenz, d.h. der Verbindungt von Durschlagskraft und dem Vermögen, etwas auf eigene Faust zu machen (Wobei ich dies bei Almeida schon sehe, aber vielfach noch relativ unkoordiniert).
Das ist ja auch einer der Gründe, dass ich für die Verpflichtung eines neuen Stürmers bin, der eine Verstärkung darstellen würde.
Ich kann im Untrerschied zu dir nicus Sorgen durchaus nachvollziehen.
Man muß keine Panik machen, aber natürlich sind Werders Chancen auf eine erfolgreiche nächste Saison im höheren Maße von der Champions-League Qualifikation abhängig, als bei anderen Buli-Mannschaften, da Werder eklatant viel weniger andere Einnahme-Quellen neben Championsleague/Buli-Platzierungseinnahmen hat als z.B. Bayern, Schalke, Hamburg, Wolfsburg.
Insofern ist Werder durchaus mehr zum Erfolg verdammt als die anderen.
Eine schlechte Platzierung würde uns härter treffen. Natülich sind "fünf Jahre unter den ersten drei keine Garantie für Erfolg", da es aber sowieso keine Garantie für Erfolg gibt (und das auch keiner behauptet), ist mir die Bedeutung dieser Aussage nicht klar. Für Werder ist Championsleague wichtig(re) Vorraussetzung für Erfolg.
Nachvollziehen kann ich die Sorgen auch, allerdings wird dabei gerade von dem genannten User weit über das Ziel hinausgeschossen.
Sicher ist die CL-Quali für Werder wichtig, aufgrund der schlechteren Rahmenbedingungen vielleicht in gewisser Hinsicht noch wichtiger als bei Vereinen wie Schalke oder Wolfsburg.
Das kann jedoch nicht im Umkehrschluss bedeuten, die CL durch Neueinkäufe erzwingen zu wollen. Das würde nämlich im Misserfolgsfall bedeuten, dass man erst recht in die Scheisse reiten würde - ebenfalls wegen der schlechteren Rahmenbedingungen. Zum Erfolg "verdammt " kann man eben auch sein, wenn man sich über Gebühr verausgabt, weil man scheinbar oder tatsächlich von der CL abhängig ist.
Auf die Weise, wie Werder es macht, sehe ich die direkte Abhängigkeit von Erfolg und CL zumindest weniger. Zum Beispiel, weil im Misserfolgsfalle "nur" das (vielleicht auch nur vorübergehende) Abrutschen ins obere Mittelfeld drohen würde, nicht aber eine wirtschaftliche Schieflage.
Und gegen das Abrutschen ins Mittelfeld gibt es verschiedene Mittel. Das können qualitativ hochwertige Neuzugänge sein bzw. der Aufbau einer guten Mannschaft bzw. eines guten Kaders. Und bei allen unterschiedlichen Meinungen bezüglich der Einkaufspolitik dieser Saison muss man doch sagen, dass Werder hier insgesamt sehr erfolgreich ist.
Aber dazu gehört eben nicht nur, die Mannschaft immer wieder mit sehr guten und teuren Neuzugängen zu verstärken bzw. verstärken zu wollen. Sondern Werder beweist ja seit Jahren, dass dies auch mit etwas weniger finanziellem Aufwand möglich ist, wenn die Spieler umso gezielter und sorgfältiger ausgesucht werden.
Ich kann ja verstehen, wenn man versucht dagegen zuhalten mit "Erfolg ist nicht selbstverständlich und ich kann auch mit weniger als Platz drei leben, dass pasiert irgendwann allen Teams mal, oder Championsleague ist kein Zwang für mich usw.".
Aber wir diskutieren hier doch über die Frage ob Werder mit dem aktuellen Transferstand seine Chancen auf Erfolg opimal nutzt, und nicht ob man seinen Verein auch lieb hat, wenn er nicht erfolgreich ist.
Guter Einwand, das stimmt. Aber ich habe trotzdem den Eindruck, dass unter den Usern viele sind, die sich so an Plätze 1-3 gewöhnt haben, dass ihnen alles darunter als eine Art Weltuntergang erscheint. Und das scheint mir einer der Hauptgründe dafür zu sein, dass wie selbstverständlich davon ausgegangen wird, dass Werder mindestens Zweiter oder Dritter werden
muss. Und unter derartigem selbstgesetztem Erfolgszwang, gerät man leicht in ein Argumentationsmuster, in dem es plausibel erscheint, dass teure Neuzugänge eine Art Garantie für Erfolg bieten, denn schließlich zeichnen sich die meisten Mannschaften, die dauerhaft an der CL teilnehmen, u.a. dadurch aus, dass teure Neuzugänge an der Tagesordnung sind.
Werders (Erfolgs)Weg scheint mir jedoch ein etwas anderer zu sein. Dabei sind teure Neuzugänge nicht ausgeschlossen. Und tatsächlich haben sich für Werder ja auch die Grenzen stark nach oben verschoben. Und ich gehe auch davon aus, dass Werder nicht untätig ist. Das Interesse an Diarra, Anelka (letztes Jahr) oder Moreno und Fred (dieses Jahr) zeigen ja beides.
Insofern sehe ich das Problem nicht ganz, was hier einige, besonders Nicu21 haben. Wenn es bisher nicht zu einem Kracher-Neuzugang kam, dann liegt das ohne Zweifel nicht daran, dass KATS plötzlich keine Lust mehr auf die Verpflichtung hatten, sondern daran, dass sich das unter den gegebenen Umständen nicht realisieren ließ. Und es ist doch ein Zeichen von guter Arbeit, wenn man sagen kann, dass Werder nicht so sehr wie andere Vereine von einzelnen besonderen Neuzugängen abhängig ist, sondern bereits eine hohe Qualität aufweist.
Und wenn man sich diese Frage stellt, kann ich das nicu Bashing eigentlich nicht so richtig verstehen, da sich alle einig sind, dass eine Verstärkung im Sturm Werder gut tun würde.
Wenn es das wäre, gäbe es auch kein Problem. Das Problem ist, dass Nicu21 mehr oder weniger permanent Szenarien an die Wand malt, die völlig einseitig zu Ungunsten Werders ausfallen (Diverse andere Vereine tun viel mehr als Werder, Werder macht nichts, die logische Folge wird sein, dass Werder von diversen Vereinen überholt wird) sowie zur Untermauerung seiner Thesen die Realität völlig verzerrt darstellt, beginnend damit, dass er diverse Mannschaftsteile Werders und einige Spieler als direkten Konkurrenten unterlegen bzw. als untauglich oder maximal durchschnittlich bezeichnet. Umgekehrt ist natürlich jeder Neuzugang von Wolfsburg oder Schalke eine tolle Verstärkung.
Zudem phantasiert er davon, die CL.Quali letzte Saison sei sehr glücklich und sehr knapp gewesen (bei wie schon öfter erwähnt 12 Punkten Vorsprung auf Platz 4), und misst bei der Beurteilung des Saisonverlaufs von Werder auf der einen Seite und seinen Konkurrenten andererseits mit zweierlei Maß und wechselt häufig die Argumentation. Krisen anderer Vereine dienen ihm als Beleg dafür, dass Werder Glück hatte, die Krise Werders ist ein Beweis von Schwäche. Und so weiter.
Du hast recht, die Transferperiode ist noch lang und ein Fazit der Transferpolitik noch nicht möglich.
Ich befürchte jedoch, dass die Preise bald steigen und nicht sinken werden, je mehr dass Ende des Transferfensters naht und hätte mir auch aus diesem Grund einen frühzeitigen Strümertransfer gewünscht.
Ich prinzipiell auch, und das Interesse an Moreno zeigt ja auch, dass das bei Werder wohl angedacht war. Nur hat es eben nicht geklappt und die Frage ist, wie man damit umgeht.
Ob die Preise steigen oder nicht, wird man sehen. Kann gut sein. Kann aber auch sein, dass je näher der Saisonbeginn und das Ende der Transferperiode kommen, sich auch wieder Möglichkeiten ergeben, sei es, dass Trainer bestimmte Spieler aussortieren, sei es, dass Vereine Geld brauchen, z.B. für ihre Neuzugänge, sei es, dass Vereine Spieler verpflichten und dadurch andere überflüssig und somit frei werden, sei es, dass Spieler keinen finanzkräftigen Wunschverein bekommen haben. sei es, dass Vereine aus dem europäischen Wettbewerb ausscheiden und einige Spieler verkaufen wollen oder müssen.
Und wenn auch das nicht passiert, ist immer noch die Frage, ob es besser ist, dann erst mal abuzwarten oder ob man im Vorgriff auf die ganzen negativen Szenarien besser irgendeinen namhaften Stürmer geholt hätte, auch wenn die Rahmenbedingungen eigentlich problematisch sind, oder wenn man gar von dem Spieler gar nicht recht überzeugt ist, ob er wirklich eine Verstärkung wäre oder ob er bei aller Qualität zu Werders Spielweise passt.
Ich warte es relativ entspannt ab und gucke, was passiert, und vor allem, wie Werder mit dem dann vorhandenen Kader abschneidet. Und auch wenn ich die Verpflichtung eines starken Stürmers gut und sinnvoll fände oder von mir aus auch die eines zentralen, strategisch denkenden, erfahrenen Mittelfeldspielers (als potentiellen Ersatz für einen häufig verletzten Baumann), sähe ich, falls das nicht klappt, die Situation als Chance für Spieler wie Niemeyer, Özil, vielleicht Husejnovic, Hunt oder Harnik, sich zu zeigen und sich mit mehr Spielzeit als bisher positiv zu entwickeln. Es würde mich nicht wundern, wenn der eine oder andere von ihnen positiv überraschen könnte. Das wäre z.B. wesentlich schwerer, wenn die Stammelf absolut zementiert wäre.
MFG dkbs