Thomas Schaaf (verlässt Werder Bremen mit sofortiger Wirkung!)

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Der Umbruch läuft - wie ist Eure aktuelle Meinung zu unserem Trainer?

  • TS genießt auch weit über die Saison hinaus weiterhin mein uneingeschränktes Vertrauen

    Votes: 288 30,4%
  • Wenn in der kommenden Saison kein internationaler Wettbewerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 94 9,9%
  • Wenn in dieser Saison kein internationaler Wettberwerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 67 7,1%
  • TS wird mit diesem Verein keinen Erfolg mehr haben und sollte spätestens im Sommer gehen

    Votes: 266 28,1%
  • TS sollte sofort gehen, um einen möglichen Abstiegskampf diese Saison zu vermeiden

    Votes: 231 24,4%

  • Total voters
    946
Status
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Sich hinten reinstellen und auf Kontersituationen warten (wie du das gerne hättest), führt über kurz oder lang gerade auch dort ziemlich sicher zum Gegentor.
Noch sicherer zum Gegentor führt eine offene Spielweise, wo wir dem Gegner von vornherein die Räume anbieten und völlig unerzwungen unsere Schwächen zeigen. Die Konsequenzen dessen kennt ja nun gerade Werder hinlänglich.
So richtig sattelfest sah unsere Abwehr zuletzt ja nach Flanken/Eckbällen in den Strafraum auch gerade nicht aus.
Abgesehen von DO trifft das nicht auf die Eckbälle kaum zu. "Nicht sattelfest" ist richtig, aber auch ein Defizit, welches unser Trainer, der keine Fehler macht, seit Jahren nicht in den Griff bekommt.
Warum sich also bis zum ersten Gegentor hinten rein stellen, wenn man über ein solch tolles Offensiv-Potential verfügt ?
Weil das die beste Basis ist, dieses Offensiv-Potential ausspielen zu können. WOB ist letzte Saison fast nur mit langen Bällen und Konter Meister geworden, dennoch war das nicht immer unansehnlich. Ähnlich ist Bayern zigmal Meister geworden, ähnlich ist Schalke nicht nur dieses Jahr, sondern seit 2005 stets auf Augenhöhe in der Tabelle mit Werder gelandet, obwohl sie stets das schlechtere fussballerische Potential hatten.

Im übrigen bin ich der Meinung, dass mit unserem Spielermaterial noch viel mehr anzubieten wäre, neben taktischen Mitteln auch spielerisch. Wenn der betriebene Aufwand auch intelligenter betrieben und mehr unter Einbeziehung des Gegners erfolgen würde.

Nach dem 0:1 müsste man ja ohnehin "den Schalter umlegen" (was dann aber vielleicht schwerer fällt). Da kann man sich auch gleich von vornherein darum kümmern, Tore zu schießen und den Ball möglichst vom eigenen Tor wegzuhalten.
Witzig, das ist genau diese herrliche Denke.

Nach dem Motto: Wir sind das Werder Bremen, das lieb mitspielt und genau das tut, worauf der Gegner spekuliert. Das geht oft gut, weil eben das herausragende "Offensiv-Potential" nicht in jedem Spiel weniger Tore als die anderen schießt oder nicht in jedem Spiel erst trifft, wenn wir schon zurückliegen. Genauso oft geht`s auch schief. Das bringt uns zwar nach aussen hin Sympathien, aber unter dem Strich viel zu oft zu wenig Punkte - und nicht selten auch unterschwelligen Hohn. Das fällt doch nicht nur mir und ein paar Usern hier auf. Klopp konnte sich doch das Grinsen nicht verkneifen, als er Werder`s Aufstellung gelesen hat. Stürmer wie Amanatidis oder Gomez belustigen sich seit Jahren vor laufender Kamera darüber, dass sie gegen Werder immer zu Ihren Chancen kommen. Der Kicker schrieb bereits vor zwei, drei Jahren, Schaaf sei der "Offensiv-Papst" der Liga und wiederholt das in ähnlicher Manier alle paar Monate. Aber nie ist zu lesen, TS wäre ein cleverer Trainer, der andere überrascht mit taktischem Geschick. Vielleicht in der BILD, kann ich nicht beurteilen, denn die lese ich nie. Im DSF-Doppelpass betonen sogar Leute wie dieser BILD-Zeitungs-Fussball-Legastetiker die Schieflage bei Werder im Verhältnis Aufwand und Ertrag oder die Ausrechenbarkeit. Völler oder Hitzfeld freuten sich schon vor Jahren im ARD darüber, dass es gegen Werder ja immer schöne Spiele gäbe, da mitgespielt wird und sie ihre Chancen bekommen. Das, was nach außen mitunter wie Lob klingt, ist nichts anderes als bitterer Hohn.
 
Mick, dein Fußballsachverstand in allen Ehren, Doch du argumentierst immer in Dingen, die du (alleine wahrscheinlich?) gerne sehen würdest beim Team (z.B. nach dem Gegner richten, in die Breite spielen, Raum verteidigen) die bei Werder aber nicht stattfinden. Ist Werder jetzt obwohl es gänzlich anders spielt, als du es von einer starken Mannschaft erwartest oder trotzdem es so spielt erfolgreich?
Das Erfolgsrezept von Werder ist gänzlich anders als, das was du über Erfolgsrezepte schreibst. Und ich glaube: Zurecht.

Von daher halte ich deine Beiträge für in der Theorie gut aber auf die Realität bezogen am Thema vorbei.
Werder spielt nicht so wie du es gerne sehen würdest. Und wird es so schnell auch nicht tun. Damit bist du nurmehr der Experte im Elfenbeinturm und hast die Rezepte für erfolgreich bestrittene Spiele in der Hand und kannst jedem Trainer: Schaaf, allen vor Schaaaf und denen nach Schaaf aufzeigen, was sie in der Theorie falsch machen. Und kannst gelegentlich Brosamen des Lobes ausschütten.
Beschäftige dich nochmal genau mit dem Beitrag von Paul Tergat, er gibt auch eine gewisse Hilfestellung.

Und ja: Werder besitzt die Chuzpe, in Hamburg ein Pokalspiel von Anfang bis Ende aus der spielerischen Überlegenheit zu bestreiten. Wie gezeigt im April 2009.

Der Tanz auf der Rasierklinge ist der: Werder geht bewußt das Risiko seine Spiele auswärts und zu Hause aus der eigenen Überlegenheit zu führen.

Und dein letzter Einwand ist - wenn er für irgendetwas als ein Indiz herhalten soll - sowas von abstrus, das ich lachen muß. Hamburg und WOB gewinnen Spiele weil oder obwohl sie unterlegen waren und Werder nicht. Tja - Werder schließt seit x jahren (im Vergleich zu WOB und Hamburg nur einmal nicht) in der Liga um Plätze besser ab. Es ist kein Beweis von Stärke, ein Spiel zu gewinnen, obwohl man unterlegen war, sondern der Faktor Glück gepaart mit Zufall.
 
Warum spielen Mannschaften denn auch so? Weil sie es nicht anders können - bzw. weil die Mannschaft kein System erlaubt, welches mehr Spielkontrolle erlaubt. Wir haben ein Mannschaft die das hergibt. Warum also ein System kopieren, welches mehr oder weniger aus der Not heraus geboren, aber nicht das Unsrige ist?

Ich bleibe dabei, dass es darum geht, mit unserem System die Fehler abzustellen und nicht das System umzustellen.
 
Die Mannschaft hat noch Gelegenheiten genug zu zeigen, ob sie die erhoffte Qualität hat oder nicht. Wolfsburg, Stuttgart, Schalke und der HSV werden Werder fordern und die Mannschaft wird beweisen müssen, dass sie den Erwartungen entsprechen kann. TS wird seinen Teil dazu beitragen müssen.
Auch für ihn ist dies eine Bewährungsprobe.
Wenn ich aber an das Ende der Hinserie denke, habe ich kein gutes Gefühl.
Jetzt jedoch schon zu spekulieren, wie das nächste Spiel verläuft, ist absolut müßig. Dazu ist Werder zu sehr Wundertüte
 
Zitat von Lothar Matthäus;986308:
Ich bleibe dabei, dass es darum geht, mit unserem System die Fehler abzustellen und nicht das System umzustellen.
Sehe ich im Grunde ähnlich. Es wäre sicherlich falsch jetzt zu fordern, daß man sich, übertrieben dargestellt, am Cottbuser Fußball und ihrer generellen Ausrichtung orientiert.
Ich denke, es geht auch gar nicht darum, nun ein völlig neues, defensives System zu installieren, sondern vielmehr darum, unser bestehendes zu modifizieren. Oder besser gesagt, die Balance und Abstimmung zwischen Def. und Offens. zu verbessern.
Und auch darum, sich schon in gewisser Weise dem Gegner
anzupassen, bzw. sich cleverer auf diesen einzustellen. Denn es ist sicherlich nicht nur dem Faktor "Pech" zuzuschreiben, daß wir bspw. gegen Schalke seit geraumer Zeit zwar meist mehr Ballbesitz haben, die Spiele aber leider in ähnlicher Weise verlieren. Da darf dann schon mal die Frage in den Raum gestellt werden, ob man sich da nicht mal eine andere Strategie einfallen lassen sollte.
Was ich persönlich z.B. kritisch sehe, ist unsere oftmals sehr hoch stehende Viererkette, die sich teilweise auf Höhe der Mittellinie befindet. Fragwürdig.
Sicherlich sind solche Auftritte wie in Mainz oder Hoffenheim nur schwer auf die gesamt Saison zu übertragen und letztlich waren die Auftritte auch einer gewissen Müdigkeit durch die Mehrfachbelastung geschuldet, dennoch konnte man sehen, daß es auch möglich ist, Spiele nicht nur anhand der totalen Offensive zu gewinnen. Eine wie ich finde, schöne Erkenntnis.
"Lodda Matthäus" gebe ich in dem Punkt der individuellen Fehler sicherlich auch recht, daß kein System der Welt individuelle Schlafmützigkeiten auffangen wird. Wenn ich als Spieler in den ersten 30 Min der Meinung bin, es wird schon irgendwie mit halber Kraft gehen, ist das System oder irgendwelche Ausrichtung schnuppe, dann geht´s in die Hose. Die grundsätzliche Einstellung muß von der ersten Minute vorhanden sein, dann können wir auch mit unserem System absolut erfolgreich sein.
Wie gesagt, die richtige Balance zwischen Def. und Off. ist für mich das A und O. Diese stimmte bei uns leider zu oft nicht, ebenso wie die Berufsauffassung einiger Angestellter, die leider scheinbar nach den guten Auftritten der Vorrunde in eine gefährliche Selbstzufriedenheit abglitt.
 
Zitat von Lothar Matthäus;986107:
Du weißt doch sehr gut, dass der Handlungsrahmen gegen Dortmund nicht der Selbe war, wie in den Spielen zuvor und im Spiel gegen Freiburg.
Wieso? Ich konnte keine andere Ausrichtung erkennen. Beim besten Willen nicht. Nur eine, die Gegner mal mehr und mal weniger zuließ.
Schaaf hat doppelt improvisiert: Doppelspitze und Hunt etwas zurückgezogen. Experiment gescheitert. Kann man so sagen.
Richtig. Was bleibt, ist die Frage, welcher realistische Hintergrund einen Trainer bewegen kann, auswärts in solch einem Spiel zu experimentieren? Es war ja nicht so, dass keine Defensivkräfte vorhanden waren, unabhängig von Jensen. Welcher Trainer würde gegen einen kompakten Gegner experimentieren, in der Art, dass er auf Ausfälle von physischer Präsenz noch weniger physische Präsenz aufstellt. Mir fällt außer Schaaf ad hoc keiner ein, der das so schon getan hat.
Auch das ist mit einer auf Ballkontrolle und nicht auf Kontersituationen lauernden orientierten Spielweise durchaus möglich.
Möglich ja. Auch erfolgversprechender?
Ich bleibe dabei, dass es darum geht, mit unserem System die Fehler abzustellen und nicht das System umzustellen.
Und wenn das Spielermaterial es nicht hergibt, unser System einfach beizubehalten? Ich bleibe dabei, dass es mit dem System und den vorhandenen Spielern darum geht, zuvorderst taktisch und in der Spielvorbereitung die Fehler abzustellen. Was natürlich nicht immer gelingen kann. Aber alles andere ist ein Schuss ins Blaue. Mal klappt`s, mal nicht. Es kann doch nicht Sinn und Zweck der Sache sein, die festgestellten Fehler einfach immer wieder einzukalkulieren in der Hoffnung, das sie sich von alleine abstellen.

Ich denke, es geht auch gar nicht darum, nun ein völlig neues, defensives System zu installieren, sondern vielmehr darum, unser bestehendes zu modifizieren.
Eben. Genau so.

@Schmolle
Der Tanz auf der Rasierklinge wäre einigermaßen akzeptabel, wenn dahinter reelle Erfolgsaussichten stünden. Aber mit so einer Aufstellung, so einem System wie in Dortmund bist Du sofort wieder von viel eigenem Glück abhängig und davon, dass der Gegner aus den vorhersehbar entstehenden Chancen zufällig nicht trifft. Das ist nicht irgendein erfundenes Erfolgskonzept, sondern entspringt viel mehr der nüchternen Frage, welchem Erfolgskonzept überhaupt dieser Tanz auf der Rasierklinge– logisch nachvollziehbar – entsprechen soll?
 
Und wenn das Spielermaterial es nicht hergibt, unser System einfach beizubehalten?
Und ich denke, dass unser "Spielermaterial" den Anforderungen entspricht. Und ich denke, dass das System, welches Du einforderst, nicht der Kaderzusammensetzung entspricht. Dein Schluss, es läuft mit einer defensiveren Aufstellung besser, ist vielmehr ein Schuss ins Blaue, denn wie Schmolle schon richtiger Weise schreibt, sind die Erfolge nicht von der Hand zu weisen.
Ich bleibe dabei, dass es mit dem System und den vorhandenen Spielern darum geht, zuvorderst taktisch und in der Spielvorbereitung die Fehler abzustellen. Was natürlich nicht immer gelingen kann. Aber alles andere ist ein Schuss ins Blaue. Mal klappt`s, mal nicht. Es kann doch nicht Sinn und Zweck der Sache sein, die festgestellten Fehler einfach immer wieder einzukalkulieren in der Hoffnung, das sie sich von alleine abstellen.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass Schaaf nicht die Hoffnung hat, Fehler mögen sich von alleine beheben lassen. Ich bin mir darüber hinaus ziemlich sicher, es wird akribisch daran gearbeitet.

@ 5vor12

Richtig. Es ist ja unbestritten, dass das System, welches wir spielen, Alles von den Spielern abverlangt, dass es also ein anspruchsvolles System ist. Daher auch "fehleranfällig" ist. Aber ein defensives System, welches bspw. Schalke praktiziert, ist es auch, denn Situationen, in denen es dort brennt, gibt es dort auch. Es ist nur so, dass diese seltener bestraft werden. Schalke bekommt Probleme, wenn es das Spiel machen muss - wie gegen Hannover, Freiburg, Bochum oder Gladbach. Dort verlieren sie die Punkte. Wenn sie mal führen, sind sie unglaublich effektiv und schwer zu spielen. Gegen spielstärkere Mannschaften sehen sie meist besser aus - das betrifft ja nicht nur uns. Ob diese Spielweise auch von Nachhaltigkeit geprägt ist, also ob sie bspw. in der nächsten Saison ähnlich erfolgreich sein werden, wenn sie "etwas" zu verteidigen haben, muss man sehen. Ich habe dort meine Zweifel.
 
Was ich persönlich z.B. kritisch sehe, ist unsere oftmals sehr hoch stehende Viererkette, die sich teilweise auf Höhe der Mittellinie befindet. Fragwürdig.
Nicht unbedingt. Sinn und Zweck einer sich weiter nach vorn verschiebenden Abwehrkette ist ja a) die Räume eng zu machen, damit gleichzeitig b) das Spiel in die gefährliche Zone des Gegners und weg vom eigenen Strafraum zu verlagern und dadurch c) die Steilpässe des Kontrahenten schon weiter vorn im Ansatz zu verhindern.

Das Ganze funktioniert aber nur, wenn a) die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen und somit die Ordnung gehalten wird, b) das Pressing absolut greift und c) das taktisch-strategische Denken auf zentralen Positionen ausgeprägt ist. Andernfalls wird diese Maßgabe schnell zum Boomerang und explodiert wie ein platzender Dampfkessel. Erst recht, wenn das Selbstvertrauen in der Mannschaft fehlt. Exemplarisch aus Bremer Sicht waren da doch die beiden aufeinander folgenden Partien gegen Bayern und in Gladbach. Die Mannschaft war bereits durch Niederlagen und eine sieglose Serie verunsichert. Aber dennoch ging dieses riskante Spiel so weiter, obwohl c) schon über die ganze Saison fehlte und das mangelnde Selbstvertrauen auch noch a) und b) einschränkte. Das Resultat dessen waren massenweise Konterchancen für Bayern und dieses Konter-Desaster in Gladbach. Genau an dieser Stelle muss aber ein Trainer entgegenwirken, indem er vorher reagiert, wenn erste Anzeichen erkennbar sind und nicht erst, wenn es die fünfte Niederlage hagelt. Gegen Hertha hat er`s dann in den Griff bekommen.

Auf abnehmende taktische Disziplin und mangelnde Leistungs-Konstanz ergibt sich außer der Möglichkeit, auf die Psyche der Spieler einzuwirken, ja noch die Möglichkeit, entsprechend taktisch zu reagieren. Individuelle Fehler wie das frühe 0:1 gegen Valencia sind einzelne Fälle, da kann er dann wirklich wenig machen und muss wegen dem Spielstand auf diese Taktik zurückgreifen. Mitunter ist es aber, trotz gewisser, ungelegener Umstände wie oben beschrieben, von Beginn an weiterhin der ultimative Normalzustand. Und das kann und darf eigentlich nicht sein.

Aber grundsätzlich sehe ich die Idee der hoch stehenden Viererkette nicht per se als riskantes Spiel, sondern sogar sinnvoll. Riskant wird es nur, wenn oben genannte Attribute aufgrund saisonverlaufbedingter Unwägbarkeiten oder eben bei personellen Engpässen mal nicht stimmen und - dazu in Kombination - das riskante Spiel auf Abseits beibehalten wird.

Zitat von Lothar Matthäus;986419:
Und ich denke, dass unser "Spielermaterial" den Anforderungen entspricht. Und ich denke, dass das System, welches Du einforderst, nicht der Kaderzusammensetzung entspricht. Dein Schluss, es läuft mit einer defensiveren Aufstellung besser, ist vielmehr ein Schuss ins Blaue, denn wie Schmolle schon richtiger Weise schreibt, sind die Erfolge nicht von der Hand zu weisen.
Das verstehst Du falsch, es geht nicht um "totale Defensive", sondern um Ordnung, Organisation, situationsbedingte Spielführung/Ausrichtung. Und da denke nicht nur ich, dass die Kaderzusammensetzung oftmals nicht auf das passt, was Schaaf abverlangt.

Ich bin mir darüber hinaus ziemlich sicher, es wird akribisch daran gearbeitet.
Tja, das sollte "man" meinen, da es ja das ist, wofür ein Trainerstab bezahlt wird. Allerdings ist das Ergebnis dieser "Akribie" auf dem Platz, so meine bescheidene Einschätzung, immer noch und vor allem im Verhältnis zum Zeitraum der sich nun mal wiederholenden Fehler, sehr überschaubar.

Schalke bekommt Probleme, wenn es das Spiel machen muss - wie gegen Hannover, Freiburg, Bochum oder Gladbach. Dort verlieren sie die Punkte.
Eben das ist der Punkt. Sie haben dann schlicht nicht die Chance, manche solcher Spiele zu gewinnen, egal, was sich der Trainer ausdenkt. Wir haben diese und scheitern an Unzulänglichkeiten wie mangelnder Gegnerorientierung, Taktik und Einstellung. Wir scheitern also, und das nicht selten und immer wieder, an abstellbaren Dingen, nicht an fehlender Qualität, S04 dagegen, weil`s manchmal einfach nicht anders geht.

Ob diese Spielweise auch von Nachhaltigkeit geprägt ist, also ob sie bspw. in der nächsten Saison ähnlich erfolgreich sein werden, wenn sie "etwas" zu verteidigen haben, muss man sehen. Ich habe dort meine Zweifel.
Weiß nicht. Schalke spielt seit ca. 10 Jahren mehr oder weniger destruktiv, aber selten standen sie in der Tabelle abgeschlagen hinter uns. Davon abgesehen könnte es ja so sein, dass Schalke zuerst den Erfolg sichern will, um dann mit gezielten Zukäufen auch das Spielerische verbessern zu können? Das ist sicherlich klüger, als das bereits Vorhandene ständig und leichtfertig auf` s Spiel zu setzen, mit irgendeiner zweifelhaften Attraktivität ohne Sinn.

@Schmolle
Die Erwartungshaltung richtet sich nach vorhandener Qualität und die ist die zweitbeste der Liga. Nicht mehr, nicht weniger. Ohne dabei zu vergessen, dass das Ganze mühselig erschaffen wurde. Wobei unser Spielerkader sicherlich auch nicht der schlechtbezahlteste der Liga ist. Erfolge gab es einige und das ist aller Ehren wert. Aber auch schon länger her. Mittlerweile aber schneidet der Kader im vierten Jahr in Folge, trotz Pokalsieg, unter seinen Möglichkeiten ab, das finde ich riskant.
 
@Mick
Deswegen sage ich ja, du mußt deine Erwartungshaltung überdenken. Und überprüfen ob du die Realität beurteilen willst oder die theoretischen Möglichkeiten.

Letztere sind soweit ausdehnbar, daß aus jedem Dorfklub ein Championsleagueclub werden könnte.

Die Erfolge sind da. Auch in der jüngeren Vergangenheit. Und man erspielte sich in der Zeit nach dem Double den Nimbus, Nummer zwei der Liga zu sein.
 
@Lodda
Schalke steht sicherlich für Fußball, der nur schwer verdaulich ist und den ich hier als allerletztes sehen möchte. Doch zwischen dem und unserem teils vorhandenden Hurra-Stil muß es eine Grauzone geben. Wie wär´s mit "kontrollierter Offensive"?
(Hm, ich denke, die Bezeichnung sollte ich mir rechtlich schützen lassen...)

@Schmolle
Das Thema "Erwartungshaltung" ist so´ne Sache, welche mir an diversen Stellen oftmals zu inflationär verwendet wird, wenn es darum geht, Niederlagen oder schlechte Leistungen einzelner zu entschuldigen oder gar zu erklären.
Dann hört man (nicht von Dir) an diversen Stellen, man müsse "einfach mal die Erwartungshaltung runterschrauben".
Oft genug frage ich mich dann, ob man das wirklich muß, oder ob es sich dabei lediglich um eine gern genommene Phrase handelt!?
Oder anders gefragt, welche Erwartungshaltung soll bzw. DARF man haben, wenn man den wohl teuersten Kader aller Zeiten hat, gespickt mit fast ausschließlich Nationalspielern.? Gleichzeitig gibt unsere Vereinsführung Ziele und Vorhaben aus, die sich deutlich im oberen Tabellendrittel ansiedeln. Nachvollziehbarerweise...
Ich für meinen Teil habe die "Erwartung" bzw. halte es mit dem Kader für realistisch, daß man sich unter den Ersten 5 platzieren müsste. Wobei Platz 1 eher der Ausschlag nach oben wäre, den ich zwar keineswegs erwarte, der aber auch nicht völlig unrealistisch ist und Platz 5 anhand des Personals das Minimalziel sein sollte.
Ich denke, eine Art Erwartungshaltung ergibt sich bei uns quasi von selbst.
 
Tja, Schmolle, aber diesen Nimbus, den wir übrigens gar nicht mehr haben, gilt es dann auch zu halten, indem erfolgsorientiert und nicht sympathie- und galerieorientiert gespielt wird. Oder was meinst Du, wie lange diese Qualität noch zu halten ist, wenn unsere vielen Nationalspieler in der EL gegen Funchal spielen?
Da handelt es sich nicht nur um "theoretische Möglichkeiten".
 
"Was auch immer TS macht -" er ist bei Dir jedenfalls komplett fehlerfrei.
Da hast du aber schlecht recherchiert !

Ich nenne durchaus auch Fehler von TS beim Namen, wenn ich (als Hobby-Experte) meine, welche entdeckt zu haben. Manche regen mich dabei regelrecht auf. Das kommt aber so oft tatsächlich nicht vor, da wir uns glücklicher Weise an einem erfahrenen, akribisch arbeitenden Trainer mit einer Menge Sachverstand (und hieraus resultierenden sportlichen Erfolge) erfreuen können. Da gibt es dann natürlich nicht so oft Ansatzpunkte für Kritik, da bietet TS einfach viel weniger Angriffsfläche als so mancher seiner Kollegen. Und wenn dann mal die eine oder andere seiner Ideen (zumindest aus nachträglicher Sicht) nicht aufgegangen ist, stellt sich natürlich noch die Frage, ob man da dann immer gleich einen "großen Hermann" von machen muss.

Hier noch einmal - extra für dich - die letzten Beispiele für halbwegs aktuelle Fehler/Fehleinschätzungen, die zumindest aus meiner Sicht gemacht wurden:
1. Der "Abgang" von Juri Vranjes, relativ kurz nach seiner Vertragsverlängerung, gepaart mit den unsäglichen "Tsiolis-Testwochen" und die unnötige/unglückliche "Rückholaktion Borowski".
2. Der unnötige Feldversuch mit AA (der meiner Meinung nach auch ein paar Punkte gekostet hat) wo doch unsere finnische Allround-Abwehrwaffe auf der Bank saß.

Ein goldenes Händchen für jede Situation kann man aber ja wohl nicht einfordern. Die grundsätzliche Kritik, die du hier übst, geht zum Teil weit über jedes Ziel hinaus. Das ist teilweise richtig herabwürdigend, was du hier über TS schreibst. Ich denke, was Schmolle schreibt, trifft es ganz gut: Für den Fußball, den du gern sehen möchtest, ist der SV Werder unter TS einfach der falsche Ansprechpartner - Gott sei Dank, aus meiner Sicht ...
 
Otto wer?:confused: Ach ja, der war doch kurz mal bei uns, ich glaube zwischen Dörner und de Mos...?!:zweifeln:

Nicht unbedingt. Sinn und Zweck einer sich weiter nach vorn verschiebenden Abwehrkette ist ja a) die Räume eng zu machen, damit gleichzeitig b) das Spiel in die gefährliche Zone des Gegners und weg vom eigenen Strafraum zu verlagern und dadurch c) die Steilpässe des Kontrahenten schon weiter vorn im Ansatz zu verhindern.
Sinn und Zweck sind mir durchaus bewusst, nur steht dem gegenüber auch ein recht großes Risiko. Pennt einer in der Viererkette beim Abseits stellen, läuft im schlimmsten Fall jemand fast über den halben Platz alleine auf´s Tor.
Ich denke, unsere sehr hoch stehende Abwehrreihe hat uns schon diverse Male das genick gebrochen und wurde vom gegner ja auch schon desöfteren ironischerweise erwähnt. Hinzu kommt für mich, daß wir nicht garde die schnellste IV haben, was die Antrittsschnelligkeit betrifft. Hebelt jemand mit einem einfachen aber effektiven Doppelpass unsere Reihe aus, hat er leider sehr oft freie Bahn. Mir ist generell wohler, wenn wir insgesamt etwas tiefer stehen.
 
AA - war nur der Spieler schuld, nicht dieses unsägliche, schon länger nicht mehr funktionierende System. Diese Diskussion hatten wir ausgiebig.
Borowski - auch nur der Spieler.
Stimmt bei weitem nicht alles, was Du schwadronierst.
 
Ich für meinen Teil habe die "Erwartung" bzw. halte es mit dem Kader für realistisch, daß man sich unter den Ersten 5 platzieren müsste. Wobei Platz 1 eher der Ausschlag nach oben wäre, den ich zwar keineswegs erwarte, der aber auch nicht völlig unrealistisch ist und Platz 5 anhand des Personals das Minimalziel sein sollte.
Das deckt sich so ziemlich mit meiner Erwartungshaltung, wobei ich in dieser Saison den "Umbruch-Faktor" (Weggang Diego, Baumann - Verpflichtung Marin, Borowski) als Unbekannte mit gesehen habe.

Wenn der Kader so zusammenbleiben sollte (= Özil bleibt und zu Pizarro gesellt sich ggf. ein zweiter etwas treffsichererer Stürmer - vielleicht ist der ja mit Wagner schon da ...) meine ich auch, dass "Platz 5 als Minimalziel" eine durchaus realistische Erwartung ist.

Man darf aber eben nicht vergessen, dass es ein paar mehr Mannschaften gibt, die über einen "hochbezahlten Kader, gespickt mit Nationalspielern" verfügen und die auch Platz 5 als Minimalziel ausgeben. Rein rechnerisch stehen (neben den Bayern ...) aber ja immer nur 4 Plätze zur Verfügung. Und dass es trotz teuerem Kader schnell auch mal richtig abwärts gehen kann, haben die letzten Jahre ja durchaus auch gezeigt (ich glaube z.B. nicht dass Hertha einen richtig "billigen" Kader hat oder dass der HSV den hatte, als sie relativ knapp dem erstmaligen Abstieg entkamen).

Inflationär verwendet wird hier im übrigen nicht nur der Begriff "Erwartungshaltung". Auch der Begriff "Nationalspieler" wird hier sehr oft in den Raum geworfen, als ob die Berufung in ein Nationalteam für sich schon einen herausragenden Spieler ausmachte - unabhängig von der jeweiligen Nation und der Bedeutung eines Spielers für das Nationalteam. Wenn ich da so den Kader des SV Werder durchgehe, erscheint mir der Verweis "gespickt mit Nationalspielern" ein wenig oberflächlich bzw. es wird damit etwas suggeriert, was irgendwie gar nicht da ist. AA ist z.B. auch ein Nationalspieler (nur mal so am Rande). Fritz/Borowski/Frings waren es mal - zählen die noch immer dazu ? Özil und Hunt sind noch so frisch dabei, dass man die im Moment kaum mitzählen kann. Marin hat in der N11 bis jetzt ja auch kaum ein Bein auf die Erde bekommen. Boenisch will man erst noch zum Nationalspieler machen, wobei der Erfolg im Moment noch immer recht zweifelhaft erscheint. Naldo darf gelegentlich mal mitreisen und ab und an mal spielen (wenn die anderen keine Zeit haben). Tim Wiese hat es bislang nur zur Nr. 3 im N11-Tor gebracht, ohne nennenswerte Einsatzzeiten. Ja - und selbst Pizarro versucht ja gerade erst zurückzukehren ins Nationalteam (obwohl das andere Gründe hatte, ich weiß). Zu den Nationalspielern Rosenberg, Jensen und Almeida sag ich jetzt mal nichts. Und Östereichische Nationalspieler zählen glaub' ich gar nicht als "echte" Nationalspieler, oder !?
Da bleibt im Grund nur (su)Per Mertesacker als tragende Säule der 4er-Kette einer der weltweit führenden Nationalmannschaften !

Man sieht - ein Hinterfragen der Phrase "gespickt mit Nationalspielern" bringt erstaunlich ernüchternde Ergebnisse, zumindest bezogen auf den SV Werder 2009/10.
 
Tja, Schmolle, aber diesen Nimbus, den wir übrigens gar nicht mehr haben, gilt es dann auch zu halten, indem erfolgsorientiert und nicht sympathie- und galerieorientiert gespielt wird. Oder was meinst Du, wie lange diese Qualität noch zu halten ist, wenn unsere vielen Nationalspieler in der EL gegen Funchal spielen?
Da handelt es sich nicht nur um "theoretische Möglichkeiten".

Ich kann es nicht mehr hören.

Wo haben wir denn diesen Nimbus verloren. Welche Mannschaft war in den letzten 5-10 Jahren erfolgreicher als wir, die Bayern ausgenommen?

Genau: KEINE! DAS IST die REALITÄT!

Um auf Thema zu kommen:

Es ist richtig, dass unser Kader nicht perfekt auf das System passt, was wir spielen. Einen richtig schnellel 6er und einen schnellen AV könnten wir noch sehr gut gebrauchen. Doch Spieler wie Marin/Özil/Hunt sind so stark, da sie PERFEKT in dieses System passen. Messi bei Barca und NM. Ein schönes Beispiel wie das System selbst einen so überragenden Spieler einschränkt.

Genau dieses Einschrenken...das müssen die Wilden 3 nicht. Ganz im Gegenteil.

Ich bin der festen Überzeugung, dass man an dem System festhalten sollte, jedoch auf den o.g. Positionen nachbessern sollte.
 
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