Klar ist: Ich brauche ein Grundsystem, mit dem ich in ein Spiel gehe/in mehrere Spiele gehe. An dem orientiert stelle ich die Positionen auf, wer passt wohin, wer passt wie in mein taktischen Konzept, etc.
Dann kann ich mich für die Raute, oder für die Doppel-6 entscheiden.
Klar ist auch: Frank Baumann ist Rautensechser. Er spielt auf einer Raute oder etwa in einem 4-1-2-2-1 vor 2 weiteren zentralen MFs. Um keine weitere Diskussion zu entfachen sei jetzt dahingestellt, wie gut oder schlecht er ist, sondern einfach nur klargestellt, dass er Rautensechser ist, und nie Doppelsechser war und es auch nicht werden wird.
Frings ist Doppelsechser. Notfalls ein einzelner 6er, aber eigentlich in Idealfall auf einer Doppelsechs oder 2 zentralen Positionen klar besser aufgehoben.
Das muss ich wissen, und das lässt sich auch nicht zurechtdiskutieren. Ist so, glaubt mir das, und wenn es das einzige ist, was ihr mir glaubt.
Nun spielt Werder eine Raute, wobei Özil seine Halbposition offensiver interpretiert als Frings (und das wahrscheinlich auch soll.) Die Raute verschiebt sich, wie von z4ck auf Seite 1 gut erkannt, zu einer Art Quadrat, bzw Parallelogramm.
(Vllt erinnern sich einige von euch, wie ich das Quadrat vertreten habe, als es um neue Spielsysteme ging - geht in einigen Bereichen in genau diese Richtung.)
Das Mittelfeld verschiebt sich dann so, dass Frings trotz allem natürlich offensiver als Baumann denkt. Würde man es schematisch darstellen - was nicht geht, weil das alles Spieler sind, die sich bewegen - KÖNNTE man es am ehesten so aufzeichnen.
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**************************Diego*****************
*******Özil*************************************
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In dieser Mittelfeldkonstellation wäre das wahrscheinlich die grobe Darstellung der Laufwege.
Die Raute zeichnet aus, dass sie flexibel ist, sowohl was die Verschiebung zur Defensive oder den Spielaufbau und das Offensivspiel betrifft.
Diese Verschiebungen werden ausgenutzt und erfordern, dass die restlichen Mannschaftsteile sich darauf einstellen. Wo sich ein straffes, klar räumlich aufgeteiltes Mittelfeld verschiebt, entstehen auch neue Räume. Diese müssen dichtgemacht werden, und zwar durch Zusammspiel - in erster Linie von Abwehr und Mittelfeld.
Unser Problem ist, dass dieses Zusammenspiel nicht immer läuft, und teilweise noch durch ganz "alltägliche" Sachen ergänzt wird. Da wären zu weit aufgemachte Räume, falsches Stellungsspiel und natürlich noch individuelle Fehler. Das kommt zusammen, das ist es auch, was gegen Bayern und mit Spielverlauf auch gegen mailand besser lief.
Abschließend: Das ist keine Kritik am Spielsystem. Für andere Spielsysteme gilt ähnliches, von Spielsystem zu Spielsystem unterscheidet sich ein perfektes Abwehrverhalten - gibt es das denn überhaupt? - immer wieder, theoretisch sogar nur durch neues personal auf Schlüsselpositionen.