Magst Recht haben Sascha, nur die letzten Transferperioden haben schon gezeigt, dass man Allofs' Aussagen kaum so interpretieren kann, als noch etwas passieren könnte. Daran hat sich auch jeder in den letzten Jahren hochgezogen "Er kann nix anderes sagen etc." und was kam dann: nix. Für mich ist die Allofs Aussage final! Er sieht keine Baustellen und will nichts tun, naja, das gibt dann im Mai ein rude awakening.
Dass er nichts tun will, halte ich wiederum für blödsinnig.
Zwischen dem Wollen und der eigenen Handlungsfähigkeit gibt es leider eine Diskrepanz. Und die wird leider größer, je höher der sportliche Anspruch steigt.
Und da Werder sich in den letzten Jahren sportlich wesentlich schneller weiterentwickelt hat als man dies finanziell tun kann, ist diese Gegebenheit alles andere als überraschend.
Aber nochmal zum Wollen:
Werder hat (wie auch andere Clubs) ein permanentes Scouting, verfolgt regelmäßig Spiele auf sämtlichen Kontinenten, um zu sehen wie der Kader verbessert werden kann. Mögliche Kandidaten werden dabei notwendigerweise über einen längeren Zeitraum beobachtet. Nur so kann Scouting funktionieren, und das praktiziert Werder seit Jahren:
permanent schauen, wie man den Kader verstärken kann. Das allein grenzt doch schon die Möglichkeit aus, dass man sich nur dann Gedanken über Neuzugänge macht, wenn man konkreten Bedarf sieht. Und das grenz für mich auch aus, dass es Situationen gibt in denen man überhaupt keinen Bedarf sieht.
Nur: egal wie lang die Kandidatenlisten sind, es wird natürlich immer schwieriger abzuschätzen, wer überhaupt eine Qualitätsverbesserung bewirkt. Vor 4 Jahren war es einfacher. Ein Klose hat die Qualität für 5 Mio deutlich angehoben, während heute für 5 Mio gerade mal in die Breite investiert werden kann. Da muss man schon ganz genau hinsehen, wenn man nicht regelmäßig 5 Mio in den Sand setzen will.
Außerdem war es vor 4 Jahren ein geringeres Risiko: Spieler wie Wehlage, Daun oder Banovic waren schon recht weit von der Startelf weg. Im Nachhinein hat sich gezeigt, dass sie es in der Bundesliga im Allgemeinen sehr schwer hatten, sich zu behaupten. Heute ist das anders. Selbst die Spieler in der zweiten Reihe sind zum Großteil Nationalspieler in ihren Nationen, andere Bundesligisten würden sie sicher auch sofort nehmen. Da hat man selbst bei einer 5-Mio-Investition das Risiko, die Qualität zu verschlechtern.
Deshalb werden wir uns auch an die Situation gewöhnen müssen, dass man ganz genau hinschaut und nicht einfach mal ad hoc 3 Mann für je 5 Mio holt um dann mal zu sehen wie sie einschlagen. Wenn sie sich dann als zu teuer erweisen oder zu viel Gehalt verlangen, wird man weiterhin dankend ablehnen.
Es sei denn, man bekommt auch mal einen Investor wie Gazprom oder kommt auf die Idee, den Kader mit Fremdkapital zu verstärken. Aber wollen wir das Risiko?