Bremen
Moderator
@FatTony
In der Analyse mögen die xG-Werte genauer sein als die Wahre Tabelle. Aber beide Methoden haben einen signifikanten Haken: sie basieren nur auf den tatsächlichen Spielverlauf nach den jeweiligen Situationen. D.h. in beiden Erhebungen wird von einem identischen, weiteren Spielverlauf ausgegangen. Weil die unendlichen Möglichkeiten anderer Spielverläufe nach den jeweiligen Situationen in diesen Methoden nicht berücksichtigt werden können, mag es in der Theorie richtig sein, von einen identischen Spielverlauf auszugehen, um überhaupt eine Analyse erstellen zu können. Aber unter dem Strich sind solche errechneten Werte dann doch nur reine Hypothesen, denn es ist nur schwer vorstellbar, dass z.B. das von dir in Post # 161787 zitierte Szenario nicht mit einem Tor für Union endete, dass Spiel identisch verlaufen wäre. Klar, Frankfurt hätte wohlmöglich eine höhere Chance auf einen Punktgewinn gehabt; aber es wäre auch nur eine Chance gewesen, es impliziert jedoch keinen Automatismus. Denn genau wäre es möglich gewesen, dass Union die Parte trotz eines anderen Ausgangs dieser Szene sogar z.B. 3:0 gewonnen hätte.
Der zweite Schwachpunkt von xG-Werten ist, dass diese nur auf diesen einen Moment = Wirkung fokussiert sind, jedoch nicht die Entstehung einer solchen Situation = Ursache berücksichtigen.
Um beim besagten Beispiel der 1:0-Führung von Union zu bleiben: unmittelbar vor Ausführung der Ecke wird das Frankfurter Tor von 6 Feldspielern abgesichert; 2 am kurzen Pfosten und einer Viererkette am langen Pfosten in Höhe der 5-Meter-Line. Davor zwei 2er-Reihen. Bis hierhin soweit alles richtig gemacht. Aber bei Ausführung der Ecke auf den kurzen Pfosten mit der daraus resultierenden Kopfballverlängerung bewegten sich 2 Frankfurter von der 4er Kette am langen Pfosten zur Torlinie, um diese abzusichern. Jedoch rücken 2 vor dem 5-Meter-Raum positionierte Frankfurter nicht konsequent nach, so dass sich drei Unioner, u.a. Knoche und Khedira, nahezu sträflich frei ungedeckt vor Trapp im 5-Meter-Meter-Raum positionieren konnten! Lediglich Ndicka befand sich in der Nähe dieses Trios, jedoch konnte auch er nicht Khedira am Torschuss hindern. Wer von den Frankfurtern hier was verbockt hat, ist für diese Diskussion nicht relevant, sondern es geht darum, das individuelle Fehler / Versäumnisse ursächlich für das 1:0 waren, nicht kleine Glück, die diese Führung lediglich begünstigte. Diese Szene war sowohl symptomatisch für die Stärke von Union bei eigenen Standards als auch für die große Schwäche bei der Verteidigung von Standards bei der Eintracht, so dass man die Wirkung des Quentchen Glücks in dieser Situation nicht zur Ursache hochstilisieren sollte.
Wie schon Otto Rehhagel äußerte, ist Fußball kein Computerspiel. Sondern es ist eine Sportart, deren Verläufe und Ergebnisse im Wesentlichen vom Faktor Mensch abhängig sind. Und nicht von Glück bzw. Pech. Und weil die xG-Analyse den elementaren Faktor Mensch zu wenig berücksichtigt, ist sie eine computergestützte Kaffeesatzleserei, an der in erster Linie Mathematik- und EDV-Nerds ihre Freude haben. Oder die Fußball-Fans, die sich ein Spiel / die Tabelle sich aus welchen Beweggründen auch immer schönreden wollen. Eine Aussagekraft über den Fußball verfügt sie jedoch bestenfalls nur bedingt, weil sie sich nur auf einzelne Momente der jeweiligen Partien fokussiert und nicht die gesamte Komplexität / dem Gesamtkontext von Spielen im Fußballsport berücksichtigt.
In der Analyse mögen die xG-Werte genauer sein als die Wahre Tabelle. Aber beide Methoden haben einen signifikanten Haken: sie basieren nur auf den tatsächlichen Spielverlauf nach den jeweiligen Situationen. D.h. in beiden Erhebungen wird von einem identischen, weiteren Spielverlauf ausgegangen. Weil die unendlichen Möglichkeiten anderer Spielverläufe nach den jeweiligen Situationen in diesen Methoden nicht berücksichtigt werden können, mag es in der Theorie richtig sein, von einen identischen Spielverlauf auszugehen, um überhaupt eine Analyse erstellen zu können. Aber unter dem Strich sind solche errechneten Werte dann doch nur reine Hypothesen, denn es ist nur schwer vorstellbar, dass z.B. das von dir in Post # 161787 zitierte Szenario nicht mit einem Tor für Union endete, dass Spiel identisch verlaufen wäre. Klar, Frankfurt hätte wohlmöglich eine höhere Chance auf einen Punktgewinn gehabt; aber es wäre auch nur eine Chance gewesen, es impliziert jedoch keinen Automatismus. Denn genau wäre es möglich gewesen, dass Union die Parte trotz eines anderen Ausgangs dieser Szene sogar z.B. 3:0 gewonnen hätte.
Der zweite Schwachpunkt von xG-Werten ist, dass diese nur auf diesen einen Moment = Wirkung fokussiert sind, jedoch nicht die Entstehung einer solchen Situation = Ursache berücksichtigen.
Um beim besagten Beispiel der 1:0-Führung von Union zu bleiben: unmittelbar vor Ausführung der Ecke wird das Frankfurter Tor von 6 Feldspielern abgesichert; 2 am kurzen Pfosten und einer Viererkette am langen Pfosten in Höhe der 5-Meter-Line. Davor zwei 2er-Reihen. Bis hierhin soweit alles richtig gemacht. Aber bei Ausführung der Ecke auf den kurzen Pfosten mit der daraus resultierenden Kopfballverlängerung bewegten sich 2 Frankfurter von der 4er Kette am langen Pfosten zur Torlinie, um diese abzusichern. Jedoch rücken 2 vor dem 5-Meter-Raum positionierte Frankfurter nicht konsequent nach, so dass sich drei Unioner, u.a. Knoche und Khedira, nahezu sträflich frei ungedeckt vor Trapp im 5-Meter-Meter-Raum positionieren konnten! Lediglich Ndicka befand sich in der Nähe dieses Trios, jedoch konnte auch er nicht Khedira am Torschuss hindern. Wer von den Frankfurtern hier was verbockt hat, ist für diese Diskussion nicht relevant, sondern es geht darum, das individuelle Fehler / Versäumnisse ursächlich für das 1:0 waren, nicht kleine Glück, die diese Führung lediglich begünstigte. Diese Szene war sowohl symptomatisch für die Stärke von Union bei eigenen Standards als auch für die große Schwäche bei der Verteidigung von Standards bei der Eintracht, so dass man die Wirkung des Quentchen Glücks in dieser Situation nicht zur Ursache hochstilisieren sollte.
Wie schon Otto Rehhagel äußerte, ist Fußball kein Computerspiel. Sondern es ist eine Sportart, deren Verläufe und Ergebnisse im Wesentlichen vom Faktor Mensch abhängig sind. Und nicht von Glück bzw. Pech. Und weil die xG-Analyse den elementaren Faktor Mensch zu wenig berücksichtigt, ist sie eine computergestützte Kaffeesatzleserei, an der in erster Linie Mathematik- und EDV-Nerds ihre Freude haben. Oder die Fußball-Fans, die sich ein Spiel / die Tabelle sich aus welchen Beweggründen auch immer schönreden wollen. Eine Aussagekraft über den Fußball verfügt sie jedoch bestenfalls nur bedingt, weil sie sich nur auf einzelne Momente der jeweiligen Partien fokussiert und nicht die gesamte Komplexität / dem Gesamtkontext von Spielen im Fußballsport berücksichtigt.
Zuletzt bearbeitet:



