Nochmals zu den Themen:
Wettbewerbsverzerrung:
Natürlich liegt hier ein gewisses Ungleichgewicht vor. Aber das könnte man ganz leicht beseitigen, indem man jeweils - zumindest für eine Halbsaison - die jeweiligen Kader der Lizenzspieler und der Zweitvertretungen fixiert und für diesen Zeitraum keinen Austausch zulässt.
Im übrigen sind einige Drittliga-Vereine durchaus froh, dass es die Zweitvertretungen gibt: Das bedeutet nämlich weniger Konkurrenz um den Aufstieg. Außerdem wird der Anteil an Fersehgeldern größer, da auf weniger Vereine aufzuteilen
Die Zweitvertretungen bringen junge Leute in die 3. Liga. Und ich sehe diese jungen Leute lieber als die überalterten ausländischen Stars, mit denen die anderen Vereine vollgestopft sind. Da interessieren mich dann volle Zuschauerränge und Fernsehgelder weniger. Und wenn es interessant wird, interessieren all die vorgenannten Aussagen sowieso wenig, siehe die Zuschauerzahl von Werder II in Düsseldorf.
Hier werden vor allem auch junge deutsche Talente eingesetzt, was ansonsten wohl unterbleibt.
Und Änderungen sollte man nur fordern, wenn man sich selber entsprechend verhält. Ich weiß von einem Fall vor einiger Zeit bei Fortuna Düsseldorf. Die beschwerten sich mal wieder massiv, dass eine Zweitvertretung (nicht Werder) Lizenzspieler in der Regionalliga eingesetzen wollte. Eine Woche späger, als Fortuna spielfrei war, spielt die halbe Fortuna-Truppe in der eigenen Zweitvertretung in der Verbandsliga. Und dieser Fall ist nicht selten, sondern übliche Praxis. Wenn schon, dann sollte das Prinzip für alle gelten.
Traditionsvereine:
Ich bin nicht mehr der jüngste, bin aber nach wie vor überrascht, wie einigen ganz punktuell auf einmal der Begriff 'Tradition' einfällt.
Dies war schon im letzten Jahr bei Hoffenheim so (ich habe nichts für und nichts gegen diesen Verein). Wieso habe die Leute in der Region um Sinsheim nicht auch das Recht auf Bundesliga-Fußball, sondern nur die, die schon 40 Jahre in den Genuss gekommen sind?
Gemeinte Traditionsvereine sind offensichtlich Leipzig, Dresden, Saarbrücken, Mannheim, Essen u.a., alles Städte, die zumindest nicht wesentlich kleiner als Bremen sind. Wer hindert sie denn, mit Werder in der Bundesliga zu spielen, doch nicht Werder II. Da liegen doch ganz andere Probleme vor. Man kann ja diese Vereine durchaus in die Bundesligen hieven, aber derzeit würde dann dort das Niveau erheblich sinken.
Außerdem kann man ja durchaus - wenn viele so sehr nach Tradition schreien - beschließen, jeder Verein, der einmal in der Bundesliga war, hat dort ewiges Bleiberecht. Nur: Wollen wir das wirklich. Der Name allein macht es vielleicht doch nicht.
Beispiel Köln u.a.: Ich finde es nach wie vor traditionswidrig, wenn solch ein Verein seit langer Zeit nur Ausländer (Böswillige sagen: Söldner) einsetzt. Wo bleibt da die regionsbezogene Identifizierung? Bei Werder und erst recht bei Werder kann ich mich durchaus mit einigen bodenständigen (und das ist Tradition) Spielern identifizieren.
Euagoras