Übrige Spielethread

Sollte... in der Verfassung, in des bisherigen Saisonverlaufs dürfte sowohl der eine, als auch der andere Weg in die CL 23/24 jedoch ein sehr schwieriger sein.
 
Ich habe sie auch nicht komplett abgeschrieben. Doch das Schwächeln Anderer wird allein vermutlich nicht reichen. Primär müssen Manager und Team in Anfield ihre Hausaufgaben machen - und das sind nicht gerade wenige.
 
Ja und Nein. City spielt sicherlich auch einen intensiven Fußball. Jedoch nicht mit der Intensität wie Liverpool. Denn das System von Guardiola - hier kommt bei ihm alte Barca-Schule zum Vorschein - etwas mehr auf Ballbesitz ausgelegt, während Klopp mehr auf überfallartiges Umschaltspiel setzt, was im Vergleich zu Guardiolas Spielwiese mit größerem Risiko und höherer körperlichen Belastung verbunden ist. Und das könnte auch ein Teil der Erklärung für die vielen Verletzungen bei Liverpool sein; erst recht unter Einbeziehung der Altersstruktur der eingesetzten Spieler: bei den Reds wurden 6 Feldspieler im Alter von 30+ in 18 und mehr Spielen eingesetzt, bei den Skyblues dagegen nur 3.
Sehr gute Erklärung.

Zusätzlich zu der hohen körperlichen Belastung muss man auch die mentale berücksichtigen.

Während der Ballbesitzfussball stark auf proaktives Verhalten baut (Anspielstationen kreieren), basiert das überfallartige Umschaltspiel darauf, Fehler des Gegners zu erzwingen und reaktiv zu nutzen.Jeder Spieler muss hierbei jederzeit hellwach sein, um die ggf. wenigen Fehler des Gegners effektiv zu nutzen. Oft gelingt das erst zu fortgeschrittener Spielzeit, wenn der Gegner müde ist und eben die nötigen Fehler macht.

Apropos Effektivität: Funktioniert das System, ist die Effektivität oft deutlich höher als beim "Tikitaka". Funktioniert es nicht, haben auch nominell schwächere Teams eine Siegchance gegen dieses System. Eher als gegen Ballbesitz-orientierte Teams.

Voraussetzung ist, wie Du schriebst, eine starke körperliche Verfassung, anhaltende Fitness auch wenn der Gegner ermüdet. Aber auch die mentale Bereitschaft, ggf. mehr zu laufen als der Gegner, Gegner immer wieder anzulaufen. Eine gewisse Frusttoleranz, wenn dies häufig vergeblich erfolgt. Wachheit und Gier, die ggf. wenigen Fehler dann doch konsequent auszunutzen.

Das Tikitaka-System erfordert zwar auch eine hohe Intensität, ist aber, gerade wenn man es in eingespielten Einheiten von der Jugend an über viele Jahre einstudiert, besser und eher zu automatisieren (Dreiecke bilden, freilaufen). Problem dieses Systems ist häufig die deutlich geringere Effektivität (s.o.).

Insgesamt ist das überfallartige Umschaltspiel für die Akteure ermüdernder, sowohl körperlich als auch mental. Sowohl einst in Dortmund als auch aktuell in Liverpool wirkt es auf mich, als sei nicht mehr jeder Spieler bereit, die erforderlichen zusätzlichen Wege zu gehen, den Gegner entscheidend zu stören, die Gegenstösse konsequent auszuspielen und abzuschließen. Es fehlen oft die entscheidenden Meter, die notwendig wären.

Dieses Phänomen, ich nenne es mal "mentale Erschöpfung", tritt insbesondere dann oft in Erscheinung, wenn die Teams vorher große Erfolge gefeiert haben, wenn die letzte Gier fehlt, wenn der Umbruch verpasst wurde.
 
Sehr gute Erklärung.

Zusätzlich zu der hohen körperlichen Belastung muss man auch die mentale berücksichtigen.

Während der Ballbesitzfussball stark auf proaktives Verhalten baut (Anspielstationen kreieren), basiert das überfallartige Umschaltspiel darauf, Fehler des Gegners zu erzwingen und reaktiv zu nutzen.Jeder Spieler muss hierbei jederzeit hellwach sein, um die ggf. wenigen Fehler des Gegners effektiv zu nutzen. Oft gelingt das erst zu fortgeschrittener Spielzeit, wenn der Gegner müde ist und eben die nötigen Fehler macht.

Apropos Effektivität: Funktioniert das System, ist die Effektivität oft deutlich höher als beim "Tikitaka". Funktioniert es nicht, haben auch nominell schwächere Teams eine Siegchance gegen dieses System. Eher als gegen Ballbesitz-orientierte Teams.

Voraussetzung ist, wie Du schriebst, eine starke körperliche Verfassung, anhaltende Fitness auch wenn der Gegner ermüdet. Aber auch die mentale Bereitschaft, ggf. mehr zu laufen als der Gegner, Gegner immer wieder anzulaufen. Eine gewisse Frusttoleranz, wenn dies häufig vergeblich erfolgt. Wachheit und Gier, die ggf. wenigen Fehler dann doch konsequent auszunutzen.

Das Tikitaka-System erfordert zwar auch eine hohe Intensität, ist aber, gerade wenn man es in eingespielten Einheiten von der Jugend an über viele Jahre einstudiert, besser und eher zu automatisieren (Dreiecke bilden, freilaufen). Problem dieses Systems ist häufig die deutlich geringere Effektivität (s.o.).

Insgesamt ist das überfallartige Umschaltspiel für die Akteure ermüdernder, sowohl körperlich als auch mental. Sowohl einst in Dortmund als auch aktuell in Liverpool wirkt es auf mich, als sei nicht mehr jeder Spieler bereit, die erforderlichen zusätzlichen Wege zu gehen, den Gegner entscheidend zu stören, die Gegenstösse konsequent auszuspielen und abzuschließen. Es fehlen oft die entscheidenden Meter, die notwendig wären.

Dieses Phänomen, ich nenne es mal "mentale Erschöpfung", tritt insbesondere dann oft in Erscheinung, wenn die Teams vorher große Erfolge gefeiert haben, wenn die letzte Gier fehlt, wenn der Umbruch verpasst wurde.

........ auch hier auf diesem Wege ein absolutes Gefällt mir: :top::top:
 
Sehr gute Erklärung.

Zusätzlich zu der hohen körperlichen Belastung muss man auch die mentale berücksichtigen.

Während der Ballbesitzfussball stark auf proaktives Verhalten baut (Anspielstationen kreieren), basiert das überfallartige Umschaltspiel darauf, Fehler des Gegners zu erzwingen und reaktiv zu nutzen.Jeder Spieler muss hierbei jederzeit hellwach sein, um die ggf. wenigen Fehler des Gegners effektiv zu nutzen. Oft gelingt das erst zu fortgeschrittener Spielzeit, wenn der Gegner müde ist und eben die nötigen Fehler macht.

Apropos Effektivität: Funktioniert das System, ist die Effektivität oft deutlich höher als beim "Tikitaka". Funktioniert es nicht, haben auch nominell schwächere Teams eine Siegchance gegen dieses System. Eher als gegen Ballbesitz-orientierte Teams.

Voraussetzung ist, wie Du schriebst, eine starke körperliche Verfassung, anhaltende Fitness auch wenn der Gegner ermüdet. Aber auch die mentale Bereitschaft, ggf. mehr zu laufen als der Gegner, Gegner immer wieder anzulaufen. Eine gewisse Frusttoleranz, wenn dies häufig vergeblich erfolgt. Wachheit und Gier, die ggf. wenigen Fehler dann doch konsequent auszunutzen.

Das Tikitaka-System erfordert zwar auch eine hohe Intensität, ist aber, gerade wenn man es in eingespielten Einheiten von der Jugend an über viele Jahre einstudiert, besser und eher zu automatisieren (Dreiecke bilden, freilaufen). Problem dieses Systems ist häufig die deutlich geringere Effektivität (s.o.).

Insgesamt ist das überfallartige Umschaltspiel für die Akteure ermüdernder, sowohl körperlich als auch mental. Sowohl einst in Dortmund als auch aktuell in Liverpool wirkt es auf mich, als sei nicht mehr jeder Spieler bereit, die erforderlichen zusätzlichen Wege zu gehen, den Gegner entscheidend zu stören, die Gegenstösse konsequent auszuspielen und abzuschließen. Es fehlen oft die entscheidenden Meter, die notwendig wären.

Dieses Phänomen, ich nenne es mal "mentale Erschöpfung", tritt insbesondere dann oft in Erscheinung, wenn die Teams vorher große Erfolge gefeiert haben, wenn die letzte Gier fehlt, wenn der Umbruch verpasst wurde.

Top-Beitrag :top::tnx:

Und vor allem danke für den ergänzenden Hinweis, dass ebenso eine hohe mentale Stärke erforderlich ist. Ballbesitzfußball fordert schon an sich ein hohes Maß an vielschichtigen körperlichen und geistigen Fähigkeiten - ist im Buch "Der König und sein Spiel - Johan Cruyff und der Weltfußball" sehr gut dargestellt (die Essenz dieser Anforderungen hatte ich hier gepostet). Aber der "Klopp-Fußball" stellt dahingehend wesentlich höhere Ansprüche, weil sich dort weniger Automatismen einstudieren lassen als bei Tiki-Taka.
 
Anbei eine "frische" Zustandsbeschreibung des LFC. Hier sind u. a. auch die Denkansätze von @Bremen und @osterdeich_hb angeführt.
"Das ist keine Jürgen-Klopp-Mannschaft" (msn.com)
Ziemlich billig von Klopp, dass er trotz Lob für den gegnerischen Trainer und der Nennung eigener Versäumnisse in Summe reichlich Schelte in Richtung Gegner, Schiri und VAR verteilte. Das bestätigt leider wieder einmal sein Image als schlechter Verlierer.
 
:top:So isser halt ..... ;):D Dennoch vergisst er auch nicht seinen Anteil. Dat kennen wir ja anders.;)
Nein, nein, aber eure Beiträge bringen es auf den Punkt. Ich tippe mal drauf bis 2026 läuft sein Vertrag, aber spätestens 23/24
macht er dort Schluss. Sollte er in dieser Saison die CL-Plätze verpassen, wird schon am Ende 22/23 Schluss sein.
Man wird spätestens dann konstatieren, dass ein Neuaufbau durchgeführt werden muss und man diesen in die Hände eines
neuen Trainers legt. Auch Klopp wird mMn diese Sichtweise haben.
Passt dann evtl. mit dem Scheitern bei der EM ......;)
 
:top:So isser halt ..... ;):D Dennoch vergisst er auch nicht seinen Anteil. Dat kennen wir ja anders.;)
Nein, nein, aber eure Beiträge bringen es auf den Punkt. Ich tippe mal drauf bis 2026 läuft sein Vertrag, aber spätestens 23/24
macht er dort Schluss. Sollte er in dieser Saison die CL-Plätze verpassen, wird schon am Ende 22/23 Schluss sein.
Man wird spätestens dann konstatieren, dass ein Neuaufbau durchgeführt werden muss und man diesen in die Hände eines
neuen Trainers legt. Auch Klopp wird mMn diese Sichtweise haben.
Wenn er so weitsichtig wie ein Ferguson bei United oder Rehhagel bei Werder ist, wird er wie schon in Dortmund zum Ende der Saison freiwillig gehen. In Dortmund wurde seinerzeit seine Rücktrittsankündigung zum "Hustenlöser". Vielleicht könnte das auch beim LFC helfen, denn der Karren in Anfield scheint ziemlich tief im Morast festgefahren zu sein. Ansonsten würde er wie Wenger bei Arsenal oder Schaaf bei Werder ein weiteres Kapitel in der Fußballgeschichte von den Trainern schreiben, die nach einer erfolgreichen Zeit bei einem Club den rechtzeitigen Absprung verpassten.


Passt dann evtl. mit dem Scheitern bei der EM ......;)
Klopp hat schon vor längerer Zeit den Posten des Bundestrainers kategorisch abgelehnt. Selbstverständlich kann er nach dem Motto "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern" verfahren, aber so lange die DFB-Spitze sich trotz hoher Fluktuation sich so desolat präsentiert wie seit etlichen Jahren, kann man ihm es nicht verdenken, dass es bei seinem Nein bleibt.
 
Das mit der "kategorischen Ablehnung" des Bundestrainer-Postens durch Jürgen Klopp stimmt so nicht.

Gerade heute lässt er sich, angesprochen auf eben dieses Thema, in einem Sportbild-Interview folgendermaßen zitieren: "Ich habe es schon öfter gesagt: Es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass ich irgendwann mal Bundestrainer werde. Aber es muss passen. Und das hat es bisher nicht".
 
Das mit der "kategorischen Ablehnung" des Bundestrainer-Postens durch Jürgen Klopp stimmt so nicht.
Es wäre interessant, eine deutsche Nationalmannschaft mit dem Klopp-Fußball spielen zu sehen. Sofern die Mannschaft das verinnerlicht und auch durchzieht, könnte es tatsächlich erfolgreich sein. Technisch versiert sind die meisten Spieler ja, auch in der Verteidigung. Aber da dürfte dann auch die Frage sein, inwiefern dieses System in den Mannschaften des Ligabetriebs umgesetzt wird, oder ob die Spieler etwas aus ihrer Sicht völlig Neues lernen müssen.
 
Es wäre interessant, eine deutsche Nationalmannschaft mit dem Klopp-Fußball spielen zu sehen. Sofern die Mannschaft das verinnerlicht und auch durchzieht, könnte es tatsächlich erfolgreich sein. Technisch versiert sind die meisten Spieler ja, auch in der Verteidigung. Aber da dürfte dann auch die Frage sein, inwiefern dieses System in den Mannschaften des Ligabetriebs umgesetzt wird, oder ob die Spieler etwas aus ihrer Sicht völlig Neues lernen müssen.
Das würde mMn nicht gutgehen. Denn um den Klopp-Fußball mit überfallartigen Umschaltspiel zielführend umzusetzen, muss eine Mannschaft überdurchschnittlich stark im Spiel gegen den Ball = sicher in Balleroberung, schnell im Umschaltspiel und exakt im Spielaufbau sein. Das ist die deutsche Mannschaft, wie jüngst bei der WM zu sehen war, nicht. Für Gegner wie Spanien, die ähnlich wie Deutschland den Fokus auf Ballbesitz legen, kann es reichen. Aber wenn die Gegner so wie Japan und Costa Rica selber hoch pressen, bekommt diese Mannschaft reichlich Probleme. Somit wäre beim mit größeren Risiken behafteten Klopp-Fußball die Gefahr von Gegentoren noch größer ist als in der jüngeren Vergangenheit bzw. Gegenwart, wo das letzte Zu-Null-Spiel der DFB-Mannschaft bei einem großen Turnier mittlerweile über 6 Jahre her ist, wesentlich größer.
 
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