Selbstredend eine Frage der Perspektive - mich stört das in diesem Zusammenhang, weil wir uns auf einer (halbwegs) seriösen Nachrichtenseite befinden, bei der die journalistische Ausrichtung der Gattung Kommentar für meine Begriffe anders aussehen sollte, als hier zu lesen - und dass die Herren von 11F meist eine bisweilen amüsante, treffende, aber für meine Begriffe häufig als rebellische Coolness getarnte Oberlehrerattitüde an den Tag legen, ist ja bekannt. Außerdem wäre ich froh, aber das hat mit Fußball nichts zu tun, wenn man die Prinzipien der Leistungsgesellschaft öfter mal über Bord schmeißen würde. Und zum Glück hat sich das Land schon immer Sorgen über die Zukunft der Nationalmannschaft gemacht - und erstaunlicherweise hat sie immer eine gehabt.
Löw mag umstritten sein, seine Methoden seltsam bis wenig nachvollziehbar - letztlich hat er aber unbestritten seine sportlichen Erfolge errungen und sein inzwischen miserabler Ruf insbesondere hier im Forum hat ja nicht zuletzt mit der Personalie Frings zu tun - und dazu mit dem Vertragsstreit und seiner Loyalität zu Bierhoff. Zumindest die letzten beiden Punkte sind mir allerdings völlig schnuppe, bzw. in Sachen Vertrag hat der gesamte DFB beschissen ausgesehen, es aber so hingebogen, dass Löw am Ende der Gelackmeierte war. Insofern hab ich für die "Ich-zeigs-euch-mir-doch-egal-sin-meine-Spieler"-Attitüde sogar ein gewisses Maß an Verständnis, auch wenn persönliche Fehden so ein Projekt wie eine WM im Prinzip nur gefährden. Im Endeffekt ist es eh wurscht, wir können uns hier stundenlang über Wohl und Wehe des deutschen Fußballs unterhalten - sollen sie doch einfach spielen.