Oje, kann mich noch gut an die CL 2004/05 Hinspiel Heimklatsche 0:3 gegen Lyon erinnern. Dann Event-Offensive in Lyon. Statt des geplanten 4:0 Sieges haben wir dann glaub ich 7:2 verloren. Also Hin- und Rück zusammen 10:2 verloren. Also selbst in der glorreichsten Zeit gab es Rückschläge. Und Micoud konnte in der CL auch kaum Akzente setzen, das ganze war eigentlich immer eine Nummer zu gross.
Fand ich nicht.
Im Heimspiel gegen Lyon ist Werder erschreckend naiv aufgetreten, war weder in irgendeiner Form klug auf den Gegner eingestellt, noch verfügte unsere Truppe über so viel variable, taktische Mittel, um einen Weg zu finden, falls die einzige Vorgabe nicht funktionierte. Und die war augenscheinlich die, schlicht das eigene Spiel durchzudrücken gegen einen Gegner, der über mehrere Jahre gute CL-Saisons hingelegt, entsprechende Erfahrung und die Truppe vor jener Saison für ca. 40 Mio. verstärkt hatte. Bekloppter geht`s kaum und das ohne Berücksichtigung von Dreifachbelastung. Ich hab in 90 Minuten viel geschimpft auf dem Oberrang Nordtribüne.
Okay, wäre das nun das Lehrgeld, was jede Mannschaft einmal zahlt, kein Problem. Aber gegen Juventus, von denen zwei Drittel der Truppe Monate später im WM-Finale standen, haben wir es wieder genauso versucht. Die waren perplex über Werder`s Qualitäten und die organisierte Offensive,
von Micoud! Genauso waren sie überrascht, wie einfach sie jenes Werder-Heimspiel trotz leichter Unterlegenheit drehen konnten. Wir haben nicht am Ende noch gewonnen, weil die Mannschaft von außen klasse eingestellt war (abgesehen von der Motivation der Truppe, für die man den Trainer nicht ausgrenzen kann). Ohne Micoud (assistiert von der Intelligenz eines Baumann und der Zweikampfstärke eines Frings) hätten wir Partien wie gegen Udine und Juventus zu Hause nie gedreht. Mit ein wenig klügerer Spielvorbereitung in solchen Partien hätte sich meiner Ansicht nach heute niemand mehr über die Wiese- Rolle aufgeregt.
Ich sehe es daher noch ganz anders als Du: Ohne Micoud wären wir bei unseren spieltaktischen Unzulänglichkeiten überhaupt erst gar nicht so weit gekommen. Micoud war über mehrere Jahre der spielende Trainer auf dem Platz, der es teilweise schaffte, unserer Mannschaft die Grundlagen aus Raumaufteilung, intelligentem Pressing und geschickter Aufgabenteilung beizubringen, die das Team an der Seitellinie nicht zu vermitteln vermochte. Erst recht, nachdem Kalli Kamp seinen Posten räumte.
Zu Hunt: Ich bin froh, ihn weiter in unseren Reihen zu wissen. Neben Juno und Makiadi liegt hier, im Zentrum des Geschehens, meine große Hoffnung für unser künftiges Spiel.
Aber Hunt muss den Begriff "Verantwortung übernehmen" in seinem Alter, mit seiner Érfahrung und mit seinen fussballerischen Anlagen einfach noch mehr verinnerlichen und leben, wenn gleich sich der gute Aaron in der Hinsicht in den letzten 2-3 Jahren durchaus entwickelt hat. Nur immer noch zu langsam/ zu wenig.