@Mick
Den Begriff Dusel-Werder wird es in der Ära Schaaf sicher nicht geben. Werder versucht immer mehr Anteil am Spiel zu halten und suggeriert zumindest, dass wir dem Gegner fast immer überlegen sind. Dass dem nicht so ist, liegt natürlich auf der Hand.
Dass das Versagen der Abseitsfalle eigentlich nie unglücklich sein kann, sondern immer ein kalkuliertes Risiko darstellt, ist ebenfalls nicht von der Hand zu weisen. Es reicht schon ein, wie gesehen, abgefälschter Pass, um dem Gegner eine gute Torchance zu ermöglichen. Würde Bremen aus einer kompakten Abwehr agieren, wäre es womöglich ohne Folgen geblieben.
Aber eigentlich will ich mit meinem Beitrag nicht auf die strategischen Aspekte Werders eingehen. Dafür sind meine fussballerischen Kenntnisse zu beschränkt, als dass ich da mitdiskutieren könnte.
Vielmehr frage ich mich, ob eine Abkehr vom offensiven Spielstil nicht auch weitreichende wirtschaftliche Einschnitte bedeuten würde.
Angenommen, Mick, Werder setzt deine Wünsche um, was natürlich zur Folge hätte, dass unseren Offensivkräften a) Freiheiten genommen werden und b) unsere Torausbeute weit geringer wäre.
Welchen Marktwert hätten dann Spieler, wie Pizarro, Klose oder Diego noch gehabt? Wieviel hätten wir z. B. für Diego bekommen, wenn Bremen ihm, ähnlich wie Juventus nicht die Freiheiten gegeben hätte, sich zu entfalten?
Hätten wir Özil immer noch für 5-6 Mio bekommen, wenn Schalke ähnlich wie Werder offensiv agiert hätte oder hätte er nicht schon zu diesem Zeitpunkt auch internationale Begierden geweckt?
Wäre Marin noch zu Werder gekommen, wenn man ihn, wie in BMG immer dann ausgewechselt hätte, wenn man versuchte ein Ergebnis zu halten?
Dass viele Spieler nach ihrer Werderzeit nicht wieder in die Spur kommen, hat doch auch viel damit zu tun, dass das Spiel in anderen Vereinen nicht so auf Angriff zentriert wird, wie in Bremen.
Um nun mal den umgekehrten Fall zu betrachten. Glaubst du, dass Naldo/Merte einen viel höheren Marktwert hätten, wenn Bremen defensiver steht?
Eine Frage der Psychologie bei Spielertransfers, aber zumindest in den letzten 10 Jahren hat es sich doch eingebrannt, dass gerade unsere Offensivkräfte einen nicht unerheblichen Teil an Werders wirtschaftlichen Erfolg hatten.
Das mag sehr kalt betrachtet sein, aber warum ein (wackliges?) Spiel opfern, um bei defensiverem Spielverhalten noch mehr auf Mehreinnahmen aus Turnieren angewiesen zu sein?
Ich hoffe, ich kann damit einen bisher noch wenig durchleuchteten Aspekt in die Diskussion einbringen.